Ghostbusters: Legacy (2021)

Trevor und seine extrem nerdige 12-jährige Schwester Phoebe (Finn Wolfhard und Mckenna Grace) haben sich das bestimmt nicht ausgesucht, aber ihre Mutter ist pleite und schleppt sie deshalb mit in dieses Nest in Oklahoma, wo ihr frisch verstorbener Vater eine kleine Farm bewohnte und verfallen ließ. Im Krempel des Hauses findet Phoebe eine seltsame Apparatur, die der charmante Aushilfslehrer (Paul Rudd) als Geisterfalle aus den 1980ern erkennt – und warum gibt es in dem gottverlassenen Kaff jeden Tag Erdbeben?

Ghostbusters: Legacy deutet natürlich schon im Titel und in vielen kleinen Vorausdeutungen an, worauf das hinausläuft, aber egal: Das ist ein großer Spass. Viele Motive des ersten Films werden wieder aufgenommen, erst im Finale wird es dann etwas zu viel Fan-Service; der jüngst verstorbene Ivan Reitman war als Produzent beteiligt, sein Sohn Jason hat hier Regie geführt. Aber der Nachwuchs macht große Freude, für diese Altersgruppe ist der Film auch hauptsächlich gedacht; die Erwachsenen sind lange lustig ahnungslos, das hat so auch starke Spielberg-Vibes.

PuristInnen mögen die Nase rümpfen, sollten sich aber womöglich daran erinnern, dass Ghostbusters anno 1984 vielleicht auch nicht der absolute Höhepunkt intelligenter Unterhaltung war; Phoebes flache Science-Scherze jedenfalls öffneten mein Herz.

Diese Kritik ist zuerst in der Deadline erschienen.

Ghost Busters, like it’s 1954

Das ist ein hübsches Exerzitium in Sachen Stil und Zeitgeist, das wir hier vorgesetzt bekommen: Ein findiger und besehener Mensch hat sich mit Ghost Busters (1984) einen klassischen Mainstreamfilm der 1980er Jahre vorgenommen und aus alten Filmausschnitten und mit Hilfe suggestiver Schriftzüge und Musik einen Trailer gebastelt, der zeigt, wie eine Komödie gleichen Themas und Titels dreißig Jahre vorher vielleicht hätte aussehen können.

Es ist natürlich die Differenz, die hier instruktiv ist: Was im 80er-Jahre-Film zu sehen ist, aber für die fikitive Fassung unmöglich wäre, welche Star Personas als Darsteller in Frage kämen und welche Bedeutungs- und Persönlichkeitswolken sie mit sich herumtrügen, und natürlich: was technisch realistisch und möglich gewesen wäre. (Cinematical, wo ich das Video gefunden habe, hat freundlicherweise den Originaltrailer gleich dazugestellt.)