Kurz verlinkt, 2. März 2011

Lesens- und Sehenswertes aus den vergangenen Tagen (16. Februar 2011 bis 2. März 2011):

FFF 2009: Kurzkritiken (2)

Alle Beiträge zum Fantasy Filmfest 2009 unter dem Tag FFF2009

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Prime Time: Eine etwas offensichtliche Mediensatire zwischen Big Brother, Untraceable und Das Millionenspiel. Ein Schwung Kandidat_innen werden für eine im Internet ausgestrahlte Fernsehsendung (der Titel ist da recht irreführend, weil: falsch) gekidnappt und in einem schicken Plastik- und Stahlgefängnis unter ständiger Kamerabeobachtung festgehalten. Alle paar Tage werden zwei ausgewählt, die sich für dunkle Stellen in ihrer Vergangenheit öffentlich rechtfertigen müssen und von den Zuschauer_innen dann zur Bestrafung ausgewählt werden. Obwohl das ganze nicht schlecht gemacht ist, hatte ich am Ende des Festivaltages Mühe, mich an den Film überhaupt zu erinnern. Denn ähnliches ist ja Dutzendware in den letzten Jahren geworden, man denke nur an Death Race (meine Kritik) oder The Condemned – weitere Beispiele nennt Stefan Höltgen bei Telepolis.

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Coffin Rock legt von Beginn an ein ganz anderes, sehr ruhiges Tempo vor, das eine sehr stimmungsvolle Atmosphäre heraufzubeschwören vermag, leider aber schon nach dem ersten Drittel eher spannungshemmend wirkt. Ein wenig mehr Geschwindigkeit hätte dem Werk sehr gut getan. Denn eigentlich geht es um essentiell Dramatisches: Eine nicht mehr ganz junge Frau, die verzweifelt mit ihrem Mann ein Kind zu zeugen versucht, lacht sich einen Stalker an, der unbedingt ihr ganzes Leben will. Die Situation eskaliert natürlich zusehends, das geht wie nach dem Drehbuchlehrbuch. Trotz eingängiger Charaktere und vieler Pluspunkte mehr ist der Film am Ende schlicht zu lang.

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Infestation: Freund_innen des humorvollen Splatters kommen hier auf ihre Kosten, und das Festivalpublikum reagierte auf entsprechend beglückte Weise. Riesenkäfer aus dem All (apparently) überfallen die Welt oder zumindest den Teil von ihr, den wir hier zu Gesicht bekommen; es gibt viel in Kokons eingesponnene Menschen, einige bizarre Mutanten und natürlich ein knospendes Liebespaar zu sehen. Ohne daß der Film große künstlerische Ansprüche stellen würde, ist das großes Gagakino, unterhaltsam und mit leidlich überzeugenden Käferdarstellern versehen.

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A Film With Me In It wird im Programmheft als ganz, ganz große schwarze Komödie angekündigt und man darf die damit geweckten Erwartungen getrost und ohne schlechtes Gewissen als zu hoch gehängt bezeichnen. Gewiß, schwarz und lustig ist das schon, aber die Unglücksfälle, die das Leben des arbeitslosen Schauspielers Mark mit Leichen füllen, sind weder so haarsträubend komisch noch so dicht gesäht, daß man deshalb aus dem Lachen nicht mehr herauskäme. Im Gegenteil, dazwischen zieht sich die Handlung wie zähes Kaugummi, zumal nur allzu offensichtlich wird, auf welch hanebüchenen Prämissen die Handlungen der Protagonisten beruhen. Das ist dann weniger lustig als vor allem recht traurig. Erst ganz am Schluß wird, unter Aufnahme des im Titel anklingenden Themas, noch einmal der Kontrast des im Film durchaus etwas grauer ausgestellten vermeintlich realistischeren Kinobildes zu Hollywood ausgestellt. Was vorher passiert, ist aber oft schlichtweg Quatsch.

Fotos: Fantasy Filmfest