Unlocked (2017)

Gelegentlich überkommt mich die Ahnung, dass den Filmemachern der Welt nicht so recht einfallen will, was sie mit Noomi Rapace anfangen könnten. Dabei tut sie jedem Film gut, in dem sie zu sehen ist. Mit Verblendung wurde sie international erstmals wahrgenommen (und Rooney Mara, die ihre Rolle im amerikanischen Remake spielte, konnte ihr nicht das Wasser reichen), aber schon in den Ridley Scotts Alien-Prequels, die eigentlich ihr großer Durchbruch hätten sein müssen, war ihre Rolle seltsam unentschlossen geschrieben. What happened to Monday hatte tausenderlei kleine Probleme, aber Rapace war keins davon, obwohl sie in gleich sieben Rollen auftaucht. Und nun also Unlocked.

Michael Apted schickt Rapace hier als CIA-Agentin Alice Racine durchs London der terrorverängstigten Gegenwart. Racine ist eigentlich Spezialistin für Verhöre, hat sich aber nach einem verheerenden Anschlag in Paris, für den sie sich schuldig fühlt, aus dem aktiven Dienst zurückgezogen und betreut Undercover Informanten. Dann wird sie zu einer Befragung eines Terrorkuriers hinzugezogen – und stellt schnell fest: Hier stimmt was nicht. Bald ist sie die Gejagte, nur ihrem alten Chef (Michael Douglas) und der MI6-Agentin Emily Knowles (Toni Collette) vertraut sie noch…

Unlocked ist eigentlich ein recht solider Agententhriller mit den üblichen doppelten Böden und falschen Fährten. Rapace macht sich mit Waffe und in akrobatischen Kämpfen gut; sie und Collette möchte man eigentlich noch viel öfter mit großen Gewehren in der Hand Klarheiten schaffen sehen. Aber auch dieser Film krankt an seinen Nebenfiguren – vor allem Orlando Bloom als Dieb mit fragwürdiger Vergangenheit kann nicht recht überzeugen – und am Skript. Der zentrale Twist am Ende lässt sich mit wenig Ahnung schon sehr, sehr bald zuverlässig vorhersehen. Dabei könnte Rapace mit einer solchen Figur eine ganze Agentinnenreihe tragen; nach Salt und Haywire wäre doch jetzt endlich mal Zeit für ein Franchise à la Bourne. Bitte.

Die Kritik ist zuerst in der Deadline erschienen.
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What happened to Monday (2017)

Klimawandel, Überbevölkerung – schon sind alle Ingredienzien für einen klassischen SciFi-Thriller mit Endzeitgefühl versammelt. Tommy Wirkola, der zuerst mit Dead Snow Aufsehen erregte und dann mit Hänsel und Gretel: Hexenjäger einen märchenhaft bizarren Genrehybrid in die Welt setzte, macht sich eine grau-urbane Welt zurecht, in der große Teile der Erde unbewohnbar geworden sind.

Als seine Tochter bei der Geburt von identischen Siebenlingen stirbt, muss Terrence Settman (Willem Dafoe) sich entscheiden, was er mit den Mädchen tun soll – denn es gilt eine strikte Ein-Kind-Politik; Geschwister (von Mehrlingen zu schweigen) werden in einen Kälteschlaf versetzt, bis sich Klima und Ernährungslage wieder gebessert haben. Verantwortlich für diese Maßnahmen ist die Politikerin Nicolette Cayman (Glenn Close), und ihre Behörde sorgt dafür, dass durch kontinuierliche Kontrolle niemand die Chance bekommt, durchs Raster zu schlüpfen.

Settman benennt seine Enkeltöchter nach den sieben Wochentagen und bringt ihnen bei: Jedes der Mädchen darf jeweils nur an dem Wochentag auf die Straße, die ihren Namen trägt. Alle müssen draußen diszipliniert bleiben, weil sie für die Welt nur die eine Identität von Karen Settman darstellen. Das funktioniert 30 Jahre lang, auch nach Terrences Tod, erstaunlich gut – aber dann kommt eines Tages Monday abends nicht nach Hause, und die Schwestern wissen nicht, was ihr widerfahren ist…

Noomi Rapace glänzt in der Rolle der siebengestaltigen Karen Settman und gibt jeder der Schwestern ein ganz eigenes Leben – erkennbar nicht nur an Kleidung und Frisur, sondern auch in Mimik, Gestik und Körperhaltung. Das strahlt auch noch nach, wenn der Film nach und nach zum Abzählreim gerät und macht auch den recht vorhersehbaren Twist einigermaßen wett. Das ist von Wirkola alles ordentlich inszeniert – nur eine Metaebene, etwas mehr Reflektion über die Themen hätten dem Film noch gut getan.

Die Kritik ist zuerst in der Deadline erschienen.
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Dead Man Down

Endlich ein ansehnlicher HD-Trailer zum neuen Thriller von Niels Arden Oplev, der Noomi Rapace gleich mitgebracht hat, wieder als womöglich starke, jedenfalls rächende Frau, und Colin Farrell ist ihr Werkzeug. Ich freu mich knubbelig.

Dead Man Down Official Trailer #1 (2013) - Colin Farrell Movie HD
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Kurz verlinkt, 16. Dezember 2010

Lesens- und Sehenswertes aus den vergangenen Tagen (25. November 2010 bis 16. Dezember 2010):