Monos – Zwischen Himmel und Hölle (2019)

Irgendwo in den südamerikanischen Bergen hält eine Gruppe von Teenie-Guerilleros eine Stellung, ein ziemlich heruntergekommenes Betontürmchen. Sie bewachen eine amerikanische Ingenieurin, die die „Organisation“ gefangengenommen hat, sie sollen außerdem noch auf die Kuh Shakira achtgeben, die ihnen als Leihgabe gestellt wurde. Sie nennen sich Rambo und Lobo, Pitufo und Bum Bum. Ab und an kommt ein Bote vorbei, der ihnen neue Aufgaben übermittelt, ansonsten halten sie den Kontakt zur Außenwelt nur über ein Funkgerät. In der nebligen Landschaft machen sie Übungen und Sport, am Lagerfeuer wird geknutscht und gefeiert.

Für wen sie kämpfen, interessiert Monos – Zwischen Himmel und Hölle überhaupt nicht – es könnte die FARC sein, aber über Ideologie oder Ziele wird nie gesprochen: die „Organisation“ scheint mehr Kult als Armee. Befehlsketten müssen eingehalten werden, bis zur letzten Minute des Films, bis dahin sieht man der Gruppe dabei zu, wie sie sich entwickelt, wie sie auseinanderfällt, wie die Sehnsucht nach körperlicher Berührung, Ängste und Konflikte die jungen Erwachsenen zerreißt. Zwischen gedankenloser Gewalt und Drama entzünden Alexis Dos Santos und Alejandro Landes in ihrem Film eine bild- und tongewaltiges Parabel über unsere Menschlichkeit, ein Herr der Fliegen in den Farbtönen des Dschungels.

Diese Kritik ist zuerst in der Deadline erschienen.