Burke and Hare (2010)

Werden heutzutage eigentlich noch Gräber ausgeraubt? Die Wikipedia beschäftigt sich unter “Grabraub” vor allem mit dem antiken Ägypten, und da geht es vor allem um den Diebstahl wertvoller Grabbeigaben; dabei gab (und gibt?) es natürlich auch Diebstähle, deren Ziel der Kadavererwerb ist. (Man findet sie unter “Leichendieb”.) Das ist nicht nur ist ein Horrorfreunden aus allen medialen Erscheinungsformen des Frankenstein-Mythos bekanntes Motiv, es war ja auch tatsächlich zum Beispiel für Mediziner und präziser Anatomen lange Zeit nahezu unmöglich, an ausreichend menschliche Körper zu kommen, um ihre Studien des menschlichen Körpers fortsetzen zu können.

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In der Geschichte der Anatomie ist das tatsächlich eine bedeutsame Auseinandersetzung, die schon im 15., 16. Jahrhundert, im Übergang zur Neuzeit also, in den Konflikten zwischen Wissenschaft und Religion eine Rolle spielte. Das Problem der Anatomen ist der Aufhänger für John Landis’ neuen Film Burke and Hare, der auf einer realen Geschichte beruht: Ende der 1820er Jahre wurden in Edinburgh eine Reihe von Morden begangen, die den beiden Iren Brendan Burke and William Hare zugeschrieben werden – offenbar ging es dabei um die Beschaffung von (möglichst frischen) Leichnamen für den Anatomen Robert Knox. Landis macht aus dem durchaus ernsthaften Stoff eine schwarze Komödie, die sich schon im Vorspann ankündigt (“This is a true story. Except for the parts that are not.”).

Bei Landis stoßen die beiden sympathischen, aber etwas unbeholfenen Ganoven Burke (Simon Pegg) und Hare (Andy Serkis) eher zufällig auf ihre Geschäftsidee, als sie einen in der von Hare und seiner Frau an Altersschwäche verstorbenen Mieter unauffällig entsorgen wollen, um Ärger mit den Behörden zu vermeiden. In einem Tresengespräch erzählt ihm ein Grabräuber, was man mit Leichen neuerdings verdienen könne (ein anatomischer Wettbewerb zwischen den beiden medizinischen Unterrichtsstätten der Stadt heizt den Preis zusätzlich an), und so lassen sich die beiden auf einen Deal mit Knox (Tom Wilkinson) ein.

Ist der erste Tote noch eines natürlichen Todes gestorben, so wird beim zweiten schon ein wenig nachgeholfen, und so rutschen die beiden nur halb widerwillig in eine Mordserie hinein, die ihnen reichlich Geld bringt, aber auch bald die Aufmerksamkeit der lokalen Mafia erregt… Landis macht aus dieser Geschichte ein ziemlich unterhaltsames Kostüm- und Ausstattungsabenteuer, in den blau-braun ausgeleuchteten engen Straßen und Behausungen der schottischen Stadt, noch spürbar präindustriell. Das ist schwärzlich angemalt, aber insgesamt eher unblutig. Dafür kombiniert Landis Versatzstücke der Gaunerkomödien (eine unfähige Polizei, hier: Militia, romantische Verstrickungen und sympathische Helden) elegant und durchaus unterhaltsam neu, aber das ganz aufregende Kinoabenteuer wird es dann eben doch nicht, den hübschen Gastauftritten von Tim Curry als Knox’ Widersacher Monro und von Christopher Lee zum Trotz.

Gut unterhalten wird man dennoch, und der Humor ist nicht so schenkelklopfend krachledern, wie (nicht von Landis, aber vom Sujet) zu befürchten wäre, sondern erlaubt sich kleine historische Spielchen, wenn er Burke, Hare und ihren Spießgesellen nicht nur die Erfindung des Begriffs “Fotografie”, sondern auch noch des Konzepts von Bestattungsunternehmen unterjubelt – was sogar im Rahmen der historische Epoche ungefähr hinkommt. Burke und Hare sind in diesem Kontext Archetypen ihrer Zeit: Hare als (prä-)kapitalistischer Unternehmer, der in der Beziehungsdynamik mit seiner Frau die Maximierung von Profit als Grundprinzip seines Handelns entwickelt. Burke hingegen ist fast schon ein “Renaissance man”, der sein Einkommen nützt, um die schönen Künste zu fördern, d.h. vor allem die schöne Ginny Hawkins (Isla Fisher), eine Schauspielerin, die schon als Prostituierte und Tänzerin gearbeitet hat und die erste nur mit Frauen besetzte Hamlet-Aufführung auf die Bühne bringen möchte – und in seiner nicht exklusiven Gewinnorientierung für die kommende Zeit des 19. Jahrhunderts eigentlich schon obsolet.

