Der Spion und sein Bruder (Brothers Grimsby, 2016)

Zwei Brüder, als Kinder getrennt. Der eine, Norman, landet am Rande der Gesellschaft, prollig, direkt, gut aufgehoben in seiner ungebremsten Lust am Fussball, an seiner Frau, am Alkohol, ungefähr in dieser Reihenfolge. Der andere, Sebastian, wird gepäppelt und unterrichtet und ist nun der beste Spion und Killer im Auftrag ihrer Majestät – alles für Königin und Vaterland. Eher zufällig treffen die Gebrüder Grimsby als Erwachsene aufeinander, und weil Norman den Verlust von Sebastian nie verwunden hat, hängt er sich ihm an die Fersen und lässt nicht mehr los. Also bricht Chaos aus. Sasha Baron Cohen als Norman und Mark Strong als hochpräziser Hit-Man sind schon eine hübsche Kombination, und Louis Leterrier ist natürlich der richtige Mann, um dem Film ein paar knackige Actionszenen zu geben. Ob man aber das Gesamtkunstwerk goutieren mag, ist wohl absolute Geschmackssache. Denn Cohen und Strong reiten hier durch ein Feuerwerk fieser Kalauer und vor allem derbsten Gross-Out-Humors, bei dem keine Körperausscheidung unberührt und unbenannt bleibt, keine Körperöffnung unpenetriert. Es wird nonchalant getötet und mit Lust über Lüste gesprochen. Vor allem Norman hat da keinerlei Inhibitionen – dafür muss man sich begeistern, sonst wirkt es spätestens im letzten Drittel doch recht schal.

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Die Kritik ist zuerst in der Deadline erschienen.