Sitges 2010, Tag 4: die Filme

Der gestrige Tag stand stark im Zeichen von Umzügen und Menschen, die seltsame Veränderungen durchmachen. Und weil ich bei weitem nicht so viel zum Schreiben komme, wie ich möchte und müßte, gibt es erst eine weitere längere Besprechung zu vermelden: Meine Kritik von Agnosia ist bei blairwitch.de erschienen. Zu den Filmen von gestern hier in Kürze, zu allen mehr demnächst.

The new daughter

Ist es eigentlich so schwer zu verstehen, daß man aber auch wirklich niemals irgendwo hinziehen soll, wo vor langer Zeit schon indianische Ureinwohner Kultstätten und Friedhöfe unterhielten? Aber das Horrorkino scherte sich noch nie darum, seine eigenen Lehren auch einzuhalten, da ginge ihm womöglich der Stoff aus. Dieses Kevin-Costner-Vehikel ist glücklicherweise eigentlich keines, sondern gibt dem Star Platz für eine durchaus zurückgenommene Performance, und den Nebenfiguren Platz, sich auszuagieren. Gruselig ist das zudem die meiste Zeit auch noch. Ausführliche Kritik bei kino-zeit.de.

Super

Filme um Durchschnittsmenschen, die zu Superhelden mutieren, haben mit ganz unterschiedlichen Ansätzen ja gerade von Kick-Ass bis Defendor Konjunktur – man darf es auf die Watchmen schieben, nehme ich an; und James Gunn, ein kleiner Querdenker vor der Leinwand, macht mit Super fast alles richtig. Das verdankt er seinem eigenen Drehbuch, aber natürlich auch den Darstellern, vor allem Rainn Wilson und (die aber eh‘ von mir verehrte) Ellen Page. Eine ganz und gar nicht leichte Tragikomödie.

Vanishing On 7th Street

Ich bin mir noch nicht ganz sicher darüber, warum mich die Filme von Brad Anderson zwar durchaus erst einmal in ihre Welt hineinziehen, mich aber unterwegs irgendwann verlieren. Hier ist es genauso: Was zunächst ein hochgradig aufregender Film darüber ist, das von einem Moment auf den anderen der Großteil der Menschheit einfach verschwindet (genauer: vom Schatten aufgesogen wird) und damit die wenigen Überlebenden vor allem um Licht kämpfen, wird irgendwann in Rückblenden und sich ähnelnden Schreckmomenten langatmig und fast schon träge. Mehr bei blairwitch.de.

Insidious

James Wan, der Mann, der Saw gemacht hat, wollte mit diesem Film (sagt er) einerseits wieder zu seinen Independent-Wurzeln zurückkehren, andererseits auch einen Film machen, der sich auf Klassiker wie Poltergeist und The Haunting beruft. Herausgekommen ist ein geradezu klassischer Geisterfilm (mit sogar gleich zwei Umzügen!) über Seelenwanderung und böswollende Entitäten, der aber vor allem im letzten Drittel doch ganz erheblich schwächelt. Ausführlicheres bei blairwitch.de.

Fotos: Sitges Film Festival