Podcast #001: The Expendables, L’Étrange Festival

Der erste Podcast von buttkickingbabes.de ist da, und er ist noch ganz klein und etwas wacklig auf den Beinen; vor allem bestreite ich ihn (weil ich noch sehr tastend versuche) allein. Es geht um The Expendables (die ich nicht so gut fand wie z.B. Oliver, aber vielleicht ähnlich wie Michael) und um das Pariser Étrange Festival, von dem ich bereits berichtet hatte.

Die nächsten Folgen sind bereits in Planung. Ich freue mich über Kritik und Anregungen, Vorschläge für Musik und Themen, Gesprächspartner_innen und sonstwas; aber seid nett zu mir, ich mache das zum ersten Mal. ;-)

Quellen und Links:

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Frauen am Rande des Kampfgeschehens

Einige Gedanken zu Geschlechterbildern in The A-Team und The Losers.

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In meiner Besprechung von The A-Team (demnächst jetzt bei critic.de) bin ich nur sehr am Rande darauf eingegangen, welche Nebenrolle Jessica Biel als Charisa Sosa dort spielt: sie gibt die Ermittlerin des Verteidigungsministeriums, die dem „A-Team“ auf der Spur ist und schließlich mit den Protagonisten gemeinsam gegen die Machenschaften der CIA anarbeiten wird.

Natürlich hätte diese Rolle, die in der Original-Fernsehserie nicht vorkommt, genauso gut von einem Mann ausgefüllt werden können. (Der Film ersetzt „Colonel Lynch“, den Arnee-Ermittler aus der Serie, durch die CIA, deren Agenten sich alle Lynch nennen, während die Armee zumindest in Person von Sousa eigentlich auf der Seite des A-Teams steht – näher zu betrachten, welche politischen Verschiebungen sich daraus ergeben, hier die Armee als neutral bis freundlich darzustellen, während wieder einmal die Geheimdienste (Verschwörung! Verschwörung!) als Quell des Bösen dastehen, überlasse ich einem anderen Text.)

Sicher wurde Biel auch angeheuert, um dem anvisierten Zielpublikum nicht nur Waffen und Muskeln, sondern auch etwas schöne Weiblichkeit präsentieren zu können; zugleich hat Sosa innerhalb der Filmkonstruktion die Aufgabe, die Heterosexualität der Protagonisten zu zeigen und zu bestätigen – wird doch diegetisch Sosas Bereitschaft, mit dem A-Team zu sympathisieren, wesentlich damit begründet, daß sie eine längere Liebesbeziehung mit „Faceman“ (Bradley Cooper) hatte, die (natürlich) emotional noch lange nicht abgehakt ist. Biel/Sosa ist damit gewissermaßen so etwas wie ein Gegengewicht zur Erotik der Waffen-, Muskel- und Schweißmännerkörper.

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Diese Körper sind in The A-Team (und auch in The Losers) natürlich nicht so unironisch-panzerartig inszeniert, wie es seinerzeit die 1980er-Actionfilme von Stallone und Schwarzenegger vormachten – denen dabei zugleich auch der Männerkörper als Spektakel, als Schauobjekt unterlief. Für zumindest jene feministische Theorie, die die Position des Objektes filmhistorisch den Frauen zuschrieb, eine Feststellung, die nach einer Neubewertung geradezu schrie, fielen doch hier aktives Subjekt des (diegetischen) Handelns und passives Objekt der Betrachtung (durch die Zuschauer_innen) in eins.

Hier ist nun alles, aber auch alles Spektakel – die Actionszenen schon in einem Maße, daß die ersten Kritiker im massiven Einsatz von CGI das Ende des Actionfilms herannahen sehen – je spektakulärer und unrealistischer die Szenen würden, desto weniger sie also in der Realität verankert seien, umso mehr riskiere man, daß sie das Publikum kaltließen. Aber das ist hier nicht das eigentliche Thema.

Auch die Männerkörper, darauf will ich zunächst hinaus, sind hier Spektakel und Schauobjekte, aber zum einen fällt das nicht weiter auf, weil eben alles hier gutgelauntes, laut wummerndes Spektakel ist, und zum anderen ist sich der Film dessen fortwährend bewußt und spielt damit. Am offensichtlichsten ist das daran zu sehen, wie Faces/Coopers Körper permanent ausgestellt wird und wie viel Zeit der Film damit verbringt, die Zurichtung dieses Körpers auch zu zeigen. Dabei geht es interessanterweise praktisch nie um physisches Training, also das Herstellen der Körperform, sondern immer nur um Szenen, in denen Face seinen Körper bräunt. Die Metrosexualität mit all ihren Schönheitszwängen auch für Männer ist also spätestens mit diesem Film im Actionkino angekommen.

Natürlich war Face immer schon der Schönling im „A-Team“, insofern ist das konsequent. Aber auch die Körper der anderen Protagonisten sind Spektakelträger: Nicht nur sind sie alle in Körperbau und Frisuren den Hauptfiguren der Fernsehserie angeglichen und damit mehr Platzhalter als eigenständige Figuren, sie sind auch über ihre „Rangers“-Tätowierungen körperlich markiert.

So sehr die Männerkörper in The A-Team Spektakel werden, so wenig sind sie aber als physische Körper von Bedeutung. Das liegt nicht nur daran, daß die computergenerierten Effekte eine geradezu ätherische Qualität annähmen, die aller menschlich machbaren Realität enthoben sei – ich bin mir nicht einmal sicher, daß diese Perspektive konsequent durchzuhalten wäre. Aber in The A-Team gibt es, darin ist der Film dann doch fast schon wieder familienfreundlich, weitaus weniger direkte, physische Gewalt zu sehen, etwa aufeinanderprallende oder geöffnete Körper, als dies in Actionfilmen heute sonst oft geschieht, etwa in Filmen wie Kick-Ass oder auch in The Losers.

Letzterer Film ist direkter in seinem Einsatz menschlicher Körper. Das gilt schon für die Kämpfe, die früher oder später fast immer zu Nahkämpfen werden, und in denen es sogar, anders als beim „A-Team“, gelegentlich auch unter den Protagonisten Verletzte gibt. Und es gilt auch für die Liebesszenen zwischen Clay (Jeffrey Dean Morgan) und Aisha (Zoe Saldana), die nicht einmal unbedingt im klassisch-erotischen Sinne körperlich aufgeladen werden, sondern immer kurz davor stehen, sich in physische Auseinandersetzungen zu verwandeln (und dies auch mehr als einmal tun). (Und nicht ganz am Rande: Sollte Hollywood tatsächlich langsam sein Widerstreben gegen Liebesszenen mit Menschen unterschiedlicher Hautfarbe verlieren? Es wäre ja langsam an der Zeit.)

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Das deutet aber auch schon an, in welchem Maße The Losers anders mit der einen nennenswerten Frauenfigur im Film umgeht als The A-Team. Während Sosa wenig mehr ist als erotische Phantasie – so wenig in der Realität verankert, daß sie in einer Szene bei einem Verfolgungseinsatz in High Heels auftaucht – und auch wenig mehr als ausführende Kraft des „A-Teams“, stets eher reaktiv als aktiv, die den Überblick über die Situation nicht aus eigener Kraft herstellen kann, gilt genau dies Aisha für nicht, im Gegenteil: Sie hat von Anfang an einen deutlichen Informationsvorsprung gegenüber den „Losers“, und das macht sie, da sie ihre Informationen nicht freizügig teilt, zu einer durchaus zwiespältigen Figur.

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