Elementary – Staffel 5

Sherlock Holmes (Jonny Lee Miller) und seine Kollegin und Partnerin Joan Watson (Lucy Liu) haben auch nach all diesen Jahren immer noch reichlich Fälle in New York zu lösen. Verkompliziert werden die einzelnen Fälle diesmal unter anderem dadurch, dass Watson Shinwell Johnson (Nelsan Ellis) helfen möchte. Vor vielen Jahren, noch als Chirurgin, hat sie ihn wegen seiner Schusswunden behandelt; inzwischen hat er sich von der Straßengang losgesagt, der er damals angehörte. Nun fällt es ihm schwer, Arbeit zu finden und Sicherheit zurückzugewinnen; aber Watson möchte ihm helfen und überlegt sogar, ihn ihrerseits zum Detektiv auszubilden. Holmes hat allerdings ganz andere Vorstellungen von einer Zusammenarbeit mit ihm…

Die radikale Modernisierung der Geschichten um Holmes und Watson, die Elementary vorgenommen hat, funktioniert auch in der fünften Staffel noch. Anders als die britische Sherlock mit ihren wenigen, elaborierten und filmlangen Folgen legt die amerikanische Variation ihren Fokus mehr auf die vielen Kriminalfälle – in der Regel wird je Folge auch ein Verbrechen aufgeklärt – als auf den alles überspannenden Handlungsbogen. Sherlock ist hier weniger überbegabter Autist, sondern eher ein stets unter Spannung stehender, immer in Bewegung befindlicher Berserker der Arbeit, der seine Energie nur mühsam in diesem bis an den Hals zugeknöpften Körper halten kann, dem die Drogen eben auch mal kurzfristig Erleichterung gaben und der sie nun verzweifelt von sich fern zu halten versucht; und Millers Interpretation dieser leicht linkischen Figur mit den überdeutlich akzentuierten Wörtern gräbt eine ganz eigene Furche in die Kulturgeschichte des Sherlock Holmes ein.

Und damit gelingt der Serie allerdings das Kunststück, dass die einzelnen Fälle und ihre nach wie vor feinziselierten, wenn auch nicht immer präzise ausgearbeiteten Lösungen zurücktreten hinter die Sorgen und Konflikte der Figuren, vor allem Holmes und Watson, die man über Jahre mit allen ihren Kanten kennengelernt hat. Wow.

Die Kritik ist zuerst in der Deadline erschienen.