Über London Heathrow legt dichter Nebel den Flugverkehr lahm. Eine Reihe von VIP-PassagierInnen wartet also zunächst vergebens auf ihren Flug nach New York – darunter eine Frau, die mit ihrem Liebhaber zusammen ihren reichen Mann verlassen will, ein Filmproduzent, der das Land bis Mitternacht aus steuerlichen Gründen verlassen muss, und eine etwas schrullige Adelige, die ihr Einkommen in den USA aufzustocken versuchen will.
Anthony Asquith hat einen Ensemblefilm mit lauter ganz Großen gemacht: Liz Taylor, Richard Burton, Margaret Rutherford, Orson Welles, Maggie Smith, Rod Taylor. Und während vor allem Taylor und Burton als Ehepaar in der Krise viel Platz bekommen, zu strahlen und dabei gut auszusehen, während ihr Handlungsstrang so behutsam wie spannend voranschreitet, will aus dem Film nichts wirklich Ganzes entstehen, bekommt das Ensemble zu wenig Raum und Komplexität. Am Ende greifen schließlich alle Stränge ineinander und lösen sich; aber dennoch: Hotel International, etwa zwei Drittel spielen auf dem Flughafen, der Rest im Hotel, ist eher ein launiges Zeit- und Sittengemälde als berührendes Drama, ein Einblick in VIP-Realität anno 1963, mit persönlichem Empfangschef am Flughafen, Servicemitarbeiterinnen und Zigaretten überall.
Diese Kritik ist zuerst in der Deadline erschienen.