Oscarwoche: How To Train Your Dragon

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Für irgendwann schulde ich diesem Film noch eine ausführliche Besprechung, dem heimlichen Star des Animationsjahrgangs 2010, der vor allem von Toy Story 3 so stark überstrahlt wird, daß man ihn kaum zu sehen bekam. Zudem verfehlte die Marketingkampagne großflächig das Ziel, die eigentlichen Stärken des Films von Dean DeBlois und Chris Sanders hervorzuheben, der weniger actionreiche Drachenkampfgeschichte ist, sondern viel mehr eine clevere Kombination von Coming-of-Age (ein bißchen), Underdog-Story und Actionkomödie ist – und darüber hinaus in seiner politischen wie ästhetischen Positionierung der bessere, der leichtere, der ehrlichere Avatar. So wenig originell es sein mag, den schwächlichen Sohn eines Wikingerhäuptlings zum Helden zu machen, der dann seine intellektuelle wie emotionale Intelligenz zum Vorteil aller einsetzt (hallo, Wickie!), so grandios unterhaltsam wird das hier umgesetzt.

Nominiert für: Best Animated Feature, Best Original Score (2)

Chancen: Als bester Animationsfilm hat How To Train Your Dragon wohl gegen Toy Story 3 keine Chance (zumal dieser doch noch um einiges komplexer und mitreißender ist); bei der Filmmusik traue ich mir kein Urteil zu, aber ein Oscar für diesen Film würde mich doch sehr, sehr freuen.

Oscarwoche: Oscar’s Oscar Predictions

Wie Hinz, Kunz und ich hier gibt auch Oscar aus der Sesamstraße seine Vorhersagen für die Oscars 2011 ab:

(via)

Für etwas ernsthaftere, informiertere Positionen empfiehlt sich die Reihe von „Oscar Predictions“ bei The House Next Door, die Betrachtungen von Scott Feinberg oder Brad Brevets Vorhersagen.

Oder wahlweise, wenn Ihnen sonst nichts einfällt, fragen Sie doch einfach die Kellnerinnen ihres lokalen Hooters-Restaurants. Au weia.

Oscarwoche: Iron Man 2

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Nach dem durchaus schwerst unterhaltsamen ersten Iron Man (meine Kritik) war fast schon zu erwarten, daß die Fortsetzung nicht ganz mithalten können würde; und in der Tat bekam man in Iron Man 2 ein lautes, überladenes Spektakel zu sehen, das sich mit dem ironischen Gusto des Vorgängers nicht messen lassen konnte. Der Film wirkt letztlich wie eine zweite Eröffnung, eine Vorbereitung auf die ganzen vage angekündigten Avengers-Filme, in der so viele Figuren schon mal eingeführt und positioniert werden, daß vom eigentlichen Film selbst nicht viel übrigbleibt außer einem immer noch leidlich unterhaltsamen Stück Krawummskino.

Nominiert für: Best Visual Effects (1)

Chancen: Vor allem wegen der Konkurrenz von Inception und Alice in Wonderland und damit völlig zu Recht stark gegen Null tendierend.

Oscarwoche: Kynodontas [Dogtooth]

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Kynodontas ist ein ganz und gar eigener Film, der sein eigenes kleines, abgründiges Universum mit niemandem teilen muß: Eine kleine Familie, Mutter, Vater, drei fast erwachsene Kinder, leben außerhalb einer Stadt in einem ganz abgeschiedenen und abgeschotteten Haus. Der Vater fährt täglich zur Arbeit, aber die Kinder werden systematisch von der Außenwelt abgeschottet und mit wilden Geschichten von deren Gefahren innen gehalten. Bis in die Verästelungen der Sprache und des Lebens hinein treibt Regisseur Giorgos Lanthimos dieses Spiel und versteckt die innere Dramatik gekonnt hinter unerträglich ruhigen Bildern. Erscheint im April endlich (in der Störkanal Edition) auch in Deutschland auf DVD. (Wenigstens das, wenn man schon keinen Kinostart spendiert bekommt…)

Nominiert für: Best Foreign Film (1)

Chancen: Vielleicht täusche ich mich (das würde mich freuen), aber mir erscheint Kynodontas zu sperrig, zu schwierig für einen Oscar zu sein. Fast hat man den Eindruck, legt man den Film neben die anderen, expliziter sozialkritischen Nominierten, als sei er genau dieser Sperrigkeit halber nominiert worden: Als freundliches Zunicken für harsche Filmkost. Eher chancenlos.

