Das Echelon-Desaster (2015)

Es ist wieder soweit: Computer übernehmen die Macht! Diesmal nennt sich das System nicht Matrix oder Skynet, sondern eben Echelon – eine Künstliche Intelligenz, entwickelt vom amerikanischen Militär, die alle Computersysteme steuern, künstliche Menschen übernehmen und schließlich sogar das Wetter kontrollieren kann: mit metergenau platzierten Wirbelstürmen. Aber was sollte ein solches Computersystem dringender vorhaben, als die Menschheit bzw. vor allem und erst einmal die USA auszulöschen? Prompt rast ein gewaltiger Sturm aufs Festland zu. Helfen kann nur die Tochter des Mannes, die das System einst entwickelt hat…

Das Echelon-Desaster ist ein billig produziertes Action-Spektäkelchen, als Stormageddon direkt fürs Fernsehen produziert und ganz um den WWE-Wrestler John Morrison bzw. John Hennigan herum gedreht. So richtig Spaß macht das nur, wenn man keine hohen Ansprüche hat. Die Spezialeffekte sind unterste Kanone, die Dramaturgie hinkt schlimmer als Quasimodo, und die Dialoge leuchten von flirrender Komplexität: „Wir kontrollieren alles!“ – „Ihr kontrolliert mich nicht.“ Wenigstens bemühen sich einige der Schauspieler sogar, gegen die Hirnlosigkeit ihrer Texte anzuspielen, allein, gelingen will es nicht. 90 Minuten Lebenszeit, die man dringend mit anderen Dingen ausfüllen sollte.

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Die Kritik ist zuerst in der Deadline erschienen.

Nazi Dawn – Die böse Macht (2014)

Dieser Film ist eigentlich nicht einmal den Verbrauch an Druckerschwärze wert, den es benötigt, um diese sehr kurze Besprechung auf Papier zu bannen. Ihn zu preisen wäre ein Akt der Verachtung für alle unfähigen Filmemacher, die sich wenigstens einmal während ihres Films ernsthaft Mühe gegeben haben. Schon der dünne, dämliche Plot ist voller generischer Standardbausätze: Eine Gruppe Sorority-Girls macht sich auf den Weg zu einem Haus, in dem früher, den Gerüchten nach, ein perverser Nazi-Massenmörder gelebt haben soll. Sie wollen dort kräftig Party machen, woraufhin dann aber irgendwann ein verrückter Mörder auftaucht, der dem toten Nazi seltsam ähnlich zu sein scheint… Aber nein, hier geht es nicht um Nazi-Zombies, hier geht es eigentlich um überhaupt nichts. Regisseur Dennis Devine möchte gerne viele halbnackte Frauen und gelegentlich nackte Brüste zeigen, aber das bleibt stets so unerotisch, dass es fast schon traurig ist. Der Film ist durchmischt mit Filmaufnahmen von der Stange, die Sets sind offenbar irgendjemandes Haus, und unterlegt ist das Ganze abwechselnd mit belangloser Fahrstuhlmusik oder einem Klavierthema, das wohl an John Carpenters Halloween-Musik erinnern soll. Und erwähnte ich schon die grässlichen Dialoge und das grauenhafte Soundmixing?

Die Kritik ist zuerst in der Deadline erschienen.

Trash am Mittwoch: Hunting Grounds (2008)

Ursprünglich erschienen in Deadline #32, März 2012.

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Der Zombie an sich ist ja ein billiges Monstrum: schon mit ein wenig Latex, Farbe und Kunstblut lassen sich zur Not überzeugende Exemplare der Untoten erstellen, die wenigstens auf kleinen Bildschirm nicht sofort ihre Künstlichkeit ausstellen. Leider hat das umgekehrt auch dazu geführt, dass viele Filmemacher glauben, mit praktisch Null Budget schon einen ordentlichen Zombiefilm machen zu können. Und immer wieder einmal kommt das Ergebnis solcher Bemühungen dann auch auf den Markt, weil ein DVD-Vertrieb der Meinung ist, mit einem so günstig finanzierten Streifen lasse sich wohl doch noch ein wenig Geld verdienen.