Fotos: Ascot Elite

Requiem pour une tueuse (2010)

Spätestens seit den diversen Nikita-Filmen und –Serien hat sich das Bild der gedungenen Auftragsmörderin im Kino ja etabliert, und das Poster für Requiem pour une tueuse sollte sicher darauf abzielen, das an ähnlichen Filmen gewöhnte Zielpublikum ins Kino zu locken, so groß ist die Ähnlichkeit zum Poster von Point of No Return.

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Das Marketingkonzept war aber wohl offenbar ungeeignet; der Film ist nach zwei Wochen schon fast ganz aus den Pariser Kinos verschwunden, was dafür spricht, daß das Regie- und Drehbuchdebüt von Jérôme Le Gris den Zuschauer_innen zumindest nicht das gegeben hat, was sie sich erwartet hatten. Und in der Tat ist der Film nicht der bleigeladene Actionthriller, der sich in der rot rauchenden Pistole ankündigt, sondern ein ganz anderer Thriller, mit erheblich ruhigerem Vorgehen und leider einigen Arrhythmien.

Lucrèce (Mélanie Laurent) ist Auftragsmörderin und deshalb viel unterwegs. Um endlich mehr Zeit für ihre achtjährige Tochter zu haben und sie nicht dauernd über ihre Arbeit belügen zu müssen, möchte sie aussteigen; ein genretypisch letzter Job soll ihr das ermöglichen, der Sänger Alexander Child (Christopher Stills) soll ausgeschaltet werden, weil er sich weigert, ein Stück Land in Schottland zu verkaufen, das ein großer Ölkonzern für seine neue Pipeline braucht. Also wird Lucrèce, die ohne große Ambitionen, aber mit viel Talent schon lange Gesangsunterricht nimmt, als Sängerin in das kleine Ensemble eingeschleust, das mit Child und anderen Musiker_innen in einem kleinen Schweizer Schlößchen Händels „Messias“ aufführen soll. Ebendort aber fahndet Geheimagent Rico (Clovis Cornillac) nach einem geheimnisvollen Killer, den die Polizei seit Jahren jagt…

Wer hätte gedacht, daß sich in Verbrechens- und Verbrechensbekämpfungskreisen so viele musische Talente verstecken? Der Killer als Sängerin, der Geheimagent spielt dazu Gitarre – und denkt doch zunächst einmal, der Mörder sei wohl der Gärtner. Das Wechselspiel der Intrige funktioniert hier tatsächlich recht gut, es wird getäuscht und laviert, daß es eine Freude ist; aber vorher schon drängte sich der Eindruck auf, daß die Tarnung als Sängerin (eine von vier Solist_innen) doch vielleicht etwas aufwendig und vor allem exponiert ist mit einem solchen Auftrag; wie dann auch überhaupt der ganze Film einen ziemlich gestelzten Eindruck macht, so ganz will sich das eine nicht zum anderen fügen bis ins Finale hinein, bis zu dem es immerhin noch einige leidlich interessante Wendungen gibt.

Le Gris versteht es durchaus, den Verdacht der Zuschauer_innen in die falschen Richtungen zu lenken, und macht davon auch reichlich Gebrauch; tatsächlich sogar so reichlich, daß man dieser Andeutungen überdrüssig wird und sie nicht mehr glauben mag; zu Recht, denn die Auflösung liegt längst überdeutlich und offen zutage.

Der Film hat also mit dramaturgischen und inszenatorischen Schwächen zu kämpfen, mich hat aber darüber hinaus auch noch die geschlechtliche Konstruktion der Hauptfigur nachhaltig irritiert, die zu sehr damit beschäftigt schien, sie gewissermaßen „trotz“ ihrer Arbeit möglichst „weiblich“ zu konnotieren. So ist Lucrèce (dem Poster zum Trotz) in keiner Szene des Films mit einer Schußwaffe zu sehen (anders als Rico natürlich), sie tötet vorzugsweise mit den klassisch „weiblichen“ Waffen, Tricks und Giften also, zur Not (siehe auch den Trailer) darf es auch einmal Sprengstoff sein.

