Wenn When Harry Met Sally eine Fortsetzung bekäme

Funny Or Die hat mit Billy Crystal und Helen Mirren einen netten kleinen Fake-Trailer zu einer eventuellen Fortsetzung von When Harry Met Sally gemacht. Nach kurzer Zeit wird das Ganze etwas, ähm, seltsam.

Und Mike Tyson, auch hier kurz zu sehen, scheint ja derzeit die Runde zu machen mit Kleinstrollen in seltsamen Humorfilmchen.

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Katherine Heigl-Strahlung über allen Grenzwerten

Ich mag Katherine Heigl ja ein wenig mehr als die meisten Menschen, aber das wäre selbst mir zu viel: In Freak Accident, 34 Katherine Heigl Films Released At Once:


In Freak Accident, 34 Katherine Heigl Films Released At Once

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Text zu Filmstart (11. November 2010): Umständlich verliebt

Ich finde weder den deutschen Verleihtitel Umständlich verliebt noch das originale The Switch als Namen besonders überzeugend, aber was soll’s: Die RomCom with Kid ist überraschenderweise sogar einigermaßen effektiv, obwohl sie im Grunde nur bekannte Versatzstücke neu sortiert – die Skurrilität macht’s wohl gelegentlich. Für critic.de habe ich mir das genauer angesehen.

Foto: Constantin

FFF 2010: Timer (2009)

Alle Beiträge zu Filmen, die auf dem Fantasy Filmfest (FFF) 2010 zu sehen sein werden, finden sich unter dem Schlagwort FFF2010

„Is this another potential?“

Mit Ende Zwanzig ist Oona (Emma Caulfield), die sich aus völlig unerfindlichen Gründen nicht dauernd mit ihren Eltern darüber streitet, wie sie auf ihren seltsamen Vornamen verfallen konnten, romantisch etwas verklemmt. Sie mag sich auf keine Beziehung einlassen, die nicht sicher die Richtige, Vermutlich Mit Vielen Großbuchstaben Zu Schreibende, Glücklich Machende ist. Wäre in unserer Welt eine solche Sicherheit unmöglich zu erreichen, so ist dies in der Welt von Timer, die ansonsten der unseren so sehr entspricht, für eine Handvoll Dollar möglich: Man läßt sich einfach den titelgebenden „Timer“ ins Handgelenk stanzen, und schon blinkt und klingelt das Gerät, sobald Mr. und Ms. Right sich begegnen – falls beide einen „Timer“ haben. Vorher zählt das Gerät langsam die Tage und Stunden bis zum Treffen herunter; wenn aber der Seelenpartner noch keinen „Timer“ hat, blinkt die Zeitanzeige (so bei Oona) leer vor sich hin.

Timer denkt also, und das ist eine wirklich originelle Idee, konsequent weiter, was die mobilen Anwendungen von Social Networks heute schon probieren – und verbindet das mit einem Glücksversprechen, das in der Filmlogik von niemandem angezweifelt wird: Selbst wenn man nicht wisse, wie es funktioniere, daß es funktioniere, sei nicht zu bezweifeln. Die gleichen Ausschlußmechanismen, die sich in unserer Gegenwart verfolgen lassen – zuerst war seltsam, wer ein Handy hatte, jetzt wirken die Menschen altertümlich, die keines besitzen; und liest dies hier jemand ohne Facebook-Account? -, werden in Timer auch in Bezug auf das namensgebende Gadget wirksam. Wer keines hat, ist alt, hoffnungslos out oder kommt halt vom Land.

Aus diesem Setup generiert Regisseur und Autor Jac Schaeffer einen Film, der verschiedene soziale und psychologische Folgen des „Timer“ anhand unterschiedlicher Figuren durchdekliniert – Oona ist auf der verzweifelten Suche nach dem Richtigen (und bringt immer wieder Männer dazu, sich einen „Timer“ geben zu lassen), während ihre Schwester Steph sich durch die Männerwelt schläft, weil es noch ewig hin ist bis zum Datum, das ihr „Timer“ zeigt. Natürlich treten dann mit Mikey und Dan Männer in das Leben der Schwestern, die diese Verhaltensweisen kräftig durcheinanderwirbeln und die Hoffnung ihrer Mutter Lügen straft, daß man sich mit dem „Timer“ Herzschmerz, Trennungen und Geschlechtskrankheiten sparen könnte.