Oscarwoche: The King’s Speech

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The King’s Speech ist für mich nach wie vor nicht zuletzt deshalb ein starker Film, weil er aus einer extrem fade klingenden Idee (Stotterer lernt, flüssiger zu sprechen) eine durchaus packende Geschichte zu stricken weiß. Mich hat auch nicht so sehr gestört, daß der Film natürlich unter der Oberfläche ein royalisiertes Buddy Movie ist. Daß der Film es mit der historischen Wahrheit in vielen Punkten nicht so genau nimmt (Slate, blogscanada; via), ist meines Erachtens nach deshalb nicht so bedeutsam, weil diese Verdrehungen keine Punkte betreffen, über die der Film politische Aussagen treffen will; ärgerlich sind sie bei einem derart populären Film gleichwohl doch.

Denn beliebt ist er: Das Publikum kommt (wie zu Black Swan auch) in Strömen, der Film wurde mit BAFTAs überhäuft, und auch ein Großteil der Presse ist einigermaßen hingerissen. Die Kameraführung wird allerdings dann oft ebenso belächelt wie das eher schwachbrüstige Drehbuch, und letztlich sei, da gibt es mehrere Stimmen, der Film

nach dem Standardrezept vom triumphal bewältigten Handicap gebacken […], mit dem man Oscars gewinnt.

Nominiert für: Best Picture, Best Director (Tom Hooper), Best Actor (Colin Firth), Best Supporting Actor (Geoffrey Rush), Best Supporting Actress (Helena Bonham Carter), Best Original Screenplay, Best Cinematography, Best Editing, Best Art Direction, Best Costume Design, Best Original Score, Best Sound (12)

Chancen: In den Hauptkategorien sind die Chancen wohl recht gut, auch wenn vor allem The Social Network da nicht weniger aussichtsreich ist. Vor allem ist Firth ein echter Favorit für die kleine Goldstatue. Interessant wird sicher die Frage werden, ob Helena Bonham Carter (als zukünftige Queen Mum) den Oscar bekommt, und ob die Auszeichnung für den Best Sound ebenfalls an diesen Film geht, bei dem sich so viel um Geräusche dreht, die aus Colin Firths Mund (nicht) kommen.

Addendum: Inzwischen hat jemand festgestellt, daß eines der wichtigsten Sets von The King’s Speech zuvor (unter anderem) für einen Schwulenporno verwendet wurde. Ich finde das ja eher amüsant, die Academy womöglich weniger; auf die Oscarchancen für „Art Direction“ wird sich das nicht auswirken, weil die Abstimmung zum Zeitpunkt des Bekanntwerdens bereits beendet war. Aber die Pressestimmen zu lesen, wenn The King’s Speech diesen Oscar gewinnen sollte – vor allem die Überschriften – das wäre doch lustig und womöglich etwas fremdschäm-peinlich.

Oscarwoche: Alice in Wonderland

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Tim Burtons Variation auf den Klassiker von Lewis Carroll ist bei der Kritik ja ziemlich einhellig durchgefallen; ich selbst fand ihn wirklich unterhaltsam (und habe ihn an dem Abend auch wirklich nur zu dem Zweck gesehen, unterhalten zu werden). Meine Erinnerung an den Film, der natürlich alles andere als eine werkgetreue Verfilmung von Lewis Carrolls Roman ist, ist dadurch womöglich nicht besonders präzise – aber es wundert nicht, daß der Film ausschließlich in Kategorien nominiert wurde, die unmittelbar den visuellen Eindruck betreffen.