Und dann ist da natürlich die Sache mit der Tochter, das hat schon Tarantino mit Kill Bill mitverhandelt, aber sowohl popkulturell aufgeladener als auch komplexer in den emotionalen Bedeutungen. Bei Le Gris wird daraus das ganz einfache Schema von der Mutter und ihrem Kind, für das sie die Arbeit fallen lassen will. Was danach kommt, wissen wir natürlich nicht, aber das Ende soll wohl als versöhnlich gelten.

Paul (2011)

Ich habe Paul Anfang der Woche in einer Avant-Première hier in Paris sehen, zu der ich dank films-horreur.com Zugang bekam. Dafür herzlichen Dank; die Paul-Besprechung der Site findet sich hier.

Paul ist seit 1947 unter uns, als er des nachts mitten in Wyoming auf einer einsamen Farm landete und dabei einen Unfall verursachte, der ihm zugleich seinen irdischen Namen einbrachte. Denn Paul kommt von einem anderen Stern (welcher genau, das ist gar nicht so wichtig) und hat seitdem irgendwo in den Räumen der Area 51 wohl ein ganz bequemes Leben geführt, der amerikanischen Regierung alle möglichen Tips und Steven Spielberg reichlich Inspiration gegeben – aber jetzt scheint es ihm doch an der Zeit zu sein, nach Hause zurückzukehren, und nach einem kurzen Telefonat macht sich der kleine Kerl aus dem Staub – und rast direkt in den nächsten Unfall hinein. Autofahren ist nicht so seins.

Stattdessen wird der Außerirdische von zwei Briten aufgegabelt, die gerade von der ComicCon und sich nun den lange gehegten Traum erfüllen, die bedeutendsten Plätze Amerikas abzufahren: The Black Mailbox, Area 51, … Obgleich beide bis zur Ohnmacht überrascht sind, ein echtes Alien vor sich zu haben, nehmen sie Paul mit an Bord ihres Wohnmobils und wollen ihm gerne helfen, an sein Ziel zu kommen. Ihnen auf den Fersen: Ein „Man in Black“ (mit zwei Gehilfen) sowie einige uramerikanische Gestalten.

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Paul von Greg Mottola (der zuletzt Superbad und Adventureland gemacht hat) ist von den ersten Momenten an ein Nerdfilm, und damit spielt er nicht verschämt herum, das stellt er schon offen in seinen beiden Protagonisten aus: Graeme Willy und Clive Gollings verkörpern ihre eigene Zielgruppe nahezu perfekt mit ihren unvollkommenen Körpern, den jeden Trend ignorierenden Frisuren und geeky T-Shirts. ComicCon, wo man sie zuerst sieht, ist natürlich das Mekka aller Film- und Aliennerds, und sie pilgern unter anderem dorthin, um ihr Idol, einen schmierigen Science-Fiction-Autoren (Jeffrey Tambor) zu treffen. (Gollings ist selbst Autor, und Willy illustriert seine Bücher. Bzw. das eine bisher schon veröffentlichte.)

Mit Simon Pegg und Nick Frost, die sich spätestens mit Shaun of the Dead einen festen Platz im Herzen der Filmnerds erobert haben, sind diese beiden Briten also perfekt besetzt; und natürlich haben sie, die auch im realen Leben beste Freunde sind, gemeinsam das Drehbuch geschrieben. Entsprechend werfen sie sich die Dialogbälle zu, später dann auch mit Paul (gesprochen von Seth Rogen) und Ruth (Kristen Wiig), die sie unterwegs aufgabeln und die Paul alsbald von ihrer religiösen Engstirnigkeit und ihrem Augenleiden erlöst.

So wird aus Paul als Road-Science-Fiction-Komödie dann zuallererst ein Buddymovie zu zweit/dritt/viert, in dem selbst die Romanze der bisher weitgehend ungeküssten Graeme und Ruth die Harmonie der Gruppe nicht wirklich stören kann; und zugleich ist es eine Alien-Geschichte in der Alien-Geschichte: Graeme und Clive sind nämlich in den USA spürbar fremd, die da wie eine Ansammlung der übelsten Vorurteile über Amerikaner_innen vorüberzieht: gewaltbereite Waffennarren, religiöse Fanatiker, homophobe Kleinstädter_innen.

