{"id":7705,"date":"2020-02-03T10:23:31","date_gmt":"2020-02-03T09:23:31","guid":{"rendered":"http:\/\/buttkickingbabes.de\/?p=7705"},"modified":"2020-02-02T00:54:37","modified_gmt":"2020-02-01T23:54:37","slug":"puppet-master-das-toedlichste-reich-2018","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/buttkickingbabes.de\/?p=7705","title":{"rendered":"Puppet Master: Das t\u00f6dlichste Reich (2018)"},"content":{"rendered":"<p>Die <em>Puppet Master<\/em>-Filmreihe umspannt seit David Schmoellers erstem Streifen von 1989 bereits zw\u00f6lf Filme \u00fcber den Puppenmacher Andr\u00e9 Toulon, dessen Kreaturen mittels eines Elixiers zum Leben erweckt werden konnten; weil er diese Kr\u00e4fte nicht den Nazis in die H\u00e4nde fallen lassen will, bringt er sich lieber selbst um. Aber nat\u00fcrlich erwecken seine Erfindungen gleichwohl b\u00f6se Interessen und Gel\u00fcste, und so laufen schlie\u00dflich mordende Puppen durch die Gegend. Das war eine Konstellation, die sich in immer leicht variierten Geschichten immer wieder neu erz\u00e4hlen lie\u00df; wenn auch vielleicht nicht immer mit gleicherma\u00dfen interessanter Strahlkraft.<\/p>\n<p>F\u00fcr die zw\u00f6lfte Fortsetzung <em>Puppet Master: Das t\u00f6dlichste Reich<\/em> haben die schwedischen Regisseure Sonny Laguna und Tommy Wiklund (die zuletzt <em>We Are Monsters<\/em> gemeinsam gedreht haben) die Hintergrundgeschichte grunds\u00e4tzlich neu geordnet. Sie erleichtern den Einstieg mit zwei Ikonen des Horrorkinos: zum einen Udo Kier, der mit viel Latex im Gesicht und Menschenverachtung in der Stimme eine neue Inkarnation von Toulon spielt. Dessen Puppen ermorden in einem kurzen R\u00fcckblick auf die sp\u00e4ten 1980er Jahre ein lesbisches Liebespaar, er selbst selbst wird kurz darauf von der Polizei in seinem Haus erschossen.<\/p>\n<p>Denn Toulon war in dieser Variation der Geschichte, so erz\u00e4hlt es zum anderen dann Barbara Crampton als Polizistin im Ruhestand ihrem Publikum anl\u00e4\u00dflich des drei\u00dfigsten Mord-Jubil\u00e4ums, ein \u00fcberzeugter Nazi, der wahrscheinlich auch seine Frau noch auf dem Schiff w\u00e4hrend der \u00dcberfahrt in die USA umgebracht hat. Seine Puppen sind inzwischen makabre Sammlerst\u00fccke, die nun auf einer Aktion verkauft werden sollen. Im Brass Buckle Hotel treffen sich die Sammler, aber dann erwachen die Puppen, wohl durch die N\u00e4he zu Toulons Mausoleum, zu neuem, naja, Leben \u2013 und fangen gleich einmal an, ihre vermeintlichen Besitzer zu ermorden.<\/p>\n<p><em>Puppet Master: Das t\u00f6dlichste Reich<\/em> splattert dann sehr exploitativ dahin, mit weitgehend nackten Frauen- wie M\u00e4nnerk\u00f6rpern, mit abgetrennten K\u00f6rperteilen oder weit aufgerissenen Wunden aus Latex und so viel Blut, so dass eine ganze Zeit lang die Freigabe durch die SPIO mit \u201eKeine schwere Jugendgef\u00e4hrdung\u201c in der Schwebe hing. Empfindsam sollte man jedenfalls nicht sein, es geht schon recht brutal zu und auch ohne R\u00fccksicht auf sonst \u00fcbliche Grenzen. Die Effekte sind wohl vor allem Tate Steinsiek zu verdanken, w\u00e4ren aber auch eines Tom Savini w\u00fcrdig. Die technische Eloquenz wird noch erg\u00e4nzt durch die Musik von Fabio Frizzi, der viel mit Lucio Fulci zusammengearbeitet hat, und Richard Band, der an der <em>Puppet Master<\/em>-Reihe schon l\u00e4nger mitgearbeitet hat.<\/p>\n<p>Was Lagunas und Wiklunds Beitrag zur Reihe aber besonders heraushebt, sind die Darsteller, die Story und das f\u00fcrs exploitative Splatter-Horrorkino au\u00dfergew\u00f6hnliche Drehbuch von S. Craig Zahler (<em>Brawl in Cell Block 99<\/em>, <em>Bone Tomahawk<\/em>). Denn in diesem Film wird keine wahllos zusammengestellte Reihe von Hotelg\u00e4sten ermordet, die Puppen metzeln sich vor allem durch Gruppen jener Menschen, die auch der Nazi Toulon gehasst h\u00e4tte. Als erstes wird ein j\u00fcdisches Paar verbrannt, das eben noch dar\u00fcber sprach, dass man mit dem Sammeln der Puppen den Nazis gewisserma\u00dfen den Stinkefinger hinhalte: Seht her, wir leben noch, aber eure Symbole sind jetzt unsere Sammlerst\u00fccke. Und dann sterben vor allem Schwarze, Homosexuelle\u2026 die Puppen haben es vor allem auf Au\u00dfenseiter der Gesellschaft abgesehen, und das darf man durchaus als politischen Kommentar von Autor und Regisseuren verstehen.<\/p>\n<p>Vor allem aber gelingt es dem Drehbuch, interessante Hauptfiguren zu entwickeln: Den leicht gescheiterten Comicautor Eddie Easton (Thomas Lennon), gerade geschieden und nun frisch verliebt in Ashley (Jenny Pellicer), die zusammen mit seinem Chef Markowitz (Nelson Franklin) mitten in dem Gemetzel stranden. Die Beziehungen dieser drei untereinander, ihre Dialoge und Dynamiken sind auch ohne das Morden sehenswert; um sie wird es uns wirklich Angst und Bange.<\/p>\n<p>Die Kritik ist zuerst in der <a href=\"https:\/\/www.deadline-magazin.de\/\"><em>Deadline<\/em><\/a> erschienen.<br \/>\nWerbelink: Bestellen bei <a href=\"https:\/\/amzn.to\/2Onksem\"><em>amazon.de<\/em><\/a>.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Puppet Master-Filmreihe umspannt seit David Schmoellers erstem Streifen von 1989 bereits zw\u00f6lf Filme \u00fcber den Puppenmacher Andr\u00e9 Toulon, dessen Kreaturen mittels eines Elixiers zum Leben erweckt werden konnten; weil er diese Kr\u00e4fte nicht den Nazis in die H\u00e4nde fallen lassen will, bringt er sich lieber selbst um. 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