FFF 2012: Doomsday Book (2012)

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Doomsday Book

Drei Geschichten vom Ende der Welt sind das: Platt, metaphysisch, grotesk. Episoden voller Schwankungen zwischen Religion und Weltlichkeit, von Gammelfleisch bis Erleuchtung, und selbst Online-Shopping kann das Ende der Welt beschleunigen.

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In „Brave New World“ bleibt ein von seiner Familie als Außenseiter behandelter Militärforscher allein in Korea zurück, während die anderen eine Reise unternehmen – er kümmert sich vor allem um die Entsorgung des häuslichen Mülls und geht dann mit einer Bekanntschaft essen, in die er sich prompt verliebt. Leider ist das Essen, das sie zu sich nehmen – unter anderem recht frische Rindsleber – zwar lecker, aber verseucht. Und so sind sie nur die ersten unter vielen, die sich in hungrige Zombies verwandeln.

In „Creation of Heaven“ fragen sich die Mönche eines buddhistischen Klosters, ob einer ihrer Roboter Erleuchtung erlangt haben könnte, ob er Buddha sei; und in „Happy Birthday“ löst der verzweifelte Online-Einkauf eines kleinen Mädchens den Untergang der Zivilisation aus.

Die koreanischen Regisseuren Jee-woon Kim und Pil-Sung Yim haben sich (zum Teil recht lustige) Gedanken dazu gemacht, wie die menschliche Gesellschaft ihren eigenen Untergang vorbereitet und betreibt. Im Falle der dritten Episode ist das eine eher leichtfüßige Angelegenheit, ein humoriges Spiel mit den Weiten des Internets und den darin lauernden, ahem, Gefahren. Die ersten beiden Geschichten hingegen sind ernster (nicht ernst) und stellen die Apokalypse immer sowohl in einen technologisch-gesellschaftlichen als auch einen religiösen Kontext.

Die Episoden sind stilistisch und ästhetisch, ihren Themen und Tonlagen entsprechend, sehr unterschiedlich. „Creation of Heaven“ ist zweifellos die ruhigste der drei, eine fast schon meditative Betrachtung über Erleuchtung in der buddhistischen Philosophie und der spezifischen Konstitution des Geistes avancierter menschenähnlicher Roboter – und über die Frage, ob wir unser Leben womöglich lieber mit Robotern als anderen Menschen teilen wollen würden. „Brave New World“ hingegen ist ein nervöses Stück Erzählung über industriell produzierte Nahrung – und zugleich eine Liebesgeschichte voll biblischer Anspielungen.

Grundsätzlicher kann die Apokalypse kaum sein: die Weltenzerstörung folgt zum Schluß. Und auch wenn das alles den Geist der Zuschauer_innen nicht völlig durchpustet: interessantes Hirnfutter ist das allemal.

(Foto: Splendid)

Destruktionsporno!

(Spoiler voraus. Der größte Teil davon, wie beim Eisberg, unter der Oberfläche.)

2012_kalifornien

Unter Weltzerstörung, zumindest drohender, macht Roland Emmerich es ja scheinbar nicht mehr. Das stimmt natürlich nur für die sichtbarsten seiner Filme, The Day After Tomorrow, Godzilla und natürlich Independence Day, und wahrscheinlich ist es gut, daß er für seine Blockbuster so viel Aufwand betreibt: Es dauert immer eine Weile, bis der nächste Destruktionsporno fertig ist, sonst ginge die Welt noch öfter unter.

Das endgültige Finale steht uns nun also angeblich für 2012 bevor, und auch wenn am Schluß scheinbar alles nicht so schlimm war – Dude, die Erdkruste mag sich zwar lösen und verschieben, aber schon nach einem Monat Weltuntergang ist auch das wieder vorbei, der Himmel ist blau und die See ruhig -, ist 2012 vielleicht doch der furchtbarste Zerstörungs-Emmerich bisher, vor allem ist er auf bisher kaum im Kino sichtbare Art eines: anmaßend.

Denn natürlich spielt jeder Filmemacher, jede Filmemacherin immer damit, eine Welt neu zu erschaffen, aber nur wenige gehen dabei so kālī-mäßig allzerstörend und neufassend vor wie Roland mit dem schwer durchdringenden deutschen Akzent. (Immerhin ist er ironisch genug, einen Schwarzenegger kaum ähnlich sehenden kalifornischen Gouverneur im Film nicht weniger hart österreichisch klingen zu lassen.)

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