Dabei ist der Film ja ein wohl austarierter britisch-amerikanischer Gemischtwarenladen mit vorwiegend amerikanischem Personal (was sicher der Vermarktung nicht schaden wird) – aber auch das amerikanische Zielpublikum wird sich wahrscheinlich in dieser Wahrnehmung als Fremde (im eigenen Land) wiederfinden.

Vor allem aber ist Paul ein extrem anspielungsreiches Stück Unterhaltung, in dem nicht-filmische Nerdismen ebenso eingebaut werden wie bergeweise Bezüge zu (vor allem) anderen Science-Fiction-Filmen, von den „Men in Black“, für die hier vor allem Spezialagent Zoil (Jason Bateman) steht, über, natürlich, E.T.: The Extra-Terrestrial und Close Encounters of the Third Kind bis hin zu einem schönen Aliens-Scherz samt Cameoauftritt von Sigourney Weaver. Dass die nicht-menschliche Hauptperson ein mindestens so großer Nerd ist wie seine britischen Gegenparts (und im filmischen Univserum verantwortliche Inspirationsquelle für zahlreiche der erfolgreicheren Science-Fiction-Geschichten des 20. Jahrhunderts) erleichtert nur die Einbindung dieser Scherze.

Und natürlich geht es hier nicht ganz jugendfrei zu: Die Größe von Pauls Geschlechtsorganen wird diskutiert („Spaceballs!“), Hunde und Agenten plattgemacht, und Paul ist ein großer Freund von nicht eben legalen bewußtseinserweiternden Substanzen. Aber dadurch macht es eigentlich alles nur noch viel mehr Spaß.

Addendum: Beim Guardian gibt es noch ein schönes Interview mit Sigourney Weaver und Jason Bateman zu sehen, samt vieler Ausschnitte aus dem Film.

Fotos: Universal

Gérardmer 2011: La Casa Muda (2010)

Manchmal kann ein Film ja aus den durchaus falschen – oder zumindest: nicht den wichtigsten – Gründen zu Ruhm kommen. Auf La Casa Muda trifft das insofern zu, als der Film vor allem dadurch ein wenig Bekanntheit erlangt hat, weil er sich als der erste Streifen vermarktete, der mit einer handelsüblichen Fotokamera in einer einzigen, durchgehenden Einstellung gefilmt worden sei. Nun ist es für einen kleinen Film aus einem international nicht eben viel in Erscheinung tretenden Land wie Uruguay im Grunde egal, mit welchen Methoden er sich ins Rampenlicht befördert oder befördern lassen kann – und ganz gelogen ist es ja auch nicht.

Gérardmer 2011 - SchriftzugNur ist eben der Umstand, daß in diesem Film kein Schnitt wirklich zu sehen ist (und die Macher, wenn überhaupt, nur eine sehr kleine Handvoll in schwarzblendigen Momenten hätten unterbringen können), zwar vielleicht ein Alleinstellungsmerkmal, aber nicht der Grund, warum man sich La Casa Muda (international: The Silent House – und als Silent House auch einem dem Vernehmen nach wohl recht ansehnlichen us-amerikanischen Remake unterzogen) ansehen sollte.

Womit der Erstling von Regisseur Gustavo Hernández allerdings sehr wohl wuchern kann, ist der Effekt der formalen Selbstbeschränkung: eine unheimlich (und unheimliche) dichte Atmosphäre, die der Film schon nach kurzer Zeit aufbaut und dann bis zum Schluß aufrechterhält – sie saugt die Zuschauer_innen in den Film hinein und sorgt für akute Herzinfarktgefährdung, wenn dann plötzlich diese Hand, scheinbar aus dem Nichts…

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Aber ich greife voraus. Die junge Laura (Florencia Colucci) und ihr Vater (Gustavo Alonso) sollen ein altes Haus samt seines Gartens ein wenig auf Vordermann bringen, da der Besitzer (Abel Tripaldi), der ein alter Freund des Vaters ist, es demnächst verkaufen möchte. Nur ins Obergeschoß sollen sie nicht gehen, weil dort der Fußboden schon recht morsch und beschädigt sei – doch genau von dort oben hört Laura seltsame Geräusche.

