The Incredible Burt Wonderstone

Jetzt weiß ich nicht, wohin mit mir. Jim Carrey ertrage ich schlecht, Steve Carell, Steve Buscemi, Alan Arkin und Olivia Wilde muss ich sehen. Harte Entscheidungen sind gefragt.

Date Night (2010)

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Mein Vater beschwert sich beim Fernsehen gerne darüber, daß romantische Komödien meist da enden, wo es wirklich interessant und womöglich auch schwierig wird: Mit dem Moment der glücklichen Vereinigung. Früher trat dann die Eheschließung ein, heute vielleicht die vermeintlich stabile Beziehung – die eigentliche Arbeit fängt also erst an.

Date Night ist da eine erfrischend erwachsene Alternative. Man findet inzwischen ja aus Hollywood mit Filmen wie etwa It’s Complicated (meine Kritik) auch schon romantische Komödien mit älteren Paaren, aber viele andere sind, auch wenn sie sich vorgeblich mit nicht mehr ganz jugendlichen Protagonist_innen befassen, doch insgesamt eher aufgesetzt und am jugendlichen Ideal des Verliebtseins orientiert.

Shawn Levys Komödie (meiner Meinung nach die erste wirklich brauchbare, bei der er Regie geführt hat) schickt das Ehepaar Foster, Claire und Phil (Tina Fey und Steve Carell), auf eine Odyssee durch New York, die sich zwar als Actionkomödie tarnt (und als solche eher so-la-la funktioniert) – die Fosters werden mit einem anderen Paar verwechselt, welches anscheinend einen Mafiaboss zu erpressen versuchte -, de facto die beiden aber durch eine tour de force von Beziehungsmodellen schickt.

Ganz am Anfang sind sie bei einem befreundeten Ehepaar zu Besuch, die sich trennen wollen, weil ihr Leben miteinander nicht aufregend genug sei – erst das ist ihr Antrieb für eine „aufregende“ Nacht in New York, die dann etwas aufregender wird als geplant. Hier erwarten sie dann zum Beispiel ein muskulöser Sicherheitsexperte (Mark Wahlberg) mit seiner nicht minder attraktiven israelischen Freundin oder das streitsüchtige, aber leidenschaftliche Erpresserpärchen (Mila Kunis und James Franco), und die Fosters müssen sich nicht nur damit auseinandersetzen, wie sie die Nacht überleben, sondern auch, wie sie ihr gemeinsames Leben vor der Folie all dieser Beziehungsentwürfe eigentlich verstehen wollen.

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So bizarr und unglaubwürdig (und eher generisch) die Handlung dabei auch wird, die Figuren verhalten sich stets glaubwürdig und konsequent: Die Fosters sind keine Superheld_innen und kein Paar, daß sich wegen der äußeren Gefahr wieder Hals über Kopf ineinander verlieben würde; das haben sie auch nicht nötig, auch wenn sie schon seit Jahren verheiratet sind und abends, nachdem die zwei Kinder dann doch endlich mal schlafen, totmüde und aller Libido ledig ins Bett fallen.

Eine Szene vom Anfang des Films illustriert das sehr fein: Da kommt Phil nach Hause, und übersieht erst einmal seine Frau völlig, die gerade auf der Treppe steht, im schicken Kleid herausgeputzt – da entgleisen Claire für einen Moment die Gesichtszüge. Phil hat jedoch im Reingehen zuerst nur seine Kinder gesehen und wirft sich zu ihnen auf den Boden. Aber als er sich dann zu seiner Frau umwendet, entfährt ihm ein „Wow“. Er hat Claire vorher schlichtweg übersehen, aber dann sieht er nicht durch sie hindurch, sondern nimmt sie immer noch wahr (und als schön, aufregend, attraktiv wahr).

Das ist es, was ich unter einer „erwachsenen“ romantischen Komödie verstehe: Eine, die auch weiß, daß unter der Routine, dem jahrelangen Miteinander und Sich-Reiben aneinander nicht nur emotionale Leblosigkeit liegen kann. Oft ist es Liebe.