Aus genau dieser Ecke kommt Hunting Grounds, bei dem Regisseur Eric Bilodeau (es ist sein erster Langfilm) auch gleich noch für Produktion, Kamera, Drehbuch, Produktionsdesign sowie Spezialeffekte verantwortlich zeichnet. In keinem dieser Bereiche hat er besonders herausragende Leistungen vollbracht. In den allerersten Szenen des Films denkt man noch, das CGI sei so schlecht, weil man Szenen aus einem billigen Virtual-Reality-Computerspiel sieht. Aber nach und nach wird deutlich, dass die schlechten Computereffekte ein Problem des Films sind und nicht Element der Filmhandlung. Leider befinden sich eben auch Drehbuch, Kameraführung und – da ist Bilodeau nicht beteiligt – schauspielerische Leistungen auf dem gleichen Niveau.

Trash am Mittwoch: Night of the Flesh Eaters (2008)

Ursprünglich erschienen in Deadline #32, März 2012.

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„All this devouring and flesh-eating“, beschwert sich mittendrin eine der Figuren: All dieses Verschlingen und Menschenfleishessen! Dabei wird in Night of the Flesh Eaters davon vor allem viel gesprochen, in den end-, ziel- und planlosen Dialogen, denen man immer wieder ausgesetzt wird. Das soll, wohlgemerkt, komisch sein, wie ein schlecht bezahlter Killer sich Gedanken darüber macht, dass gerade Waldbrand- und Nistsaison sei. Alsbald betritt ein menschenfressendes Zwergvolk die Szene, ein rothäutiger Dämon und diverse andere übernatürliche und stets unfreundliche Erscheinungen, deren Existenz stets ausführlich diskutiert werden muss, bevor es zu wenig aufregenden, grausig inszenierten und nur milde splattrigen Zweikämpfen kommt. Dazwischen serviert uns Regisseur J.R. McGarrity witzig gemeinte Kameraeinstellungen, die einfach nur langweilig sind. Mit anderen Worten: McGarritys zweiter Film nach einem Streifen über fleischfressende und (selbstverständlich weibliche) Strippervampire ist ein völlig unkomisches, technisch ineptes, fades Stück Schrott, das so gerne witziger Trash sein möchte. Latexmonstren einfachster Art hopsen in billigen Pappmachédekors herum, zwischendurch rennen drei bis fünf Personen durch einen Wald, und drumherum wird mythisch gefaselt.

Trash am Mittwoch: Sharktopus (2010)

Ursprünglich erschienen in Deadline #31, Januar 2012.

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Es gibt ja für alle Formen von Fiktion, besonders aber wohl fürs fantastische Kino, die Notwendigkeit der „suspension of disbelief“, also etwa der „Aufgebung des Unglaubens“ über das erstaunliche Geschehen, was sich da auf der Leinwand abspielt. Und während sich die meisten Filme mehr oder minder deutlich darum bemühen, wenigstens innerliche Glaubwürdigkeit herzustellen, kümmert sich Sharktopus einen Schnurz um solche gewöhnlichen Dinge.

Warum auch? Der Streifen wurde von Roger und Julie Corman als TV-Movie produziert, und seine Hauptattraktion ist ein Monstrum, das halb Hai, halb (WTF?) Krake oder Oktopus ist, als solches sich gerne auch mal über Land bewegt und generell für viel schlecht gerendertes Computerblut verantwortlich zeichnet. Wer solche CGI-Monstren à la Mega Piranha mag oder einfach finsteren Trash, wird vielleicht ein Double Feature mit Birdemic (Trailer) in Betracht ziehen wollen. Alle anderen sehen nur eine Handlung, die sich des Prinzips der Aufeinanderlagerung generischer Elemente bedient (eine ganze Küstenregion in Angst und Schrecken! einsame Kämpfer gegen die Gefahr!), bis die ganze Konstruktion über den Köpfen der gnadenlos herumstolpernden Hauptdarsteller zusammenbricht. Bestimmt ein großer Spaß also mit einem noch größeren Kasten Bier.

Nur unter Intoxikation wirklich genießbar

Ghost Rider: Spirit of Vengeance

Ursprünglich erschienen in Deadline #31, Januar 2012.