Der Rest ist von der Grundidee her Standardware des Horrorfilms, samt allerdings durchaus klug eingefädeltem Twist zum Schluß hin; und alles ist derartig clever und dicht inszeniert, daß man sich dem Film kaum entziehen kann. Das Team geht mit den (selbst auferlegten) Beschränkungen so kreativ und effektiv um, daß man immer wieder überrascht ist, wie viel Effekt sich mit wie wenig Ausrüstung offenbar erreichen läßt; die geringe Zahl der Einstellungen beweist zudem, mit wieviel akribischer Planung das Projekt angegangen worden sein muß.

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Foto: Sitges Film Festival

Gérardmer 2011: Quarantine 2: Terminal (2010)

Gérardmer 2011 - SchriftzugWer versteht, daß die Fortsetzung des Remakes von [REC] keineswegs das Remake der Fortsetzung von [REC] ist, kann sich schon mal ein, zwei Einzelstunden in formaler Logik sparen. Ein bißchen bizarr ist aber schon, daß man sich über so etwas überhaupt Gedanken machen muß, und spricht womöglich Bände darüber, daß es auch Filme gibt, die ihre Existenz auf originelleren Einfällen aufbauen.

Aber sei’s drum. Quarantine 2: Terminal nimmt also das renovierte Zombievirenmotiv wieder auf, daß Quarantine (meine Kritik) vor etwas mehr als zwei Jahren aus Spanien nach L.A. verpflanzt hatte. Das Remake blieb dabei dem Original bis in die Einstellungen hinein verpflichtet und ahmte also insbesondere dessen Found-Footage-Stil nach. Mit Quarantine 2: Terminal geht Debütant John Pogue insofern eigene Wege, als er sich gegen diesen dokumentarischen Kamerastil entschieden hat und stattdessen seine Geschichte in ganz traditioneller Form erzählt. Auch darin unterscheidet er sich von [REC] 2.

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Das Virus aus dem Mietshaus ist nun irgendwie an Bord eines Flugzeugs gelangt, das auf dem Weg von L.A. nach Westen ist; als ein Passagier mit den gewohnt unangenehmen Begleiterscheinungen (todesähnlicher Zustand, Gewaltausbrüche, Schaum vor dem Mund) erkrankt, wird ein kleiner Flughafen in der Provinz (anscheinend Las Vegas) angesteuert, wo sich Passagiere und Besatzung alsbald im angeschlossenen Terminal eingeschlossen, isoliert und quaratiniert wiederfinden – während sich unter ihnen natürlich die Infektion langsam ausbreitet.

Was dann folgt, ist allenfalls in der gewählten Lokalität ein wenig originell, weniger im Ablauf und in den zu erwartenden Todesfällen. Pogue gelingt es durchaus, aus Raum und Zwang die notwendigen klaustrophobischen und viszeralen Schrecken zu destillieren; und selten wirkte das Gepäckverteilungssystem eines Flughafens so labyrinthen wie hier. Nur ist auch all das in letzter Konsequenz weder neu noch hinreichend, und wer mehr als ein bißchen Unterhaltung sucht, die nur über die Todesreihenfolge letztlich egaler Figuren vermittelt wird, sollte sich vermutlich anderswo umsehen.

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Gérardmer 2011: I Saw The Devil (2010)

Daß die Jagd auf das Böse die Menschen nicht unberührt zurückläßt, daß der Versuch der psychologischen Annäherung als polizeiliche Ermittlungstaktik auch den Detektiv in Richtung des Bösen verschiebt: All das sind durchaus bekannte Motive aus dem Kriminalfilm, dem Psychothriller, all diesen Genres, in deren Wurmfortsätzen sich Moral und Ethik in ihre kleinsten Einheiten zermörsern lassen müssen, und auf der anderen Seite kommen die Heldinnen und Helden als geläutert, vernichtet oder beides heraus.

Gérardmer 2011 - SchriftzugWas wird also aus dem Jäger, wenn er das Böse mit dessen eigenen Mitteln jagt? Akmareul boatda, international als I Saw The Devil vermarktet, fragt danach mit großer Konsequenz und war dafür in Gérardmer der große Gewinner des Festivals, auch wenn der Hauptpreis für einen anderen südkoreanischen Film, Bedevilled, überreicht wurde. Man sieht hier einem Rachedrama von Shakespeare’schen Ausmaßen und Abgründen bei der Entfaltung zu, und dann wird es allerdings noch deutlich blutiger als selbst in ‚Tis Pity She’s a Whore von Shakespeares Zeitgenosse John Ford.

