Nazi Dawn – Die böse Macht (2014)

Dieser Film ist eigentlich nicht einmal den Verbrauch an Druckerschwärze wert, den es benötigt, um diese sehr kurze Besprechung auf Papier zu bannen. Ihn zu preisen wäre ein Akt der Verachtung für alle unfähigen Filmemacher, die sich wenigstens einmal während ihres Films ernsthaft Mühe gegeben haben. Schon der dünne, dämliche Plot ist voller generischer Standardbausätze: Eine Gruppe Sorority-Girls macht sich auf den Weg zu einem Haus, in dem früher, den Gerüchten nach, ein perverser Nazi-Massenmörder gelebt haben soll. Sie wollen dort kräftig Party machen, woraufhin dann aber irgendwann ein verrückter Mörder auftaucht, der dem toten Nazi seltsam ähnlich zu sein scheint… Aber nein, hier geht es nicht um Nazi-Zombies, hier geht es eigentlich um überhaupt nichts. Regisseur Dennis Devine möchte gerne viele halbnackte Frauen und gelegentlich nackte Brüste zeigen, aber das bleibt stets so unerotisch, dass es fast schon traurig ist. Der Film ist durchmischt mit Filmaufnahmen von der Stange, die Sets sind offenbar irgendjemandes Haus, und unterlegt ist das Ganze abwechselnd mit belangloser Fahrstuhlmusik oder einem Klavierthema, das wohl an John Carpenters Halloween-Musik erinnern soll. Und erwähnte ich schon die grässlichen Dialoge und das grauenhafte Soundmixing?

Die Kritik ist zuerst in der Deadline erschienen.

Cold Blooded (2012)

Cold-Blooded-1-625x210

Eine ganz normale, langweilige Nacht in einem Copleben soll das werden; Constable Frances Jane (Zoie Palmer) soll – das Haus ist überfüllt – in einem ansonsten stillgelegten Teil eines Krankenhauses auf den Juwelendieb Cordero (Ryan Robbins) aufpassen, bis er in ein Gefängnis verlegt werden kann. Cordero wurde auf der Flucht verletzt und hat vorher angeblich seinen Komplizen erschossen hat; seiner Bewacherin gegenüber aber streitet er das ab und setzt seinen ganzen Charme ein, um wenigstens interessante Gespräche zu führen und im Idealfall das Weite suchen zu können. Jane geht auf seine Avancen nicht ein, aber die Lage ändert sich schlagartig, als mit Louis Holland (William MacDonald) plötzlich einer von Corderos Komplizen auftaucht, der nicht nur seinen toten Kumpel rächen will, sondern auch gerne wissen würde, wo denn eigentlich die geklauten Diamanten stecken. Jason Lapeyre, Regisseur und Drehbuchautor, ist mit diesem Film und I DECLARE WAR gleich mit seinen ersten beiden fiktionalen Langfilmen auf dem Fantasy Filmfest vertreten. Er macht aus diesem Set-Up ein stark reduziertes Kammerspiel mit wenig Personal und engen Räumen – man darf vermuten, dass hier auch Budgetgrenzen den Rahmen begrenzten, aber das tut dem kleinen Film sehr gut, der zu den ersten gehört, die unter dem neuen Filmlabel der OFDb erscheinen.

[filminfo_box]

Cold Blooded konzentriert sich auf seine Figuren und gibt jeder einzelnen einen Hauch von Leben (nur der Oberbösewicht wirkt schlicht unfreundlich) – den Rest erledigt eine immer wieder Haken schlagende Jagd, bei der Jäger, Gejagte und Allianzen gerne hin- und herwechseln, während reichlich Blut fließt. Das ist nicht immer alles großartig; gelegentlich wirken die Finten und Wendungen auch mal konstruiert, aber für all das wird man entlohnt, wenn man wieder einmal direkt und unverstellt (oder hinter Strömen von Blut) in Zoie Palmers Gesicht blicken kann, vor allem diese AUGEN! Die machen vieles wett, was ansonsten stören würde. Und Holland schließlich findet ein würdiges, hingezogenes Ende; wie, das soll nicht verraten werden.

(Zuerst erschienen im September 2013 in der deadline #41.)

(Foto: OFDb Filmworks/Ascot Elite)

Hansel and Gretel: Witch Hunters

Seit dem letzten Trailer, den ich hier gepostet hatte, hat sich doch noch einiges getan. Mehr Blut und Bumm, auch etwas mehr nackte Haut gibt es jetzt in diesem neuen Red Band Trailer, gefunden bei Digitale Leinwand. Das wird ein Trashfest!

Bloodtraffick

[filminfo_box]

Im Moment ist es noch ein Kurzfilm, aber bald schon soll ein Langfilm daraus entstehen – Bloodtraffick von Jennifer Thym macht gerade seine ersten 11minütigen Runden auf den Festivals. Allerdings sieht der Trailer unten weit weniger interessant aus, als es die ersten Bilder mal erwarten ließen – auf die ersten Besprechungen bin ich jedenfalls gespannt.

In a world torn by a war between vampires and angels, a human vigilante on the hunt for her missing sisters is lured into the den of a vampire.

(Homepage, Facebook; via)

Rise of the Appliances

Gab es nicht auch einmal einen Star Wars-Fanfilm mit Küchengeräten? Der zehnminütige Kurzfilm Rise of the Appliances jedenfalls macht sie zu Protagonisten in einem Horror-/Zombieszenario – und soll doch tatsächlich die Grundlage für einen Langfilm hergeben, den Big Rich Films jetzt produzieren will. Ob dafür das Kabel reicht? Hier schonmal der Trailer zum Kurzfilm:

(Postscriptum: Im Zuge der Suche nach dem obenst erwähnten Film wiedergefunden: Grocery Store Wars, auch schön!)

