{"id":7776,"date":"2020-02-02T23:42:38","date_gmt":"2020-02-02T22:42:38","guid":{"rendered":"http:\/\/buttkickingbabes.de\/?p=7776"},"modified":"2020-02-03T00:26:25","modified_gmt":"2020-02-02T23:26:25","slug":"super-8-2011","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/buttkickingbabes.de\/?p=7776","title":{"rendered":"Super 8 (2011)"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/buttkickingbabes.de\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/super8_4.jpg\" alt=\"\" title=\"Super 8\" \/><\/p>\n<p>Es ist der Sommer des Jahres 1979: <em>Star Wars<\/em> und Spielbergs <em>Close Encounters of the Third Kind<\/em> sind erst zwei Jahre her, und gerade hat George A. Romero sich mit <em>Dawn of the Dead<\/em> richtig tief ins amerikanische Unterbewusstsein eingefressen. In einem Kaff im l\u00e4ndlichen Ohio macht sich darob eine Gruppe von Freunden daran, in den Sommerferien einen &#8222;Monsterfilm&#8220; zu drehen, wie Joes Vater (Kyle Chandler), der Deputy der Kleinstadt, das nennt \u2013 Erwachsene haben eben keine Ahnung. Charles (Riley Griffiths) m\u00f6chte sich mit seinem Zombiestreifen um Aufnahme bei einem kleinen Filmfestival bewerben \u2013 ausger\u00fcstet nur mit einer Handvoll Ideen, einem selbstgeschriebenen Drehbuch und dem Enthusiasmus einiger Freunde. <\/p>\n<p>Sie sind, wenn man so will, die letzte Generation von Nerds, die ohne Heimcomputer aufw\u00e4chst, und <em>Super 8<\/em>, der das Medium ihrer Wahl im Titel vor sich her tr\u00e4gt, setzt ihnen ein Denkmal, die mit Schminke, Latexelementen und selbstgebastelten Feuerwerksk\u00f6rpern einfach das machen, wonach sie sich sehnen. Das ist eine g\u00e4nzlich aktuelle Szenerie \u2013 schlie\u00dflich sind selbstgedrehte Filme heute mehr denn je en vogue \u2013 und zugleich eine ganz und gar nostalgische, in der sich alles vereint, was die Mythologie von Kindheit und Jugend im provinziellen Amerika der 1970er, 1980er Jahre hergibt.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/buttkickingbabes.de\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/super8_1.jpg\" alt=\"\" title=\"Super 8\" \/><\/p>\n<p>Mehr noch als ein Monsterfilm, zu dem <em>Super 8<\/em> nach und nach wird, ist er also ein Coming-of-Age-Drama als Abenteuerfilm, in Ernsthaftigkeit und Gestus irgendwo zwischen <a href=\"https:\/\/kinderfilmblog.de\/2013\/03\/die-goonies-1985\/\"><em>Die Goonies<\/em><\/a> und <em>Stand By Me<\/em>, denen es sich auch stilistisch und in seinen Figuren anschmiegt. Das alles f\u00fcgt sich auch zusammen in den Hauptpersonen hinter der Kamera: Produzent Steven Spielberg, dem Altmeister des Science-Fiction- und Abenteuerkinos (sein <em>E.T. \u2013 Der Au\u00dferirdische<\/em> ist hier auch stets pr\u00e4sent), und Regisseur und Drehbuchautor J.J. Abrams, der nicht zuletzt daf\u00fcr bekannt geworden ist, dass er alte Themen f\u00fcr ein neues Publikum aufzubereiten wei\u00df, von <em>Cloverfield<\/em> bis zum <em>Star Trek<\/em>-Remake.<\/p>\n<p>Joe (Joel Courtney), Charles und ihre Freunde wollen also den Zombiefilm drehen, und der sehr umtriebige Charles denkt sich f\u00fcr den Film noch eine kleine Liebesgeschichte aus, um ihn interessanter zu machen \u2013 es gelingt ihm sogar, die eher stille Alice (Elle Fanning) daf\u00fcr zu gewinnen, die alle beteiligten Jungs mehr oder minder heimlich verehren. Mit Alice betritt die spannendste Figur, mit Fanning die bemerkenswerteste Schauspielerin des jungen Ensembles die Leinwand \u2013 und wenn man an dessen Konstellation etwas zu bem\u00e4ngeln hat, dann die Abwesenheit Alices w\u00e4hrend eines guten Drittels des Films. