Hump the Wall!

Um langsam, aber sicher die frustrierende Erfahrung abzuwerfen, die sich uns allen als Oscarshow vorgestellt hatte (der Guardian hat 10 Vorschläge zur Verbesserung), hier ein exzessiv alberner Clip aus der Nach-Oscar-Show von Jimmy Kimmel, in der er, nunja, sein Fitnessprogramm „Humpilates“ vorstellt. Testimonials kommen von Jessica Alba, einer offenbar dauererregten Scarlett Johansson, Lindsay Lohan und besonders großartig von Emily Blunt und Jessica Biel.

(via)

The Eye (2008)

Daß das Auge für den Film ein interessantes Sinnesorgan ist, kommt jetzt wohl nicht besonders überraschend – und natürlich läßt das Kino gerne das Publikum die unheimlichen Wesen zu Gesicht bekommen, die außer ihnen nur die Protagonist_innen wahrnehmen können, oder umgekehrt.

The Eye von David Moreau und Xavier Palud (Ils) wechselt da ständig die Ebenen, mal sieht man die Geister, die Sydney Wells (Jessica Alba) sieht, mal nicht, und das ist natürlich eher triviale Absicht, Mittel der Spannungserzeugung und all das. Sydney selbst versteht erst langsam, was da mit ihr passiert – sie war bis vor kurzem noch blind und kann nun dank einer Organspende wieder sehen. Leider sieht sie nun auf einmal einige Tote herumlaufen (sie versteht das in einer leider völlig unlustig gehaltenen Szene, die mich sehr an Ghost Town erinnerte, als sie durch den Geist einer jüngst Verstorbenen einfach hindurchgeht – was beide Beteiligten ziemlich überrascht) und hat Visionen von sterbenden Menschen, die sie nicht richtig einordnen kann.

The Eye ist das Remake eines Filmes von 2002 der Gebrüder Oxide und Danny Pang, die dann anschließend in Hollywood The Messengers (meine Kritik) ebenso gemacht haben wie das furchtbare Remake ihres eigenen Bangkok Dangerous von 1999. Ich kenne das Original nicht, aber das Remake jedenfalls ist frei von allen echten Gruseligkeiten und Schreckmomenten. Gewiß, ein paar Oha!-Augenblicke mag es schon geben, aber mehr Unheimlichkeit auch in einem ganz basalen Sinne will sich nicht einstellen. Eher gleicht der Film zunehmend einer Schnitzeljagd auf der Suche nach den Ursachen für Sydneys Visionen.

Warum Sydney aber zum Beispiel dank ihrer neuen Augen auch Sachen hört, die andere nicht vernehmen können, läßt der Film natürlich offen – danach zu fragen ist aber vielleicht auch Erbsenzählerei. Um Erklärungen geht es The Eye nie wirklich, aber eben auch nicht um eine dichte, sondern nur möglichst stromlinienförmige Erzählung. Das einzige, was ich dem Film wirklich abgewinnen konnte, war seine unterschwellige Einbindung der diversen Diskurse um Jessica Albas Ethnie – dass sie etwa, wenn sie in den Spiegel sieht, nicht sich selbst sondern das Gesicht einer Mexikanerin sieht -, die Alba ganz offen dann durch ihre Rolle in Machete zum Thema macht.