Nominiert für: Best Art Direction, Best Costume Design, Best Visual Effects (3)

Chancen: Der Film hat vor allem bei den Spezialeffekten mit Inception einen starken Gegenkandidaten, so daß ich noch am ehesten an einen Preis für Art Direction und/oder (noch eher) Costume Design glaube, denn beides war durchaus vortrefflich.

Oscarwoche: Salt

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Ich fand diese Agentinnen-Actiongeschichte mit Angelina Jolie ja erheblich besser als die meisten meiner Kolleg_innen, was vermutlich nicht nur an meinem Soft Spot für Angelina Jolie liegt, sondern auch daran, daß Salt vielleicht der einzig solide, ernsthafte und gelegentlich auch harte Agentinnenfilm der vergangenen Jahre ist. Frauen werden immer noch zu selten in solche Rollen besetzt, und gerade im Vergleich zu den Agent_innenkomödien des vergangenen Jahres – namentlich Killers (meine Kritik) und Knight and Day – mit ihren vorsintflutlich anmutenden Geschlechtermodellen ist dies eine angenehme Abwechslung, die sich, bei aller Hanebüchigkeit in vielem, jedenfalls nicht hinter den meisten, männlich besetzten Agentenfilmen verstecken muß. (Und ja, natürlich sind die Bourne-Filme interessanter und die besseren Bonds auch besser.)

Nominiert für: Best Sound (1)

Chancen: Praktisch null.

Oscarwoche: Black Swan

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Ein großartiger Film ist das, visuell geradezu erschütternd intensiv, vor allem aber mit einer herausragenden Natalie Portman in der Hauptrolle, die sich nicht zuletzt intensiv und völlig überzeugend auf ihre Rolle als Ballettänzerin vorbereitet hatte (und jetzt ihren Choreographen heiratet und mit ihm ein Kind bekommt). Das Einzige, was mich wirklich von totaler Begeisterung für den Film abhielt, war der Umstand, daß ich die Grundkonstruktion des Drehbuchs (die ich hier jetzt nicht verraten möchte) allzu rasch durchschaubar fand und mich das oft genug aus dem Film herausriß. Das ist womöglich eine sehr subjektive Einschätzung; zugleich fand ich das Drehbuch aber gerade darin clever, wie es die Geschichte von Schwanensee, die darin getanzt werden soll, in den Film selbst wieder einwob.

Nominiert für: Best Picture, Best Director (Darren Aronofsky), Best Actress (Natalie Portman), Best Cinematography, Best Editing (5)

Vage Prognose: Zumindest Ms Portman dürfte der Oscar wohl sicher sein, trotz der würdigen Konkurrenz (Annette Benning hat angeblich aber auch noch Chancen) mit allem Recht; und außerdem haben wahnsinnige Frauen einfach bessere Chancen. Auch die anderen Trophäen wären verdient, aber da sind vor allem mit The King’s Speech und The Social Network zwei große Favoriten für einen Oscardurchmarsch ebenfalls präsent.

Oscarwoche: Toy Story 3

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Ich habe an anderer Stelle schon ausführlich beschrieben, daß und warum ich Toy Story 3 für einen ganz und gar großartigen Film halte – eine nahezu perfekt ausgewogene Mischung aus Drama, Abenteuer und Action, das alles mit ein bißchen Schnulze und reichlich Tränendrüse. Hach. Darüber hinaus ist auch dieser Pixar-Film technisch großartig, die Story mitreißend und all das.

Nominiert für: Best Picture, Best Animated Feature, Best Adapted Screenplay, Best Original Song, Best Sound Editing (5)

Vage Prognose: Für Best Picture scheint die Konkurrenz doch etwas zu groß zu sein, aber Best Animated Feature ist Toy Story 3 wohl so gut wie sicher; für nicht unwahrscheinlich halte ich es auch, daß es obendrauf noch einen der anderen Oscars gibt, immerhin ist der Film in ungefähr allen Kategorien nominiert, in denen man einen Animationsfilm erwarten könnte.