Eloquence!

Für die Show von Jimmy Kimmel ist dieser großartige Faketrailer einer amerikanisch-zeitgenössischen Fassung von The King’s Speech entstanden. Ladies and Gentlemen, I give you… Sir Michael Tyson in: The President’s Speech!

(via)

Oscarwoche: The King’s Speech

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The King’s Speech ist für mich nach wie vor nicht zuletzt deshalb ein starker Film, weil er aus einer extrem fade klingenden Idee (Stotterer lernt, flüssiger zu sprechen) eine durchaus packende Geschichte zu stricken weiß. Mich hat auch nicht so sehr gestört, daß der Film natürlich unter der Oberfläche ein royalisiertes Buddy Movie ist. Daß der Film es mit der historischen Wahrheit in vielen Punkten nicht so genau nimmt (Slate, blogscanada; via), ist meines Erachtens nach deshalb nicht so bedeutsam, weil diese Verdrehungen keine Punkte betreffen, über die der Film politische Aussagen treffen will; ärgerlich sind sie bei einem derart populären Film gleichwohl doch.

Denn beliebt ist er: Das Publikum kommt (wie zu Black Swan auch) in Strömen, der Film wurde mit BAFTAs überhäuft, und auch ein Großteil der Presse ist einigermaßen hingerissen. Die Kameraführung wird allerdings dann oft ebenso belächelt wie das eher schwachbrüstige Drehbuch, und letztlich sei, da gibt es mehrere Stimmen, der Film

nach dem Standardrezept vom triumphal bewältigten Handicap gebacken […], mit dem man Oscars gewinnt.

Nominiert für: Best Picture, Best Director (Tom Hooper), Best Actor (Colin Firth), Best Supporting Actor (Geoffrey Rush), Best Supporting Actress (Helena Bonham Carter), Best Original Screenplay, Best Cinematography, Best Editing, Best Art Direction, Best Costume Design, Best Original Score, Best Sound (12)

Chancen: In den Hauptkategorien sind die Chancen wohl recht gut, auch wenn vor allem The Social Network da nicht weniger aussichtsreich ist. Vor allem ist Firth ein echter Favorit für die kleine Goldstatue. Interessant wird sicher die Frage werden, ob Helena Bonham Carter (als zukünftige Queen Mum) den Oscar bekommt, und ob die Auszeichnung für den Best Sound ebenfalls an diesen Film geht, bei dem sich so viel um Geräusche dreht, die aus Colin Firths Mund (nicht) kommen.

Addendum: Inzwischen hat jemand festgestellt, daß eines der wichtigsten Sets von The King’s Speech zuvor (unter anderem) für einen Schwulenporno verwendet wurde. Ich finde das ja eher amüsant, die Academy womöglich weniger; auf die Oscarchancen für „Art Direction“ wird sich das nicht auswirken, weil die Abstimmung zum Zeitpunkt des Bekanntwerdens bereits beendet war. Aber die Pressestimmen zu lesen, wenn The King’s Speech diesen Oscar gewinnen sollte – vor allem die Überschriften – das wäre doch lustig und womöglich etwas fremdschäm-peinlich.