{"id":666,"date":"2009-11-12T15:40:08","date_gmt":"2009-11-12T14:40:08","guid":{"rendered":"http:\/\/buttkickingbabes.de\/?p=666"},"modified":"2010-07-28T16:42:30","modified_gmt":"2010-07-28T15:42:30","slug":"jennifers-body-2009","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/buttkickingbabes.de\/?p=666","title":{"rendered":"Jennifer&#8217;s Body (2009)"},"content":{"rendered":"<p><strong>Update 13.11.2009:<\/strong> <a href=\"http:\/\/www.nytimes.com\/2009\/11\/15\/magazine\/15Fox-t.html\">Dieses sehr lesenswerte Portrait von Megan Fox<\/a>, das zugleich eingehende Analyse ihrer <em>star persona<\/em> ist (und ihrer eigenen Rolle in der Herstellung derselben) l\u00e4\u00dft meine letzten paar Abs\u00e4tze unten durchaus noch ein bi\u00dfchen weiter ausgreifend schillern. Unbedingt empfehlenswert.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/buttkickingbabes.de\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/jennifersbody_2.jpg\" alt=\"jennifersbody_2\" title=\"jennifersbody_2\" \/><\/p>\n<p>Ich habe mich schon <a href=\"http:\/\/www.critic.de\/filme\/detail\/film\/jennifer%E2%80%99s-body-1905.html\">einigerma\u00dfen ausf\u00fchrlich auf <em>critic.de<\/em><\/a> zu <a href=\"http:\/\/www.imdb.com\/title\/tt1131734\/\"><em>Jennifer&#8217;s Body<\/em><\/a> ge\u00e4u\u00dfert, f\u00fcr den ich nach wie vor und auch nach l\u00e4ngerem Nachdenken sehr gemischte Gef\u00fchle hege.<\/p>\n<p>Ein paar Gedanken und Anmerkungen habe ich, vor allem aus Gr\u00fcnden der Text\u00f6konomie, f\u00fcr den Text weggelassen, darauf m\u00f6chte ich hier noch kurz eingehen. (In der <a href=\"http:\/\/www.critic.de\/filme\/detail\/film\/jennifer%E2%80%99s-body-1905.html\">Kritik<\/a> stehen alle Basisinformationen, auf die ich mich z.T. beziehen werde, die eine oder der andere wird die also vorher lesen wollen&#8230; ;-) )<\/p>\n<p>Ein Nebenaspekt, der mir ganz gut gefallen hat, ist die Auseinandersetzung mit dem Post-9\/11-Gedenkkitsch, die hier zun\u00e4chst frontal thematisiert wird und sp\u00e4ter in der Art und Weise aufgeht, mit der die Menschen von Devil&#8217;s Kettle (den gleichnamigen Wasserfall, der im Film eine Rolle spielt, <a href=\"http:\/\/gowaterfalling.com\/waterfalls\/devilskettle.shtml\">gibt es \u00fcbrigens tats\u00e4chlich<\/a>) das Gedenken an die Toten des Feuers in der Bar und an die ermordeten jungen M\u00e4nner praktizieren.<\/p>\n<p>Es beginnt mit einem 9\/11-Cocktail, den Jennifer den Bandmitgliedern von &#8222;Low Shoulder&#8220; anbietet &#8211; in den amerikanischen Nationalfarben Blau, Wei\u00df und Rot, aber man mu\u00df schnell trinken, bevor sich die Farben zu einer braunen Suppe vermischen. Das geht dann weiter damit, da\u00df das Gedenken an das Leiden anderer explizit zur Gemeinschaftsbildung dienen soll &#8211; inklusive &#8222;inoffizieller Hymne&#8220;, nat\u00fcrlich von &#8222;Low Shoulder&#8220;.<\/p>\n<p>Die Art und Weise, wie der Cocktail pr\u00e4sentiert wird, manifestiert die distanzierte Haltung des Films zu solchen Mechanismen, und die Fortsetzung dieses Themenstrangs durch den ganzen Film ist deshalb sicher kein Zufall. M\u00f6glicherweise habe ich dabei noch einige Stellen \u00fcbersehen, an der sich der Film kritisch auf Konzepte wie Nation oder Gemeinschaft bezieht &#8211; f\u00fcr entsprechende Hinweise w\u00e4re ich sehr dankbar.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/buttkickingbabes.de\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/jennifersbody_1.jpg\" alt=\"jennifersbody_1\" title=\"jennifersbody_1\" \/><\/p>\n<p>Genevieve\/<a href=\"http:\/\/twitter.com\/scarletscribe\">ScarletScribe<\/a> hat <a href=\"http:\/\/iwentthere.wordpress.com\/2009\/09\/25\/the-problem-with-arguing-feminism-in-jennifers-body\/\">ausf\u00fchrlich argumentiert<\/a>, warum sie <em>Jennifer&#8217;s Body<\/em> f\u00fcr einen feministischen Film h\u00e4lt; ich bin allerdings noch nicht vollst\u00e4ndig von den Argumenten \u00fcberzeugt.