The Sinner – Staffel 1

An einem schönen Tag im Sommer steht Cora Tanetti (Jessica Biel) am Strand einfach auf. Die jungen Leute nebenan hören laut Musik, sie hält noch immer das Messer in der Hand, mit dem sie eben für ihren kleinen Sohn Obst geschnitten hat, und sticht einen Mann nieder, mit sieben Stichen, schreiend, wie von Sinnen. Ist Cora einfach verrückt geworden? Für einen kurzen Moment aus Wut durchgedreht? Das scheint naheliegend, und so wie man sie vorher beobachten konnte, war schon vor der Tat klar: Irgendwas stimmt nicht. THE SINNER nimmt sich diese „Sünderin“ vor und erzählt, in Zeitsprüngen und Perspektivwechseln, von ihren langsam wiederkehrenden Erinnerungen, den Ermittlungen – allen voran der Polizist Harry Ambrose (Bill Pullman) glaubt, dass etwas an der Geschichte nicht stimmt – und der Ratlosigkeit aller Menschen um sie herum. Es geht um Sex, um religiösen Wahn, Traumata, Drogen – oder vielleicht auch nicht. Meisterlich legen die Story (nach einem Buch von Petra Hammesfahr) und die Inszenierung falsche Fährten, vor allem Biel bringt in ihre Darstellung Nuancen und Ambivalenzen en gros hinein, während Pullman tapfer gegen das Klischee des seelisch abgewrackten Cops anspielt. Als Zuschauer wird man jedenfalls mit einem Sog belohnt, der seinesgleichen sucht.

Die Kritik ist zuerst in der Deadline erschienen.
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