Da ist dann reichlich Platz und Gelegenheit für Situationskomik, hintergründigeren Humor und Momente intensiven Fremdschämens; Timer unterhält durchaus vortrefflich. Von den Figuren ist man gleichwohl nicht so richtig mitgerissen, dafür geraten sie doch zu eindimensional; allein Michelle Borth kann ihrer Steph mit Bösartigkeiten und Zynismen noch mehr Lebendigkeit einhauchen.

Und auch wenn der Film dann doch irgendwann die grundsätzlicheren Fragen berührt – was also Liebe eigentlich sei, und was davon übrig bleibe, wenn man allein auf den „Timer“ vertraue, so geht er vielleicht doch nicht weit genug, ist nicht wirklich radikal genug, als daß man das Kino mit ein paar Widerhaken im Gehirn verließe. Die Geschlechterrollen sind, für einen das Genre der Romantischen Komödie zumindest mitstreifenden Film durchaus ungewöhnlich, nicht gänzlich konventionell: Hier sind die Frauen tough und professionell, und dafür die Männer sehr gefühlsbetont. Gleichwohl rutscht dadurch etwa die Figur Oona schnell in ein neues Stereotyp (auf das im Mainstreamkino derzeit Katherine Heigl abonniert ist), nämlich die überkontrollierte, eher verklemmte berufstätige Singlefrau.

Vielleicht ist Timer ein Film, dem ein Schuß Queer Cinema – in Geschlechterfragen, Liebesdingen und radikalerer Zugangsweise – gut getan hätte. So ist er aber immer noch eine nette Komödie mit einer sehr, sehr guten Grundidee.

Außer auf dem Fantasy Filmfest ist Timer auch in der Ersten „komischen Filmnacht“ des International Comedy Film Festival zu sehen: Am 1. September 2010 um 20.30 Uhr im Filmtheater am Friedrichshain (Bötzowstraße 1, 10407 Berlin).

Foto: Fantasy Filmfest

Date Night (2010)

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Mein Vater beschwert sich beim Fernsehen gerne darüber, daß romantische Komödien meist da enden, wo es wirklich interessant und womöglich auch schwierig wird: Mit dem Moment der glücklichen Vereinigung. Früher trat dann die Eheschließung ein, heute vielleicht die vermeintlich stabile Beziehung – die eigentliche Arbeit fängt also erst an.

Date Night ist da eine erfrischend erwachsene Alternative. Man findet inzwischen ja aus Hollywood mit Filmen wie etwa It’s Complicated (meine Kritik) auch schon romantische Komödien mit älteren Paaren, aber viele andere sind, auch wenn sie sich vorgeblich mit nicht mehr ganz jugendlichen Protagonist_innen befassen, doch insgesamt eher aufgesetzt und am jugendlichen Ideal des Verliebtseins orientiert.

Shawn Levys Komödie (meiner Meinung nach die erste wirklich brauchbare, bei der er Regie geführt hat) schickt das Ehepaar Foster, Claire und Phil (Tina Fey und Steve Carell), auf eine Odyssee durch New York, die sich zwar als Actionkomödie tarnt (und als solche eher so-la-la funktioniert) – die Fosters werden mit einem anderen Paar verwechselt, welches anscheinend einen Mafiaboss zu erpressen versuchte -, de facto die beiden aber durch eine tour de force von Beziehungsmodellen schickt.

Ganz am Anfang sind sie bei einem befreundeten Ehepaar zu Besuch, die sich trennen wollen, weil ihr Leben miteinander nicht aufregend genug sei – erst das ist ihr Antrieb für eine „aufregende“ Nacht in New York, die dann etwas aufregender wird als geplant. Hier erwarten sie dann zum Beispiel ein muskulöser Sicherheitsexperte (Mark Wahlberg) mit seiner nicht minder attraktiven israelischen Freundin oder das streitsüchtige, aber leidenschaftliche Erpresserpärchen (Mila Kunis und James Franco), und die Fosters müssen sich nicht nur damit auseinandersetzen, wie sie die Nacht überleben, sondern auch, wie sie ihr gemeinsames Leben vor der Folie all dieser Beziehungsentwürfe eigentlich verstehen wollen.

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So bizarr und unglaubwürdig (und eher generisch) die Handlung dabei auch wird, die Figuren verhalten sich stets glaubwürdig und konsequent: Die Fosters sind keine Superheld_innen und kein Paar, daß sich wegen der äußeren Gefahr wieder Hals über Kopf ineinander verlieben würde; das haben sie auch nicht nötig, auch wenn sie schon seit Jahren verheiratet sind und abends, nachdem die zwei Kinder dann doch endlich mal schlafen, totmüde und aller Libido ledig ins Bett fallen.