Ein Serienmörder (Min-sik Choi aus Oldboy) bringt die Verlobte eines Spezialagenten (Byung-hun Lee) der Regierung um, und der nutzt seine zwei Wochen Zwangsurlaub nach dieser Tragödie dazu, den Täter zur Strecke zu bringen. I Saw The Devil erledigt allerdings die unvermeidlichen Bestandteile dieser Konstruktion (Motivation, Suche nach dem Täter, erste Konfrontation) in der ersten Stunde des 140-Minuten-Films und nutzt den reichlichen Rest der Zeit dafür, das Aufeinanderkrachen des selbstgerechten Rachewillens mit dem absolut Bösen zu dokumentieren – und deren Annäherung in den Extremen.

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Der Täter Kyung-Chul ist nämlich nach beschämend kurzer Suche gefunden und eindeutig identifiziert (dem Publikum ist er eh schon seit den ersten Minuten bekannt; die Polizei spielt praktisch keine Rolle und ist also mindestens unauffällig und untätig), dann aber läßt der Agent ihn wieder frei, nur um ihm alsbald aufs Neue nachzustellen und ihm immer wieder neue Verletzungen, neue Schmerzen zuzufügen. Mit anderen Worten: I Saw The Devil packt in seine erste Stunde, was anderen Filmen für ihre ganze Laufzeit gereicht hätte, und legt dann Schweiß, Blut und Tränen erst so richtig obendrauf. Und da Kyung-Chul natürlich bald begreift, wohin der Hase läuft – und als Verkörperung eines uneingeschränkt und hemmungslos bösartigen Geistes versteht er zudem, worauf sich der Protagonist eingelassen hat, bevor dieser es selbst begreift – stehen sich die beiden Antagonisten bald auf Augenhöhe gegenüber.

Der Film kulminiert so zur moralischen wie ästhetischen Grenzerfahrung, in dem sich Gut und Böse in einer Orgie von Gewalt und Blut einander annähern.

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Gérardmer 2011: The Hunters (2011)

Gérardmer 2011 - SchriftzugMit The Hunters war in Gérardmer außer Konkurrenz und als Abschlußfilm ein weiterer Erstling zu sehen: der französische Hauptdarsteller und Regisseur Chris Briant ging das Projekt aber gleich mit internationaler Ausrichtung und Besetzung an und drehte seinen Streifen in englischer Sprache. Die französische Produktion entstand zum Teil in der Region Lorraine und fand sicher auch deshalb ein warmes Plätzchen im Programm des Festivals.

Der Film beginnt mit einem einigermaßen undeutlich gehaltenen Setting – eine Stadt im möglicherweise nordamerikanischen Irgendwo. Die Zeiteinteilungen in Zwischentiteln („The last week“, „The last day“) suggerieren einen Countdown, von dem die Protagonisten aber offenbar noch nichts wissen: Eine Handvoll frustrierter Männer (v.a. Steven Waddington und Tony Becker), die zunächst recht sympathisch und freundlich wirken und dann immer seltsamere Verhaltensweisen zeigen, eine junge Frau (Dianna Agron) sowie der Le Saint (Briant), nach traumatischen Erfahrungen in Afghanistan frisch in den Polizeidienst eingetreten und schon von seinem Chef (Terence Knox) herzlich genervt.

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Le Saint soll einen wichtigen Kronzeugen treffen und in Sicherheit bringen und wird schon in der Wahl des Treffpunktes von oben gemaßregelt. Schließlich kommt es beim Ortstermin zum fatalen Zusammentreffen aller Protagonisten, bei dem sich die Motive und Handlungen aller Beteiligten offenbaren…

The Hunters läßt sich fast die Hälfte seiner Laufzeit bis zu dieser Offenlegung, und bis dahin gelingt es ihm auch einigermaßen clever, das Kommende zu verbergen – jedenfalls für Menschen wie mich, die den Film nach weniger als sechs Stunden Schlaf bei einer frühmorgendlichen Pressevorführung zu Gesicht bekamen. Etwas wachere Zuschauer werden sich vermutlich schon allein aufgrund des Filmtitels so ihre Gedanken machen darüber, was sie wohl im letzten Drittel noch erwarten wird.