(Etwas schade ist übrigens, daß Fox für die Pressebilder mit Tina Fey nur Photos ausgewählt hat, auf denen sie immer den gleichen, etwas dümmlichen Gesichtsausdruck zeigt. Die Frau kann mehr.)

Fotos: 20th Century Fox

(Ähnlich, ausführlicher, aber weniger positiv im finalen Fazit ist übrigens die Besprechung von feministing.com.)

In Kürze: Whiteout, The Tournament, Get Smart

Ich habe ja auch nicht immer Zeit, Gelegenheit oder Interesse, etwas Längeres zu schreiben…

Whiteout (2009)

Diese Comicverfilmung ist insgesamt wenig aufregend, mitreißend oder auch nur bemerkenswert, obwohl man vielleicht aus der Idee – der erste Mordfall in der Antarktis! – noch etwas mehr hätte machen können. Wirklich schön ist eine Kampfszene mitten in einem winterlichen Antarktisschneesturm. Ohne allzu großes Aufhebens wurde vorher eingeführt, daß man sich auf der Forschungsstation bei schlechtem Wetter nur von einem Gebäude zum anderen fortbewegen darf, wenn man sich vorher an einer der über das Gelände gespannten Sicherheitsleinen eingeklinkt hat, weil man sonst bei Sturm schnell vom Weg abkommt, wo man („Whiteout„) außer Schnee nichts mehr sieht.

Für einen Kampf mit Pistolen und dann schließlich Fäusten, Füßen und Eispickeln führt das zu inszenatorisch durchaus interessanten Einschränkungen, auch wenn Dominic Sena daraus womöglich noch mehr hätte machen können. Warum sich Ms Beckinsale zu Anfang des Films allerdings fast ganz ausziehen muß, ist mir allerdings nicht so ganz klar. (Natürlich, eine warme Dusche hat man immer gern in der Antarktis, und ihre Verletzlichkeit und so – aber ehrlich, das ist nur Schaulustbefriedigungswillen. Oder sagen wir: Sexismus?)

The Tournament (2009)

Schon die Handlungsprämisse von The Tournament hat mehr Löcher in ihrer logischen Struktur als ein durchschnittliches Opfer des titelgebenden Wettbewerbs in seinem Körper, aber ohne suspension of disbelief kommt man durch diesen Film sowieso nur kopfschüttelnd hindurch, oder man mag ihn gar nicht erst ansehen. Warum sollten sich dreißig hochbezahlte Auftragsmörder schon auf einen Wettbewerb einlassen, bei dem sie von ihresgleichen gejagt werden, und nur der Sieger überlebt und bekommt mickrige zehn Millionen Dollar? Nunja.

Auch sonst darf man nicht allzu großes Interesse an Logik und Sinn mitbringen, dafür ist The Tournament nicht so bemüht-komisch (und damit unwitzig) wie Smokin‘ Aces (meine Kritik), mit dem der Film sonst eine ganze Menge gemein hat – etwa die Ansammlung schlechtgelaunter Auftragskiller-Typen. Eher ist es selbstbewußtes, mit ernster Miene Schrott versprühendes Trashkino à la Doomsday (meine Kritik), und das ist ja zunächst gar nicht unbedingt etwas Schlechtes.

Get Smart (2008)

Eine ganz unterhaltsame James-Bond- und Agenten-Parodie ist das, sicherlich nicht brillant, aber allemal witziger als der gerade-so-okaye Johnny English. Ich kenne freilich die Originalserie nicht, die, wie mir zuverlässige Quellen berichten, noch um Längen besser sei.

Gut gefallen hat mir dabei vor allem natürlich die Tanzszene (bemerkenswert dazu die Position in Alas, a blog), die jeden Tanz in allen James-Bond-Filmen aufs präziseste persifliert, und der Wettstreit zwischen Maxwell und Agent 99 darum, wer die besseren Gadgets mitgebracht hat. Beides ist allerschönster Agenten-Schwanzvergleich.