Der Dieb von Bagdad (1940)

Ein Film, natürlich, aus einer anderen Zeit. Der Dieb von Bagdad lässt sich Zeit, um in exotistischen Szenarien und grandiosen Kulissen zu schwelgen, begnügt sich manchmal mit schönen Bildern zu geheimnisvollem Gesang – und lässt dann mal eben einen hochhaushochen Geist aus der Flasche. 1940 waren die Bluescreen-Technik und die fantastischen Bilder neu und aufregend, bis heute sind sie noch wunderschön und bezaubernd, auch wenn die Romanze darin eher Zehennägel aufrollt.

Michael Powell, Ludwig Berger und Tim Whelan – drei Regisseure werden genannt, noch mehr waren beteiligt – haben Motive aus 1001 Nacht wild gemischt, frei nach Raoul Walshs gleichnamigem Stummfilmhit von 1924 (auch Lotte Reinigers Prinz Achmed winkt natürlich aus dem Hintergrund), und Filmgeschichte gemacht: Die Geschichte vom jungen, naiven Kalifen Ahmed und seiner Liebe zu einer schönen Prinzessin, sein Kampf gegen den bösen Großwesir Jaffar wird in buntesten Bildern und Abenteuern ausgebreitet, es gibt Magie, magische Wesen, wilde Wendungen und mechanische Spielzeuge.

Das hat das Kino verändert, Disneys Aladdin sowieso. Conrad Veidt brilliert als Bösewicht, Kinderstar Sabu als Titelheld, Wendung folgt auf Wendung, immer neue halsbrecherische Geschichten tun sich auf. Noch eine Geschichte, für noch eine Nacht?

Diese Kritik ist zuerst in der Deadline erschienen.