Leider legt der Film dann aber auch den Schleier des Rätselhaften ab, und es wird nur allzu deutlich, daß Briant ein filmisch allenfalls durchschnittliches Verwirrtheater inszeniert hat, dessen anfängliche Geheimniskrämerei im Nachhinein recht aufgesetzt wirkt – und der sich am Schluß dann auch deutlich zu lange hinzieht. Gerade im Blick auf das Gesamtensemble wird zudem überdeutlich, daß Briant mit seiner Rolle als Le Saint völlig überfordert ist bzw. es ihm nicht gelingt, dessen eh schon papierdünne Persönlichkeit mit mehr als behauptetem Leben zu versehen.

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Gérardmer 2011: Hybrid (2010)

Gérardmer 2011 - SchriftzugWann eigentlich kommt der Zeitpunkt, an dem an Filmschulen wirklich gelehrt wird, daß man nur mit einigermaßen interessanten Figuren Spannung zu erzeugen vermag? Die schalen Abziehbilder menschlicher Existenz, die sich in der städtischen Autowerkstatt versammeln, die der Schauplatz für die Ereignisse in Hybrid ist, eignen sich jedenfalls nicht dazu. Es gibt genau eine Figur, der man ein bißchen Sympathie, und eine, der man dezidiert Antipathie entgegenbringt – aber beide sind gleichwohl immer noch so flach, daß man das kaum als emotionale Verbindung benennen will; es ist wohl eher eine im Stammhirn anzusiedelnde Reaktion auf dumpfeste Dialogreize.

Wobei man „Dialog“ hier nicht als etwas mißverstehen sollte, in dem zwei Menschen miteinander sprechen und vielleicht auf das von der anderen gesagte etwas zu erwidern hätten; in Hybrid ist fast immer ziellose Konfrontation in den Gesprächen angelegt, so es nicht um Anweisungen, ausbuchstabierte Exposition oder die Verlautbarung des eh‘ offensichtlichen geht.

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Eine Handvoll Ausnahmen von dieser Regel gibt es, und sie beschreiben die Momente, in denen der Film vergißt, daß er eigentlich ein irgendwie ernstzunehmender Film über ein besessenes, vielleicht auch außerirdisch oder sonstwie fremdartiges, jedenfalls: menschenfressendes Auto ist. Ja, die Grundidee kennt man natürlich womöglich aus Christine. Oder eben auch nicht: Aber die Grundidee dahinter könnte eigentlich so überzogen-verrückt sein, daß dies den Film retten würde. Wäre Hybrid nur ganz bei sich, bereitwillig Trash, in dem Sätze so jenseits von Logik und Verstand fallen, daß sie das Ganze schon wieder unterhaltsam machen.

Denn der mühsame Aufhänger, der löchrige Plot und die stereotypen Figuren (meine Güte, Oded Fehrs Rolle ist ja noch eindimensionaler als sein Auftritt bei Resident Evil!) sind es natürlich nicht, die aus diesem Streifen interessante Abendunterhaltung zu machen vermöchten, auch der Hinweis auf die geradezu aristotelische Einheit des Erzählten (Raum, Zeit, etc.) hilft da nicht – es könnte eigentlich nur die Hingabe ans Schrottige – in Blech wie in Zelluloid – hier zu Größe verhelfen. Indem er aber nicht sein will, was er ist, läßt sich Hybrid nur selten ertragen.

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Gérardmer 2011: Cold Prey 3 (2010)

Gérardmer 2011 - SchriftzugDer dritte Film der schwedischen Horrorserie ist kein Sequel zum zweiten Film – der mit dem womöglich endgültigen Tod des Bösewichtes endete –, sondern vielmehr ein Prequel, der zumindest Teile der Vorgeschichte beleuchtet, die in den ersten beiden Filmen ja doch etwas weniger detailliert zur Sprache kam.

Das Wesentliche wird in den Anfangsszenen abgehandelt: Wie nämlich aus dem von seinem Vater mißhandelten und abgelehnten Jungen ein Mörder wird, der seine Eltern, Halloween läßt grüßen, kurzerhand dahinmeuchelt. Um dann zwölf Jahre später mit einer Gruppe von sechs jungen Leuten konfrontiert zu werden, die sich aus Jux für eine Nacht im früher von seinen Eltern betriebenen Hotel einnisten wollen.

