6 Ways to Die – Rache ist niemals einfach (2015)

Sechs Wege gibt es, klärt Vinnie Jones und schon frühzeitig auf, einen Menschen umzubringen – man nimmt ihm nämlich nacheinander seine Freiheit, seine Liebe, seine Reputation, seine Besitztümer, sein Geld und erst zum Schluss auch sein Leben. Als namenloser Auftraggeber („John Doe“) schickt Jones sechs verschiedene Kriminelle einem Drogenboss auf den Hals, der sein Leben zerstört, seine Geliebte ermordet hat: Sonny „Sundown“ Garcia. Nur verfolgt der Film die Ereignisse in umgekehrter Reihenfolge: Zuerst wird Garcia erschossen, und dann heißt es immer wieder „eine Woche zuvor“, und es geht Schritt für Schritt seinem Geld an den Kragen, seiner Liebe…

Filme mit einer so invertierten Erzählstruktur gibt es ja mittlerweile einige, von Irreversible bis Memento, um die herausragendsten Beispiele zu nennen. Regisseur und Drehbuchautor Nadeem Soumah hält allerdings Sinn und Zweck dieser Stilübung bei 6 Ways to Die sehr lange verborgen – und letztlich geht es ihm nur um den entscheidenden Trick, um den Twist am Schluss, der so ein wenig dramatischer und eleganter wird.

Leider geht es mit dem Ende von „Sundown“ Garcia dann auch sehr schnell dem Spannungsbogen an den Kragen. Denn die Geschichte trägt sich nicht von selbst – der Mann ist tot, oder wird tot sein, warum sollte ich noch weiter zuschauen? Das ist in der Tat die Frage, und die Auflösung erklärt das zwar – sie führt aber doch eher zu verdrehten Augen als zu echter Überraschung. Hinzu kommt, dass die Figuren im Film vor allem in Platituden sprechen, was sie zu vergleichsweise stereotypen Erscheinungen macht, nicht wirklichen Wesen aus Fleisch und Blut. Jones ist natürlich cool und trocken, wie man es gewohnt ist, und sein Gegenspieler Garcia lebt in einer hinreichend glitzernden Welt des Reichtums – aber für den größten Drogendealer Nordamerikas dann auch wieder recht bescheiden. Da halten die Produktionsmittel des Films mit der Story nicht mit – so wie die Story nicht mit dem Anspruch der Inszenierung mithalten kann.

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Die Kritik ist zuerst in der Deadline erschienen.