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Eigentlich hat man gar nicht mehr daran geglaubt, dass im von Sequels durchsetzten Reich der Comicverfilmungen doch noch ein zweiter Teil von Ghost Rider herandonnern würde, aber jetzt hat sich Nicolas Cage ein zweites Mal auf den Motorradsitz geworfen, um als verdammter Stuntfahrer Johnny Blaze auf die Jagd nach bösen Seelen zu gehen und sich gelegentlich unter viel Geschrei in ein brennendes Skelett in Lederkluft zu verwandeln.

Den Regiestuhl teilten sich diesmal Mark Neveldine und Brian Taylor, was immerhin zu einigen Hoffnungen berechtigt: denn als Neveldine/Taylor hat das Duo mit den beiden Crank-Filmen und Gamer drei hochgradig flirrende, hyperkinetische Beispiele für ein Actionkino abgeliefert, in dem sich Kamera wie Handlung schlicht nicht mehr an die üblichen Konventionen halten wollten. Dass das nicht allen gefiel, versteht sich fast von selbst.

Und so drehen sie auch in Ghost Rider: Spirit of Vengeance erst einmal kräftig auf und durch, bringen die Zeit zum Schwingen, entfesseln die Bilder und rücken ihren Figuren nah auf die Pelle. Nic Cage schmeißt sich mit Verve und Overacting in seine Rolle, aber in den Momenten, in denen seine Figur zwischen Besessenheit und Wahnsinn flottiert, fügt sich das mit der Herangehensweise der zwei Filmemacher nicht nur über die Spezialeffekte aufs Allerfeinste.

Das geht gut, so lange der Film seine Figuren hochtourig vor sich her treibt; aber in der zweiten Hälfte des Films ist davon fast nichts mehr zu spüren. Dem Finale geht eine lange, fade Phase von Ruhe voraus, mit der die hyperaktiven Regisseure keinen Umgang finden, und in der man viel zu viel Zeit dafür bekommt, über die abgedroschenen Figuren und Handlungselemente nachzudenken; dass das Drehbuch nun zudem ins vollständig Vorhersehbare kippt, hilft da leider überhaupt nicht. Vom Cast werfen sich immerhin außer Cage noch Idris Elba und Ciarán Hinds (als Antichrist auf Erden) so richtig ins Zeug.

Über die ersten dreißig, vierzig Minuten aber ist das ein Höllentrip.

Hyperaktiv, hyperkinetisch und dann poff

Drive Angry 3D (2011)

Dieser Film über einen nicht totzukriegenden Mann, der an einem Satanisten den brutalen Mord an seiner Tochter rächen und den an seinem Enkelkind verhindern will, ist im Grunde eine ehrlichere Hommage ans Exploitationkino als der in dieser Hinsicht wesentlich bemühtere Hobo With a Shotgun, der primär Versatzstücke des Trashkinos aneinanderfügt, die vorher auf besonders großen Skandalwert hin übersteigert wurden. Das Problem dabei ist, daß Jason Eiseners Hobo sich nie zu einem wirklich überzeugenden Ganzen fügen will; es gibt keine hinreichend krasse Motivation für den Protagonisten, das zu tun, was er tut. Alle sind irgendwie outrageously brutal und rücksichtslos, aber all das findet als reine Show statt, für die es keinen Impetus zu geben scheint.

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Das ist in Drive Angry anders: Hier sind Figuren wie Darstellung nicht weniger brutal, aber die Motivation für alle beteiligten ist klar ausgebreitet. Das sind nicht weniger typische Trashmomente, einer halbgaren Pseudomythologie entliehen, in der die Weltordnung mit Himmel und Hölle wirklich rein funktionales Showelement ist; aber es wird hier so positioniert, daß damit die Figuren in einer Geschichte mit klaren Gut- und Böse-Pfeilern zu allem bereit und willens sind.

Dazu die Ausstattung – das Auto, die Sonnenbrille, Cages Frisur – und die platten, Gedanken aber immerhin simulierenden Namen (John Milton, natürlich, und „The Accountant“), das hemmungslose Rumgeballer und Blutvergießen, dessen Inszenierung ganz dem größtmöglichen Effekt für die 3D-Kinos unterworfen ist. Alle naselang fliegen Gegenstände, Kugeln oder Körperteile in Richtung der Kamera – ehrlicher kann man Big-Budget-Exploitationskino eigentlich nicht machen. (Regisseur Patrick Lussier hatte das bei My Bloody Valentinemeine Kritik – schon erfolgreich erprobt, dort allerdings mit einem Drehbuch und generell Filmkonzept, daß d’r Sau graust.)