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Das klingt bekannt? Natürlich ist das wie ein Echo des ersten Cold Prey-Films von Roar Uthaug, auch wenn da der Ausflug im Winter stattfand und das Hotel nur unfreiwillig besucht wurde. Aber die Handlungseffekte sind die gleichen: Böser Junge jagt junge Leute. Wobei der Jagdcharakter dieser Veranstaltung hier deutlicher noch als in den Vorgängerfilmen betont wird (zumal die Handlung fast durchweg im Wald spielt und reichlich klassische Jagdwaffen zum Einsatz kommen).

Wesentlich Neues hat Cold Prey 3 dabei nicht zu bieten. Das ist, von den Figuren bis zur Umsetzung, handwerklich solide, aber meist nicht besonders einfallsreich. Der Film geht verhältnismäßig sparsam mit seinem Personal um und hebt sich einige der Protagonist_innen wirklich bis kurz vor Schluß auf, was man aus vergleichbaren Abzählreimstreifen auch schon anders kennt. Zwischendrin gibt es einen Moment, in dem man befürchten muß, Regisseur Mikkel Brænne Sandemose wolle die Spannung zugunsten der Goremomente vernachlässigen, aber das legt sich rasch wieder.

Das Hauptproblem dieses dritten Films ist natürlich, dass man im Grunde schon wissen kann, wie es ausgehen muß, damit dann – in der diegetischen Chronologie – die Ereignisse des ersten Films möglich sein werden; ein Grundproblem aller nachgereichten Vorgeschichten, dass hier immerhin in seinen knapp wirkenden 95 Minuten einigermaßen stilvoll ignoriert wird.

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Gérardmer 2011: The Troll Hunter (2010)

The Troll Hunter (Trolljegeren) beginnt, wie so viele Found-Footage-Filmchen der letzten Jahre, mit der Behauptung von Authentizität: Das Filmmaterial sei anonym eingegangen, und natürlich habe man es geprüft und für authentisch befunden, aber man möge doch bitte selbst entscheiden. Was dann folgt, erinnert schon sehr an Cloverfield (oder auch Diary of the Dead): Ein kleines Filmteam von Studenten einer norwegischen Provinzhochschule will einen kleinen Dokumentarfilm darüber machen, wer ohne Genehmigung in ihrer Gegend Bären tötet.

Gérardmer 2011 - SchriftzugSie stoßen alsbald auf den verschlossenen Jäger Hans (Otto Jespersen), der aber gar nicht hinter Bären her zu sein scheint – und werden von ihm, nachdem er sie vergeblich abzuweisen versucht hat, schließlich leicht entnervt auf die Jagd mitgenommen, weil er möchte, daß die Welt verstehe, unter welchen katastrophalen Arbeitsbedingungen er seinen Pflichten nachkomme. Und die Norweger_innen davor beschütze, von wild umherstreifenden Trollen aufgefressen zu werden.

The Troll Hunter bleibt konsequent in der Perspektive der studentischen Filmkamera – und geht damit deutlich weiter als die genannten Vorbilder –, will aber gar nicht unbedingt ein Monsterfilm im klassischen Sinne sein. Denn was den kleinen (vielleicht einen Hauch zu langen) Streifen im Wesentlichen auszeichnet ist der Wille, hier ein magisch angehauchtes, unheimliches Paralleluniversum zu schaffen, das sich nur an den Rändern von unserem unterscheidet, aber von Hans‘ Erzählungen und durch die Erfahrungen der Student_innen immer weiter ausgeformt und präzisiert wird. Regisseur André Øvredal hat sich in seinem Drehbuch viel Mühe gegeben, eine stimmige, konsequente neue Welt vorzubereiten. Dadurch sieht man dann die ganz gewöhnliche (unsrige) Welt auf einmal mit anderen Augen, Hochspannungsleitungen, ausgewilderte Tiere, das alles bekommt neue Bedeutung, neue Zwecke.

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Mich erinnert das ein wenig an das Verfahren, das Philip Pullman in der His Dark Materials-Trilogie verwendet hat, in dem sich die Verschiebungen zu unserer realen Welt nur ganz unterschwellig einschleichen. Hier kommen sie zwar vergleichsweise deutlich dahergetrampelt (in Form riesenhafter, hungriger Trolle), aber die Methode ist nicht weniger bezaubernd. Da vergißt man gerne, daß die Figuren ein wenig blaß bleiben, weil sie zum Beispiel nicht allzu viele Konflikte untereinander auszutragen haben – stattdessen rückt eben hier die seltsame neue Welt in den Vordergrund.

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