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich trifft es zu, da\u00df es hier zwei weibliche Hauptpersonen gibt, die nicht nur ausf\u00fchrlich miteinander reden, sondern die auch Interessen haben und miteinander Teilen, die nichts mit M\u00e4nnern zu tun haben &#8211; der Film erf\u00fcllt also in doppelter Hinsicht den <a href=\"http:\/\/genderblog.de\/index.php\/2008\/05\/26\/was-macht-einen-film-sexistisch\/\">Bechdel-Test<\/a>, einen m\u00f6glichen Indikator f\u00fcr Sexismus im Film. (Da\u00df die beiden dennoch an M\u00e4nnern interessiert sind, wenn auch mit unterschiedlichen Motiven &#8211; Liebe, Nahrungsaufnahme &#8211; spielt dabei keine Rolle.)<\/p>\n<p>Aber gen\u00fcgt es schon, da\u00df ein Film nicht sexistisch ist, um ihn feministisch zu nennen? Es gibt wahrlich nicht genug Filme, die starke Frauen so in den Vordergrund r\u00fccken und bei denen auch noch Regie und Drehbuch in Frauenhand liegen, alles heftige Desiderata, aber eine explizit oder implizit politische Position des Films erscheint mir f\u00fcr eine solche Einordnung doch wichtig. Oder sind wir feministisch schon so ausgehungert, da\u00df ein nicht-sexistischer Film gleich als politisches Statement gelten mu\u00df?<\/p>\n<p>Oder versteckt sich hier ein politischer Film, und ich habe es nur nicht so genau bemerkt? Ich lasse mich da gerne auf Details oder gro\u00dfe Linien aufmerksam machen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/buttkickingbabes.de\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/jennifersbody_3.jpg\" alt=\"jennifersbody_3\" title=\"jennifersbody_3\" \/><\/p>\n<p>Stark finde ich an <em>Jennifer&#8217;s Body<\/em> die Art und Weise, wie der Film und Megan Fox mit Fox&#8216; <em>star persona<\/em> spielen, denn nat\u00fcrlich ist sie f\u00fcr diese Rolle nahezu perfekt besetzt, gilt sie doch als &#8222;Sexbombe&#8220; mit gro\u00dfer Klappe und wenig Hirnschmalz. (Da\u00df sie ihre Rolle nicht mit etwas mehr Tiefe auszustatten wei\u00df und vielleicht wirklich keine besonders talentierte Schauspielerin ist, ist eine andere Sache.)<\/p>\n<p>Hier liegt, glaube ich, auch ein Punkt in dem sich Genevieve in ihrem oben verlinkten Text irrt: Denn nat\u00fcrlich kann man Fox&#8216; Jennifer daf\u00fcr kritisieren, da\u00df sie sich selbst als Sexualobjekt wahrnimmt und so wahrgenommen werden will. Allerdings ist sich Jennifer zugleich sehr dar\u00fcber bewu\u00dft, da\u00df sie aus der Umsetzung dieser Haltung heraus etwas erlangt, was man wohl, mit etwas begrifflicher Toleranz, als <em>agency<\/em> bezeichnen k\u00f6nnte: Aus der Rolle als Sexualobjekt gewinnt sie (schlie\u00dflich auch noch verst\u00e4rkt durch ihre D\u00e4monenkr\u00e4fte) eine Machtposition, die sie zu eigenem Handeln erm\u00e4chtigt. Ihr K\u00f6rper ist dabei das Mittel ihrer Wahl.<\/p>\n<p>Da\u00df sie sich dabei gleichzeitig in Abh\u00e4ngigkeit von Anderen, von gesellschaftlichen Sch\u00f6nheitskonventionen etc. begibt und nur innerhalb dieser Kontexte existieren kann, ist davon unbenommen; so einfach sind diese Machtzuweisungen nicht, da\u00df man ohne solches ausk\u00e4me.<\/p>\n<p>Der Film f\u00e4llt im \u00fcbrigen nicht in die Falle, Jennifer nur aus diesen Machtstrukturen heraus ernst zu nehmen; dem entzieht er sich, indem er vor allem Needys Perspektive einnimmt. <\/p>\n<p>Nicht zuletzt deshalb richtet sich der Film wom\u00f6glich wirklich zun\u00e4chst an Frauen; bzw. an Menschen, die an Freundschaften zwischen Frauen interessiert sind. Insofern liegt das Marketing f\u00fcr den Film, wie mir scheint, weltweit v\u00f6llig daneben, wenn es sich immerzu auf Jennifer in sexuell anz\u00fcglichen Posen konzentriert; selbst das Werbematerial des deutschen Verleihs gibt kaum Bilder her, in dem Jennifer und Needy gemeinsam zu sehen sind.<\/p>\n<p><span class=\"credits\">Fotos: 20th Century Fox<\/span><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Update 13.11.2009: Dieses sehr lesenswerte Portrait von Megan Fox, das zugleich eingehende Analyse ihrer star persona ist (und ihrer eigenen Rolle in der Herstellung derselben) l\u00e4\u00dft meine letzten paar Abs\u00e4tze unten durchaus noch ein bi\u00dfchen weiter ausgreifend schillern. Unbedingt empfehlenswert. 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