Nikita – Staffel 1

Es gibt vielleicht nur eine begrenzte Zahl von Möglichkeiten, eine immer gleiche Geschichte zu erzählen. Und so durfte man mit einer gewissen Skepsis der neuen Serie namens Nikita entgegenschauen, in der Maggie Q die Titelheldin spielen sollte. Denn die Motive sind immer noch die gleichen wie einst in Luc Bessons gleichnamigem Film, aus dessen Motiven nicht nur ein Filmremake von John Badham (Codename: Nina) und eine Fernsehserie (Nikita) entstanden waren. Die Vorlagen beschreiben, wie Nikita nach einem Mord festgenommen und von einer fragwürdigen Organisation vor der Todesstrafe gerettet wird – unter der Bedingung, dass sie sich als Auftragskillerin verdingt. Die neue Serie des amerikanischen Senders The CW löst das Wiederholungsproblem dadurch, dass sie zu einem deutlich späteren Zeitpunkt beginnt: Die Titelheldin ist bereits erfolgreich aus der „Division“ genannten Organisation geflohen und bereitet von außen deren Zerstörung vor. Dabei bedient sie sich vor allem der jungen Neurekrutin Alexandra „Alex“ Udinov (Lyndsy Fonseca) und später ihres Ex-Lovers Michael (Shane West).

Man darf von der Neuvariation keine großen Wunder erwarten – Nikita bemüht sich gelegentlich, mit seinen vielen Verkleidungen und Variationen Serien wie Alias oder Dollhouse nachzustreben, ohne dass dieser Versuch je wirklich gelingt. Aber es gibt reichlich unterhaltsame und klug gedrehte Spielchen von Spionage und Gegenspionage, die dann durchaus auch jenseits der Actionsequenzen Spannung herstellen. Nebenbei geht es natürlich um Schuld und Sühne, und die Beziehungen der Hauptfiguren werden durch solche Verstrickungen nachhaltig durcheinander geworfen – was bis zur vierten und letzten Staffel der Serie, die ab November 2013 in den USA ausgestrahlt wird, für Bewegung sorgen soll. Genrefans werden an Nikita wenig Außergewöhnliches finden, zumal die Serie nicht weit über die üblichen Konventionen hinausgeht – aber ein solider Beitrag zum Phänomen der schlagkräftigen Agentinnen ist sie dann doch. Und von Lyndsy Fonseca möchte man anschließend eigentlich mehr sehen.

(Zuerst erschienen im September 2013 in der deadline #41.)
Werbelink: Bestellen bei amazon.de.

Colombiana

[filminfo_box]

Nach Star Trek, Avatar und The Losers war es höchste Zeit, daß Zoe Saldana eine Actionhauptrolle bekommt, und hier kommt sie mit Nachdruck: Nach einem Buch von Luc Besson (der auch als Produzent verantwortlich ist) und Robert Mark Kamen hat Transporter 3-Regisseur Olivier Megaton mit Colombiana eine Geschichte verfilmt, die offenbar zwischen Nikita und The Professional angelegt wird: Von einer jungen Frau, die den Mord ihrer Eltern rächen will und sich deshalb zur Profikillerin ausbilden ließ. Der Trailer drückt das mit so viel Kraft auf den Schirm, daß man sich fragt, ob da für den Film noch Geheimnisse übrig bleiben.

(via)

Text zu Filmstart (30. September 2010): Adèle und das Geheimnis des Pharaos

Selten war Paris so schön. Womöglich nie: Aber der angenehm überkandidelte Les aventures extraordinaires d’Adèle Blanc-Sec (auf Deutsch leider weniger verschnörkelt Adèle und das Geheimnis des Pharaos), den ich schon vor einiger Zeit für blairwitch.de besprochen habe, kümmert sich auch nicht hauptsächlich um so Nebensachen wie Realität. Das ist sein großer Vorzug. Ganz so beglückt wie erhofft verließ ich das Kino leider aber doch nicht.

Foto: Universum