Hua Mulan (2009)

Ursprünglich erschienen in Deadline #24, November 2010

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Spätestens seit dem Disney-Trickfilm dieses Namens kennt man auch im Westen die Grundzüge der Legende von Mulan, einer Chinesin zur Zeit der Nördlichen Wie-Dynastie, die sich, als Mann verkleidet, anstelle ihres kranken Vaters zur Armee meldet, um ihn vor den Strapazen des Krieges zu schützen und die dann unversehens zur Kriegsheldin wird. Die chinesische Fassung unter der Regie von Jingle Ma (Tokyo Raiders) erscheint ganz im Gewand eines Historienepos und erzählt die Geschichte in vielen, oft nur locker und durch Weißblenden verbundenen Episoden.

Das Problem des Geschlechtertausches spielt in Hua Mulan (deutsch: Mulan – Legende einer Kriegerin) hier nur eine Nebenrolle und wird kurz vor Schluss mit einem Handstreich für erledigt erklärt, dafür geht es um Selbstaufopferung mit nationalen Untertönen. Und damit klar wird, wer gut ist und wer böse, wird der Herrscher der Kriegsgegner besonders barbarisch und dekadent inszeniert: Er tötet seinen Vater, unterdrückt seine Schwester, ist faul und trinkt. Wei Zhao als Mulan und Jaycee Chan (Sohn von Jackie) geben den Hauptfiguren ein bisschen Leben und Komplexität, über den insgesamt etwas faden Wechsel zwischen Ruhe und Schlachtenszenen täuscht aber auch das kaum hinweg. Das Thema aber beschäftigt weiter: Dem Vernehmen nach ist Jan de Bont gerade mit einer weiteren Verfilmung mit Ziyi Zhang beschäftigt.