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/buttkickingbabes.de\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/super8_2.jpg\" alt=\"\" title=\"Super 8\" \/><\/p>\n<p>Es gibt eine gro\u00dfartige Szene gleich zu Beginn des Films, als Charles auf einem verlassenen Eisenbahnhaltepunkt eine n\u00e4chtliche Abschiedsszene mit Alice und ihrem Film-im-Film-Ehemann Martin (Gabriel Basso) drehen will \u2013 Alice spielt ihre Rolle als verzweifelte Ehefrau so \u00fcberzeugend, dass die anderen Kinder mit den Tr\u00e4nen k\u00e4mpfen, und Fanning wechselt so \u00fcbergangslos von ihrer Film-im-Film-Figur zu Alice zur\u00fcck, dass auch den Zuschauern im Kino den Atem raubt. Und kurz darauf wird dieser Moment voller Emotionen und pr\u00e4zisem Schauspiel von einem Effektgewitter \u00fcberladen: Bei einem offenbar absichtlich herbeigef\u00fchrten Unfall entgleist direkt neben den Kindern ein Zug der Air Force \u2013 und nach und nach stellt sich heraus (den kinoerfahrenen Zuschauern ist es schon fr\u00fchzeitig klar), dass in einem der Wagons ein Wesen transportiert wurde, dass nicht in diese Welt geh\u00f6rt. (die Szene ist online verf\u00fcgbar)<\/p>\n<p>Es folgen dann die weitgehend unvermeidlichen Szenen, die zum gemeinsamen Motiv dieser Filme geh\u00f6ren: der Einmarsch des Milit\u00e4rs in die ahnungslose Kleinstadt, die T\u00e4uschung der Bev\u00f6lkerung, und nat\u00fcrlich haben nur die Kinder, auf die niemand h\u00f6ren will, eine vage Ahnung davon, was wirklich geschieht. Man findet also viele Szenerien des Monsterfilms, die man auch anderswo schon gesehen hat, und das auch noch bis in die Geschlechterordnung hinein oft allzu traditionell ausgerichtet. Gleichwohl wird <em>Super 8<\/em> nie langweilig und bleibt \u2013 Abrams macht da seinen Job hervorragend \u2013 durchweg unterhaltsam und spannend; den Zauber der allerersten Minuten, als sich alles nur um die Beziehungen der Kinder untereinander dreht, findet er allerdings nicht mehr wieder. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/buttkickingbabes.de\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/super8_3.jpg\" alt=\"\" title=\"Super 8\" \/><\/p>\n<p>Sein Publikum wird der Film als gut gemachter Monsterfilm mit deutlich komplexeren Figuren als im Genre sonst \u00fcblich aber dennoch finden; zumal er nicht nur als zeithistorisch fast schon be\u00e4ngstigend pr\u00e4zise nostalgische R\u00fcckbesinnung auf die Hochzeit des Genres funktioniert, sondern mit seiner (nicht minder genretypischen) Kritik an Technokratie und Technikgl\u00e4ubigkeit (der Unfall im Atomkraftwerk von Three Mile Island taucht explizit auf) auch gut in der Gegenwart funktioniert.<\/p>\n<p>Und nat\u00fcrlich haben sich mit Spielberg und Abrams zwei Kenner der Filmgeschichte ausgetobt: der implizit antisowjetische Unterton vieler Alieninvasionsfilme der 1950er und 1960er Jahre wird hier umgedreht, wenn die seltsamen Geschehnisse der Stadt \u2013 vom Monster und vom eigenen Milit\u00e4r verursacht \u2013 von den verschreckten Einwohnern einer geheimen Sowjetinvasion zugeschrieben werden.<\/p>\n<p>Der Artikel erschien zuerst im Juli 2011 auf <em>horrorblog.org<\/em> (<a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20110824044937\/http:\/\/www.horrorblog.org\/blog\/preview-super-8\/\">inzwischen offline<\/a>).<br \/>\nWerbelink: Bestellen bei <a href=\"https:\/\/amzn.to\/2RQN0it\"><em>amazon.de<\/em><\/a>.<\/p>\n<p>(Fotos: Paramount)<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist der Sommer des Jahres 1979: Star Wars und Spielbergs Close Encounters of the Third Kind sind erst zwei Jahre her, und gerade hat George A. 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