The Sorcerer’s Apprentice (2010)

Man durfte kaum erwarten, daß dieser Film sich auch nur ein Fünkchen mehr als die Harry Potter-Filme für „das Magische“ im Filmischen interessieren könnte, so sehr auch vorgeblich Magie sein Thema ist – The Sorcerer’s Apprentice ist ein von Jerry Bruckheimer produzierter Film, in dem wieder einmal Jon Turteltaub und Nicolas Cage kooperieren. Da erwartet man nach den National Treasure-Streifen (siehe etwa meine Kritik zu National Treasure: Book of Secrets) wenig mehr als ein bißchen mythisch aufgebauschtes Actionkino, und das bekommt man jetzt auch, vielleicht noch mit dem Zusatz: Wirklich für die ganze Familie.

Die Geschichte um den amerikanischen Physikstudenten Dave, der eigentlich der „Prime Merlinian“ ist, direkter Nachfolger Merlins und größter Magier seiner Zeit (wenn er diese Rolle denn akzeptieren könnte und zudem lernen, seine Kräfte richtig zu gebrauchen) ist insofern ein sehr amerikanischer Dreh auf Harry Potter, als er massentauglich knapp konstruiert ist (mögliche Fortsetzungen nicht ausgeschlossen), das College-Setting breitere Identifikation zuläßt als die britische Boarding School – und zugleich geht es hier eben um keine Schule, sondern nur und ausschließlich um das auserwählte Individuum. (Darin und auch sonst in vielem ist der Film Percy Jackson & the Olympians: The Lightning Thief sehr ähnlich, der das Schulsetting zwar einführt, aber sofort desinteressiert zugunsten einer individualistischen Quest-Geschichte links liegen läßt.)

In The Sorcerer’s Apprentice geht es auch nicht um persönliche Reifung und Entwicklung, der Film ist stattdessen vielleicht noch am ehesten nach den Regeln des Sportlerdramas konstruiert (auch ein sehr amerikanisches Genre), samt Trainings-Montage, Selbstzweifeln und finaler Überwindung derselben. Dabei stets behilflich: die neue Freundin, die auch schon Sehnsuchtsobjekt zu Grundschulzeiten war. Mitsamt den unerfreulich faden und minder schröcklichen Bösewichtern ergibt das äußerst unaufregende Familienunterhaltung, die einen mit Gags und Rumwirbeleien und Cages hier sehr passend überdrehtem Spiel unfallfrei über die Filmdauer trägt, und danach kann man sich getrost wieder anderen Dingen zuwenden.

Zwei Dinge sind mir wirklich positiv in Erinnerung geblieben: Zum einen, wie sich der Film – nie explizit auf das dritte Clarkesche Gesetz („Jede hinreichend fortschrittliche Technologie ist von Magie nicht zu unterscheiden.“) verweisend – konsequent an der Integration von Naturwissenschaft und Magie abarbeitet, auch wenn das alles am Schluß keine große Rolle mehr spielt.

Und zum anderen, wie auch das dann zur nerdigsten Liebeserklärung beiträgt, die ich seit „I brought you flours“ im Kino gesehen habe (die allerdings leider das geschlechtlich klar konnotierte Gefüge zwischen Wissenschaft und Kunst nicht wackeln läßt. Aber man kann ja nicht alles haben).

Foto: Disney