iZombie – Staffel 2 (2016)

Wenn uns der Schwung an interessanten Horrorserien der letzten Jahre etwas gelehrt hat, dann das: Das Zombiegenre lässt sich eigentlich mit allen anderen zu interessanten Formen mixen, vom medienkritischen Drama (Dead Set) bis hin sogar zur komödiantischen Familiensoap (Santa Clarita Diet). iZombie nimmt das Komödiantische und mischt es mit dem Polizeidrama – wobei sich in der nun zweiten Staffel (und die dritte folgt sogleich, ab 4. April 2017 in den USA) vor allem zu Ende hin die Zeichen und Handlungsstränge schon arg verdüstern. Eine logische Entwicklung, sind doch die humoristischen Funken aus der Grundkonstellation schon weitgehend herausgeschlagen.

Livs Exfreund Major wird nun angeheuert, Zombies zu jagen – statt sie umzubringen, friert er zumindest diejenigen lieber ein, die aus ihrem Zustand kein bösartiges Kapital schlagen. Mit ihrem Kollegen Ravi sucht Liv derweil weiter nach einem Heilmittel und löst mit dem Polizisten Clive Kriminalfälle. Am Ende der Staffel steht dann plötzlich eine
ziemliche Umwälzung bevor.

iZombie hat einen geradezu humanistischen Blick auf die Untoten. Zombies bleiben, solange ihr Hunger gestillt wird, bei klarem Verstand, neigen nur zu Stimmungsschwankungen – sie übernehmen Stimmungen und Verhaltensweisen aus dem zuletzt verzehrten Gehirn. Liv scheint aus jedem Gehirn etwas für ihr Leben zu lernen. Das muss nicht immer positiv sein: Einmal verspeist sie das Gehirn eines Misanthropen, den sein ganzes Viertel nicht leiden konnte – und schimpft dann fortwährend herum, bis hin zu rassistischen Sprüchen.

Dass ihre Persönlichkeit sich immer wieder verschiebt, funktioniert zuallererst natürlich als Reibungsfläche für komische Momente, eröffnet aber zugleich die Frage, was uns als Personen eigentlich ausmacht. Das Gehirn? Unsere dort eingeschriebenen Haltungen und Gewohnheiten? Die Serie fragt das nur implizit, ohne alle Schwere – und kann doch mehr als nur reine Unterhaltung sein.

Werbelink: iZombie – Staffel 2 bei amazon.de

Die Kritik ist zuerst in der Deadline erschienen.

Kartoffelsalat (2015)

Es gibt so Filme, bei denen weiß man gar nicht so recht, wo man anfangen soll. Vielleicht damit, dass dies der wohl drittschlechteste Film ist, den ich 2015 sehen musste? Aber das ist natürlich ein wenig unfair. Also: Einige YouTube-Stars (u.a. FreshTorge, Dagi Bee, Bibi und Melina) haben sich zusammengetan, um einen lustigen Kinofilm zu machen, Otto Waalkes hat sich mit seiner Produktionsfirma TransWaalFilm und in einer eigenen Rolle beteiligt. Herausgekommen ist eine Quasi-Zombie-Komödie aus einem deutschen Provinzgymnasium, der man sowohl den Wille zum Ausprobieren und stetes Bemühen (das ist durchaus positiv gemeint) als auch das Provinzielle in jedem Moment anmerkt. Der Bildungsanspruch des Gymnasiums freilich bleibt auf der Strecke. Die Pointen kommen in hoher Frequenz, als sei das ein neverending YouTube-Spot, von fünf auf über achtzig Minuten gedehnt, aber es sind eben stets die naheliegenden Scherze. Leider sind weder die Auflösung noch die filmischen Mittel wirklich überraschend, und Otto belebt seine untote Reporterfigur Harry Hirsch wieder neu: Alles also schon gesehen, vor allem besser, lustiger und in jeder Hinsicht interessanter. Die neue Generation Filmemacher aus dem Netz sieht jedenfalls anders aus.

Werbelink: Kartoffelsalat bei amazon.de

Die Kritik ist zuerst in der Deadline erschienen.

R.I.P.D.