Eine Szene vom Anfang des Films illustriert das sehr fein: Da kommt Phil nach Hause, und übersieht erst einmal seine Frau völlig, die gerade auf der Treppe steht, im schicken Kleid herausgeputzt – da entgleisen Claire für einen Moment die Gesichtszüge. Phil hat jedoch im Reingehen zuerst nur seine Kinder gesehen und wirft sich zu ihnen auf den Boden. Aber als er sich dann zu seiner Frau umwendet, entfährt ihm ein „Wow“. Er hat Claire vorher schlichtweg übersehen, aber dann sieht er nicht durch sie hindurch, sondern nimmt sie immer noch wahr (und als schön, aufregend, attraktiv wahr).

Das ist es, was ich unter einer „erwachsenen“ romantischen Komödie verstehe: Eine, die auch weiß, daß unter der Routine, dem jahrelangen Miteinander und Sich-Reiben aneinander nicht nur emotionale Leblosigkeit liegen kann. Oft ist es Liebe.

(Etwas schade ist übrigens, daß Fox für die Pressebilder mit Tina Fey nur Photos ausgewählt hat, auf denen sie immer den gleichen, etwas dümmlichen Gesichtsausdruck zeigt. Die Frau kann mehr.)

Fotos: 20th Century Fox

(Ähnlich, ausführlicher, aber weniger positiv im finalen Fazit ist übrigens die Besprechung von feministing.com.)

Enchanted (2007)

Die Grundidee von Enchanted ist ja eine durchaus verspielte: Was wäre, wenn man die klassische Disney-Cartoon-Konstellation von Prinzessin, Prinz und „happily ever after“ mal in eine Realwelt entläßt und dort mit dem nicht gerade Musical-artigen Leben in New York konfrontiert?

Das Problem des Ergebnisses ist dann vielleicht: Daß dabei immer noch zu sehr Disney herauskommt, viel zu kinderfreundlich, viel zu glattgespült und viel zu vorhersehbar. Natürlich ist Prince Charming nicht der Prinz ihres Herzens, und natürlich wird Giselle (Amy Adams ist wie immer zauberhaft, aber das macht es hier eher noch schlimmer) alle Herzen ringsum erweichen und mit Liebe erfüllen. Etwas mehr Anarchie hätte diesem Film gut getan, echte Konflikte und derlei raue Realitäten. Oder einfach nur: mehr als nur eine Bollywood-esque Sing- und Tanzeinlage quer durch New York.

Immerhin ist die Parallelisierung von Real- und Trickfilm hier sehr schön gelungen: Die Trickfiguren sehen ihren Entsprechungen im Realfilm sehr ähnlich, und Susan Sarandon ist so wüst hergerichtet, daß sie auch realiter problemlos als jede böse Stiefmutter in Disney-Trickfilmen durchginge. Und auch wenn der Film sich am Ende nicht so recht traut, die Geschlechterfrage offensiv anzugehen (Giselle ergreift zwar das Schwert, ein wirklicher Kampf sieht aber anders aus), so sind es doch durchgehend die Frauen, die hier die Männer beschützen oder mindestens viel eher kapieren, was eigentlich gerade passiert.

Aber es geht ja auch um Herzensdinge. Damit paßt dann wieder alles.

(500) Days of Summer (2009)

Am besten ist diese nicht-romantische Komödie, wenn sie ganz bei sich ist, also eigentlich ein Film-Film. Denn so sehr der Film mit seinen Zeitsprüngen, Zwischentiteln und all den anderen Gadgets auch seine filmische Natur hervorwendet und ausstellt, so sehr er sich in Bezügen und Verweisen auf The Graduate austobt, so leicht verliert er sich dann doch darin, allzu bekannte Szenerien aus romantisch gemeinten Komödien wiederzukäuen, ohne sie wirklich zu transzendieren.

Um so wunderbarer dann die durchgehend und entschlossen alberne, spielerische, leider viel zu kurze Tanzeinlage voller Musical- und Filmzitate:

(Natürlich wird das Glück sofort im Anschluß an diesen Ausschnitt mit einem Schnitt und einer Zeitreise nach vorne wieder unterbrochen. So funktioniert (500) Days of Summer, jede allzu große Euphorie, aber auch jedes allzu großes Unglück durch Vorausschau und Erinnerung aushebelnd. Im Blick auf den Schluß macht ihn das sogar einigermaßen konsequent.)