{"id":7634,"date":"2020-01-28T10:26:06","date_gmt":"2020-01-28T09:26:06","guid":{"rendered":"http:\/\/buttkickingbabes.de\/?p=7634"},"modified":"2020-01-22T17:43:18","modified_gmt":"2020-01-22T16:43:18","slug":"hell-fest-2018","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/buttkickingbabes.de\/?p=7634","title":{"rendered":"Hell Fest (2018)"},"content":{"rendered":"<p>\u201eEnter if you dare!\u201c Komm rein, wenn du dich traust! <em>Hell Fest<\/em> geht zumindest mit einem gesunden Selbstbewusstsein in seine ersten Minuten, die quasi als Flashback bereits das Grundthema etablieren: In einer Art Geisterbahn treibt ein fieser M\u00f6rder sein Unwesen, das Opfer wird Teil der Attraktionen \u2013 zumindest, wie wir sp\u00e4ter erfahren, bis es beginnt streng zu riechen.<\/p>\n<p>Regisseur Gregory Plotkin hat sich nach dem eher faden <em>Paranormal Activity 3: Ghost Dimension<\/em> nun vorgenommen, seinen n\u00e4chsten Genrefilm nun auf jeden Fall eins nicht werden zu lassen: langweilig. Zwischendurch hat er bei <em>Get Out<\/em> und <em>Happy Deathday<\/em> den Schnitt bewerkstelligt und offenbar einiges gelernt, auch wenn sein Eintrag in den zeitgen\u00f6ssischen Slasher das kom\u00f6diantische allenfalls in der \u00dcbersteigerung sucht.<\/p>\n<p>Dabei l\u00e4sst es sich zun\u00e4chst sehr typisch an: Drei sehr amerikanische P\u00e4rchen im frischen Collegealter verbringen den Halloween-Abend (ausgerechnet!) gemeinsam. Und wo k\u00f6nnte man sich sch\u00f6ner und kontinuierlicher Gruseln als auf dem \u201eHell Fest\u201c, gewisserma\u00dfen ein Pop-Up-Vergn\u00fcgungspark des Schreckens. Vermutlich schlecht bezahlte Monsterdarsteller schreien die Besucher in jedem zweiten Moment an, da wird aufgefahren, was die Popul\u00e4rkultur so hergibt:  von Clowns und Zwergen \u00fcber b\u00e4rtige Damen bis hin zum Predator und selbst die Jeff Goldblum\u2018sche \u201eBrundlefly\u201c ist dabei und spuckt nichtsahnenden Besucherinnen gr\u00fcnen Glibber aufs Leibchen. Es ist eine Freude.<\/p>\n<p>Und es ist nat\u00fcrlich auch ein filmischer Trick: Die Jumpscares sind gewisserma\u00dfen schon Teil der diegetischen Erz\u00e4hlung, geh\u00f6ren automatisch zu dem, was in der Handlung st\u00e4ndig allen widerf\u00e4hrt. Das wertet ihr Schreckpotential auf Dauer zwar einerseits ab, da aber in eleganten Abst\u00e4nden immer wieder etwas Blutiges passiert (sprich: sich die Zahl der sechs Hauptfiguren langsam, aber kontinuierlich reduziert), halten die dauernden Schrecken andererseits zugleich die Spannung hoch. Anstregend ist das auf Dauer gleichwohl, zumal fast der gesamte Film im Halb- bis Ganzdunkel von Geisterbahnen, \u201eHaunted Houses\u201c und \u00e4hnlichen Situationen spielt.<\/p>\n<p>Dass Plotkin sich f\u00fcr seine Spezialeffekte weitgehend auf gute alte Handarbeit, auf Latex und Kunstblut verl\u00e4sst (und \u00fcberhaupt hier nicht zu sehr ins splattrige Detail geht) passt ebenfalls gut zum Hintergrund des Halloween-Themenparks \u2013 und sieht in der Tat einfach besser aus.<\/p>\n<p>Die vagen Hintergrundstories zu den Personen sind nicht wirklich von Bedeutung \u2013 Studentin Natalie (Amy Forsyth) ist mal wieder zur\u00fcck in der Stadt, und ihre ehemalige Mitbewohnerin Brooke (Reign Edwards) will sie mit dem h\u00fcbschen Gavin (Roby Attal) verkuppeln. Natalie ist nicht einmal abgeneigt, hat aber eigentlich keine Lust auf Halloween und noch weniger auf die neue Mitbewohnerin Taylor, die sie von fr\u00fcher wohl kennt. Bex Taylor-Klaus, die sich vor allem mit der neuen <em>Scream<\/em>-Serie im Slasher-Genre eingef\u00fchrt hat, bringt noch am meisten Leben in ihre Rolle als rotzfreche und vor allem sehr nervige Taylor; alle anderen Figuren sind nicht einmal Stereotypen, zu oberfl\u00e4chlich bleibt ihre Charakterisierung.<\/p>\n<p>Es geht hier wirklich haupts\u00e4chlich um das Wie und das Wann des Slasher-Abz\u00e4hlreims, mit haufenweise falschen F\u00e4hrten und kleinen, biestigen Wendungen. Beleuchtung, Musik, Basst\u00f6ne, die permanente \u00dcberladung mit Gruseleffekten\u2026 das macht schon eine ganze Weile lang wirklich Spass. Hinzu kommt, dass \u201eCandyman\u201c Tony Todd h\u00f6chstselbst den Durchsagen auf dem \u201eHell Fest\u201c seine Stimme verleiht, auch selbst als Conf\u00e9rencier einer Scheinhinrichtung auftritt.<\/p>\n<p>Mit seiner Person wird dann doch ein wenig sichtbarer, wie clever, aber wohldosiert <em>Hell Fest<\/em> die eine oder andere metafilmische Referenz unterbringt; ironische Distanz will und soll der Film daraus aber nicht ziehen, daf\u00fcr ist er zu direkt, und klar. Und kann es sich dann auch erlauben, ein g\u00e4nzlich ungew\u00f6hnliches Ende zu nehmen, das zugleich abgr\u00fcndiger und furchtbarer ist als jedes blutige es sein k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Die Kritik ist zuerst in der <a href=\"https:\/\/www.deadline-magazin.de\/\"><em>Deadline<\/em><\/a> erschienen.<br \/>\nWerbelink: Bestellen bei <a href=\"https:\/\/amzn.to\/2NkLbbu\"><em>amazon.de<\/em><\/a>.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eEnter if you dare!\u201c Komm rein, wenn du dich traust! 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