French Streetfighter (1988)

Marco (Clovis Cornillac in seiner zweiten Filmrolle) und Luc (Luc Thuillier) sind beste Freunde, draußen in der Pariser Vorstadt La Défense, wo hinter den schicken neuen Bürotürmen in den späten 80er Jahren auch noch Bauzäune, langsam verfallende Altbauten, kleine Brasserien und Kneipen herumstehen. Luc klaut gerne mal ein bisschen, Marco will da eigentlich raus, hat große Träume; aber dann wird Marco mit einer Uhr erwischt, die Luc gestohlen hat, und am nächsten Morgen ist der Polizist tot, der sie an sich genommen hatte… Wer ob des Verleihtitels French Streetfighter einen Martial-Arts-Film erwartet, wird enttäuscht werden: John Berrys Film ist eher zahmes Sozialdrama mit eingestreuten Actionsequenzen, und die sind eher Verfolgungsjagden als dramatische Kämpfe. Berry verließ die USA in den 1950ern, nachdem er dort als Kommunist denunziert worden war, drehte dann mit Eddie Constantine und vielen anderen in Europa. Il y a maldonne („Es gibt ein Missverständnis“), so der Originaltitel, ist einer seiner letzten Filme, auch das Drehbuch ist von ihm, die Beton- und Glasbauten sind hart und eckig, der Himmel irgendwo dahinter, die Menschen unten in den Schluchten. Es geht um Freundschaft und Verrat, am Ende sind alle schuldiger als vorher und niemandem ist geholfen.

Diese Kritik ist zuerst in der Deadline erschienen.