(via)

Final Destination 5

Auch wenn Final Destination 4 zuweilen als wirklich finale „The Final Destination“ vermarktet wurde – eine so fortsetzungsfreudige Franchise beendet man ja nicht einfach. Und so nähert sich nun der fünfte Film (meine Kritik zum Dritten findet sich hier) erneut der Frage, ob der Tod einen wieder von der Schippe springen läßt (nein), diesmal offenbar anhand der Überlebenden eines Brückenzusammenbruchs.

(via)

Trash am Mittwoch: The Taint (2010)

Auf eine ganz unsubtil perverse Art hätte dieser Text auch für den Weltfrauentag gepaßt (glücklicherweise kein Mittwoch) bzw. eben nicht gepaßt, denn The Taint, ein trashiger Very-low-budget-Streifen mit mehr Blut als Verstand, geriert sich als gedankenfrei-irrer Feminismussplatter, aber das ist in etwa so, als wolle man Aliens vs. Zombies als kapitalismuskritische Fabel lesen wollen: Versuchen kann man’s ja mal, aber Spaß macht der Film auch so nicht.

Die Handlung, wenn man das so nennen will, beginnt, als Phil O’Ginny (Drew Bolduc) irgendwo im Wald… ich hab schon vergessen, schläft er oder knutscht er mit seiner Freundin? Und war das wirklich der Anfang? Um die Wahrheit zu sagen, The Taint ist eine derart haltlose Ansammlung von Bruchstücken, daß es schon kurz nach Ende des Films schwerfällt, sich an ihren genauen Zusammenhang oder ihre Bedeutung zu erinnern. Nur dies ist hängengeblieben: Eine geheimnisvolle Seuche, wohl übers Trinkwasser vermittelt, scheint nur Männer (aber offenbar alle außer Phil) anzugreifen, die dann sogleich mit blutbeschmierten und angeschwollen aus ihren Hosen hängenden Penissen durch die Gegend ziehen und Frauen ermorden, bzw. ihnen mit Steinen den Schädel einschlagen oder sonstige Dinge antun, die im Splatterkino den Einsatz von viel Latex und Kunstblut erfordern.

Womit wir schon bei einem Vorzug von The Taint sind: Hier ist viel noch handgemacht, die meisten Effekte sind „old school“, aber das macht ja noch keinen guten Film. Irgendwann stößt Phil dann auf Misandra (Colleen Walsh), die ihn aus seinem Stupor und aus dem Wald rausholt und ein wenig zur Klärung der Situation beiträgt. Das geschieht vor allem über langatmige Flashbacks, die mehr als zwei Drittel des Films ausmachen. Sinn ergibt sich daraus übrigens immer nur bedingt, was auch daran liegen mag, daß die Schauspieler_innen nicht nur abgrundtief schlecht sind, sondern auch nur rudimentäre Dialogzeilen zu sagen bekommen (gegrunzt und geschrien wird hingegen viel), was den Eindruck hinterläßt, daß die Filmemacher nicht nur ziemlich faule Menschen sind, sondern ihnen auch wurscht ist, ob die Handlung in irgendeiner Form verständlich wird.

Zwischendrin tut der Film so, als sei ihm das alles Ernst. Als seien die Namen (Phil O’Ginny – Philogenie und Misandra – Misandrie – gettit?) albern gesetzte, aber sonst ernstzunehmende politische Positionen, als werde hier der Misogynie der Welt mit der Erkrankung „The Taint“ nur ein besonders überspitztes Bild gegeben, als gehe es dem Projekt tatsächlich darum, die in Worten und Taten ubiquitäre Frauenfeindlichkeit anzuprangern. Und dann sieht man den dümmlichen Gesichtsausdruck von Phil, seine in der Handlung festgeschriebene Ahnungslosigkeit; und man sieht, daß Misandra schon früher gerne Eichhörnchen erschossen oder mit der Peitsche enthauptet hat (WTF?); und schließlich wird man gewahr, daß die gleiche alberne blonde Perücke, die Phil die ganze Zeit trägt, offenbar auch anderen Komparsen auf den Kopf geschnallt wurde. Und alle Ernsthaftigkeit wird zum offensichtlich schlechten Scherz.

Natürlich sind sich die Filmemacher Drew Bolduc und Dan Nelson wohl einigermaßen bewußt darüber, daß sie ein großes Stück Schrott fabriziert haben, schreiben Sie doch auf der Website zum Film:

THE TAINT is an intellectual experience. It is an violent and misogynistic film about violence, misogyny, and entertainment. It features sadistic violence, gratuitous sexual content, and scenes of spellbinding dramatic interest. It also contains more cock explosions than any other movie ever.

Davon ist mindestens die Hälfte gelogen, oder zumindest grandios übertrieben – der Rest vielleicht sogar Geschmackssache. Aber selbst große Trashfans werden sich nur mit Mühe durch die 75 Minuten Martyrium quälen wollen, die dieser Film für Zuschauer_innen wie Protagonist_innen bereithält.

Der Trailer des Films ist von Anfang bis Ende NSFW und nur dazu geeignet, einen Eindruck von den Schauwerten des Films zu vermitteln, nicht von seiner Schaurigkeit.