Natürlich fehlt dem Film die selbstironische Auseinandersetzung mit seinen Vorbildern, die etwa Machete zu seinem amüsanten Abenteuer macht. Aber gerade im Vergleich mit dem permanent auf das Augenzwinkern schielenden Versuch wie Hobo With a Shotgun überzeugt die ehrliche Schrottigkeit der Erzählung, der ungeschminkte Wink mit den Splattereffekten. Nicolas Cage kann hier natürlich erneut zeigen, daß es derzeit kaum eine bessere Besetzung als ihn für großkotzig gedachten Trash gibt, und William Fichtner wie Amber Heard lassen sich so richtig gerne in ihre Rollen hineinfallen. Jemand sollte Heard jedenfalls mal eine Actionhauptrolle geben.

Trash Humpers (2009)

Ursprünglich erschienen in Deadline #26, März 2011

Es ist, so viel Warnung darf sein, nicht besonders sinnvoll, an Harmony Korines Trash Humpers mit einer normalen Seherwartung heranzutreten. Denn was Korine hier zu einem hochgradig eigenartigen Film verbunden hat, enthält nur noch Spuren von üblichen Erzählstrukturen oder Spannungsbögen und ist vor allem aber ein Generalangriff auf die ästhetischen Empfindsamkeiten des Mainstreampublikums. Korine, im amerikanischen Independentfilm gerne als „Enfant terrible“ gesehen, hat seinen neuen Film mit der Ästhetik einer mehrfach überspielten VHS-Kassette versehen, inklusive aller möglichen typischen Artefakte, die bei solchen Kameras bei Schnitt und Kopie typisch sind, ein wackeliges Heimvideo ist das – wer in den 1980ern schon mit Film herumgespielt hat, wird sich erinnern.

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Korine lässt zwei Männer und eine Frau, durch Gesichtsmasken und Körperhaltung wie Zerrbilder alter Menschen wirkend, durch ein meist nächtliches Nashville wandern, wo sie in verlassenen Häusern Fernseher und Wände mit Äxten traktieren, Glasflaschen in Tiefgaragen und Ziegelsteine auf der Straße zerschlagen. Sie randalieren, scheinbar sinnlos; einmal rollt einer langsam mit einem Rollstuhl in die Rabatten und fällt langsam kopfüber mitten ins Beet. Vor allem aber werden Äste masturbiert und Mülleimer besprungen: Da darf man den Titel ganz wörtlich nehmen. Das erinnert in seiner Destruktionskraft zuweilen an Jackass, aber ohne jede humoristische Erlösung. Die Szenen sind verbindungslos und scheinbar sinnfrei aneinandergereiht, später gibt es mit anderen Figuren auch Interaktion und Gespräche, voller ständig wiederholter Ausdrücke und sexueller Anspielungen: Da wird ein Mann mit Pfannkuchen gefüttert, und die Frau ruft in pornographischem Duktus: „Ich will dich schlucken sehen, bitch!“

Das liegt radikal irgendwo im Nebel zwischen Freakshow und White Trash, zwischen Metakritik des Mainstreamkinos und erhabenem Trash. 74 Minuten,auf die man sich einlassen wollen muss, weil man sonst sich selbst und Trash Humpers einer Chance beraubt.

Trash am Mittwoch: The Taint (2010)

Auf eine ganz unsubtil perverse Art hätte dieser Text auch für den Weltfrauentag gepaßt (glücklicherweise kein Mittwoch) bzw. eben nicht gepaßt, denn The Taint, ein trashiger Very-low-budget-Streifen mit mehr Blut als Verstand, geriert sich als gedankenfrei-irrer Feminismussplatter, aber das ist in etwa so, als wolle man Aliens vs. Zombies als kapitalismuskritische Fabel lesen wollen: Versuchen kann man’s ja mal, aber Spaß macht der Film auch so nicht.