Das sieht nicht nur ein bißchen aus wie Men in Black mit Untoten und ist womöglich nicht halb so witzig wie gedacht. Könnte aber auch tolles Popcornkino werden. Der erste Blick auf die untote Polizeiabteilung R.I.P.D.

(via)

Guns, Girls and Gambling (2012) – mit Verlosung!

Schon der Filmtitel ist eine freche, sagen wir, Dehnung der Wahrheit (der deutsche Verleihtitel Guns and Girls, dem also nur das Glücksspiel fehlt, ist da nicht viel besser) – denn um Waffen, junge Frauen und Casinos geht es in Michael Winnicks Film nur insofern, als sie Bestandteil der Handlung sind und zum Teil (dem im deutschen Namen enthaltenen) auch extensiv in den Vordergrund gestellt werden, namentlich in Person einer geheimnisvollen Killerin (Helena Mattsson), die mit viel Ausschnitt und zwei Pistolen die Teilnehmer dieses herzallerliebsten Trash-Stelldicheins dezimiert.

[filminfo_box]

Der Film schützt ja auch gar nicht erst vor, mehr sein zu wollen als gepflegte Unterhaltung mit Peng: Ein ironischer Kommentar aus dem Off, übersteigerte Figuren, ein absurder MacGuffin und endlose Diskussionen der Figuren miteinander darüber, wie sie sich politisch korrekt anzusprechen hätten – das ist alles sehr amerikanisch, aber insgesamt doch immer noch lustig, wenn auch nicht jeder Scherz zünden mag. Ein augenscheinlich unschuldiger, aber etwas trotteliger Teilnehmer eines Elvis-Ähnlichkeitswettbewerbs mit dem so vagen wie bedeutungsschweren Namen John Smith (Christian Slater) gerät in eine dumme Sache hinein, denn direkt nach dem Wettbewerb wird dem Casinobesitzer eine wertvolle Holzmaske gestohlen. Weil der Diebstahl offenbar von den Elvis-Imitatoren ausging, wird auch John verwechselt; und im Handumdrehen sind alle möglichen Leute auf der Jagd nach ihm und der Maske. Neben der Auftragskillerin sind das auch noch die anderen Elvisse und mehrere gedungene Mörder, im Auftrag des Casino-Chefs oder seines Widersachers, so genau weiß man das nicht…

Das Konzept von Guns, Girls and Gambling besteht im Wesentlichen darin, einen Irrsinn auf den anderen zu häufen, bis ein großes Kuddelmuddel von Misthaufen entsteht, das dann am Schluß — aber das muss man ja noch nicht verraten. Der Schluß ist jedenfalls niedlich; und alles was vorher kommt, erträglich durch eine Ansammlung von sehr brauchbaren B-Schauspielern, neben Slater vor allem noch Jeff Fahey, Sam Trammell und Dane Cook. Und Gary Oldman – man weiß nicht genau, was ihn dazu gebracht hat, hier mitzuspielen… Spielschulden? Freundschaft? – jedenfalls hat Oldman einen kleinen Gastauftritt, den er fast wortlos, aber mit Verve absolviert. Da stiehlt er fast ohne Mühe den ganzen Film, aber das ist bei Oldmans Auftritten ja fast immer so.

Ascot Elite hat mir freundlicherweise zur Verlosung hier zwei Blu-rays und zwei DVDs von Guns and Girls überlassen – ihr habt die Chance auf einen Gewinn, wenn Ihr bis kommenden Samstag (9. Februar 2013) um 22:00 Uhr hier drunter in einem Kommentar hinterlasst, welcher der gar nicht so wenigen Filme mit waffenschwingenden Frauen Euch der liebste ist. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Foto: Ascot Elite

The Incredible Burt Wonderstone

Jetzt weiß ich nicht, wohin mit mir. Jim Carrey ertrage ich schlecht, Steve Carell, Steve Buscemi, Alan Arkin und Olivia Wilde muss ich sehen. Harte Entscheidungen sind gefragt.

The Heat

Ich ziehe Sandra Bullock jederzeit einem schlechten Miss Congeniality-Klon vor. Und vielleicht wird das hier sogar eine hinreichend alberne Komödie. Und Melissa McCarthy kann so falsch ja gar nicht sein.