Die Handlung, wenn man das so nennen will, beginnt, als Phil O’Ginny (Drew Bolduc) irgendwo im Wald… ich hab schon vergessen, schläft er oder knutscht er mit seiner Freundin? Und war das wirklich der Anfang? Um die Wahrheit zu sagen, The Taint ist eine derart haltlose Ansammlung von Bruchstücken, daß es schon kurz nach Ende des Films schwerfällt, sich an ihren genauen Zusammenhang oder ihre Bedeutung zu erinnern. Nur dies ist hängengeblieben: Eine geheimnisvolle Seuche, wohl übers Trinkwasser vermittelt, scheint nur Männer (aber offenbar alle außer Phil) anzugreifen, die dann sogleich mit blutbeschmierten und angeschwollen aus ihren Hosen hängenden Penissen durch die Gegend ziehen und Frauen ermorden, bzw. ihnen mit Steinen den Schädel einschlagen oder sonstige Dinge antun, die im Splatterkino den Einsatz von viel Latex und Kunstblut erfordern.

Womit wir schon bei einem Vorzug von The Taint sind: Hier ist viel noch handgemacht, die meisten Effekte sind „old school“, aber das macht ja noch keinen guten Film. Irgendwann stößt Phil dann auf Misandra (Colleen Walsh), die ihn aus seinem Stupor und aus dem Wald rausholt und ein wenig zur Klärung der Situation beiträgt. Das geschieht vor allem über langatmige Flashbacks, die mehr als zwei Drittel des Films ausmachen. Sinn ergibt sich daraus übrigens immer nur bedingt, was auch daran liegen mag, daß die Schauspieler_innen nicht nur abgrundtief schlecht sind, sondern auch nur rudimentäre Dialogzeilen zu sagen bekommen (gegrunzt und geschrien wird hingegen viel), was den Eindruck hinterläßt, daß die Filmemacher nicht nur ziemlich faule Menschen sind, sondern ihnen auch wurscht ist, ob die Handlung in irgendeiner Form verständlich wird.

Zwischendrin tut der Film so, als sei ihm das alles Ernst. Als seien die Namen (Phil O’Ginny – Philogenie und Misandra – Misandrie – gettit?) albern gesetzte, aber sonst ernstzunehmende politische Positionen, als werde hier der Misogynie der Welt mit der Erkrankung „The Taint“ nur ein besonders überspitztes Bild gegeben, als gehe es dem Projekt tatsächlich darum, die in Worten und Taten ubiquitäre Frauenfeindlichkeit anzuprangern. Und dann sieht man den dümmlichen Gesichtsausdruck von Phil, seine in der Handlung festgeschriebene Ahnungslosigkeit; und man sieht, daß Misandra schon früher gerne Eichhörnchen erschossen oder mit der Peitsche enthauptet hat (WTF?); und schließlich wird man gewahr, daß die gleiche alberne blonde Perücke, die Phil die ganze Zeit trägt, offenbar auch anderen Komparsen auf den Kopf geschnallt wurde. Und alle Ernsthaftigkeit wird zum offensichtlich schlechten Scherz.

Natürlich sind sich die Filmemacher Drew Bolduc und Dan Nelson wohl einigermaßen bewußt darüber, daß sie ein großes Stück Schrott fabriziert haben, schreiben Sie doch auf der Website zum Film:

THE TAINT is an intellectual experience. It is an violent and misogynistic film about violence, misogyny, and entertainment. It features sadistic violence, gratuitous sexual content, and scenes of spellbinding dramatic interest. It also contains more cock explosions than any other movie ever.

Davon ist mindestens die Hälfte gelogen, oder zumindest grandios übertrieben – der Rest vielleicht sogar Geschmackssache. Aber selbst große Trashfans werden sich nur mit Mühe durch die 75 Minuten Martyrium quälen wollen, die dieser Film für Zuschauer_innen wie Protagonist_innen bereithält.

Der Trailer des Films ist von Anfang bis Ende NSFW und nur dazu geeignet, einen Eindruck von den Schauwerten des Films zu vermitteln, nicht von seiner Schaurigkeit.

Bonnie & Clyde vs. Dracula

Das ist natürlich b wie ziemlich beknackt, b wie billig und auch sonst vermutlich in allem eher B (bis Z), aber Bonnie & Clyde vs. Dracula möchte wohl auch nichts anderes sein, wenn man dem Trailer glauben mag. Zu vermuten bleibt dennoch: Nur etwas für sehr eingeschworene Trashfans.

(via)