Autsch. Ein kleiner Film von Eric Kaplan (Drehbuch; der Mann hat schon für Futurama und The Big Bang Theory geschrieben) und Matt Danner (Regie).
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Autsch. Ein kleiner Film von Eric Kaplan (Drehbuch; der Mann hat schon für Futurama und The Big Bang Theory geschrieben) und Matt Danner (Regie).
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Vielleicht muß ich ja in die latent kulturkritische Klage einstimmen, daß die Jugend von heute schon so verroht sei, daß man ihr keine Angst mehr machen kann. Oder in das absurde Gejammer von Seiten der FASZ über die angeblich nicht zutreffenden Kennzeichnungen der FSK. Aber eigentlich halte ich das für Blödsinn, und sehe die Eltern (und damit meine ich jetzt, ganz ernst, zu allererst: mich) in der Verantwortung, sich bei Filmen vorher bewußt zu werden, was sie ihren Kindern zugänglich machen wollen und warum.
Und daher würde ich zum Beispiel einem sechsjährigen Kind den ab diesem Alter freigegebenen Film Monster House nicht zeigen – weniger, weil ich glaube, daß der Film seine Entwicklung beeinträchtigen, sondern vielmehr, weil er ihm wahrscheinlich einen ganzen Wurf an ziemlich beeindruckenden Ängsten in den Kopf setzen würde. Denn Monster House, der ostentativ als Kinderfilm positioniert wird, ist vor allem ein Grusel-, wenn nicht gar ein Horrorfilm, auch wenn natürlich nie ein Tropfen Blut fließt. Erst ganz am Schluß, wenn im Abspann alle vermeintlichen Opfer nur mit leichten Kratzern wieder auftauchen, wird dem ganzen Budenzauber ein wenig die Bösartigkeit wieder ausgetrieben, die der Film vorher vor allem visuell mit viel Einsatz hergestellt und gehalten hat.
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Das Nachbarhaus des frisch pubertierenden DJ, so geht die Geschichte, ist offenbar verhext, besessen gar, und als dessen feindseliger Bewohner Mr. Nebbercracker nach einem Unfall wie tot weggebracht wird, verschwinden erste Leute darin. Schließlich machen sich DJ, sein Freund Chowder und die junge Jenny, die dem Tod durch Haushunger nur knapp entronnen ist, daran, den Spuk zu beenden.
Die Animation der Figuren schwankt zwischen recht gelungen (vor allem der genervte Gang von Babysitterin Zee ist überzeugend, und das Haus bewegt und verändert sich auf gar schröckliche Weise – diese Mimik!) und tief im Uncanny Valley der Animation – ein wenig soll das irgendwie, Robert Zemeckis läßt als ausführender Produzent schön grüßen, in Richtung Photorealismus gehen, und das geht gnadenlos schief.
Immerhin ist die Handlung mit ein, zwei Ausnahmen recht straff organisiert, gelegentlich finden sich sogar witzige Stellen („What is your problem?“ – „Ahm. Puberty. I’m having lots of puberty!“) und es bleibt sogar Platz für anderthalb interessante weibliche Figuren (die aber gleichwohl nicht den Raum bekommen, den sie verdienten. Ach, nie endende Klage).
Nachdem der Film seine richtig angstmachenden Momente hinter sich gelassen, den Verdauungstrakt des Hauses thematisiert und das Rätsel um das Gebäude aufgeklärt hat, wandelt sich die Story noch schnell zu einer klassischen Abenteuergeschichte, samt Verfolgungsjagd, Sprengstoff und großen Maschinen. Hinter allem aber lauert ein fast schon an Braindead gemahnendes Konstrukt mit einer übermächtigen Frauenfigur (die zwar als Liebespartnerin beschrieben wird, m.E. ob ihrer Physis aber als Mutterfigur erscheint) ohne Maß. Und diese finde ich, ehrlich gesagt, schon wieder so problematisch und so unterkomplex, daß ich allein wegen ihr diesen Film meinen Kindern nicht zeigen würde. Oder sonst jemandem zur Ansicht empfehlen.
Aus den Aardman Studios kommen mit dem ersten Trailer zu Arthur Christmas erfreuliche Aussichten fürs nächste Jahr:
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Wir hatten viel Spaß in Disneys neuem Märchenfilm Tangled, dessen deutscher Verleihtitel präzise passend beginnt („Rapunzel“) und auf dem Niveau deutscher Fernsehcomedy verendet („Neu verföhnt“, WTF?). Denn der Film, wie auch in meiner ausführlichen Besprechung nachzulesen ist, ist flott, witzig, ein wenig schmalzig, wie es sich für Disney-Streifen zu Weihnachten gehört, also vor allem: erfolgreich unterhaltsam.
Daß die Geschlechterverhältnisse immer noch nicht wirklich als modern gelten dürfen, habe ich in meiner Kritik angedeutet, ausführlich und komplexer hat das Natalie Wilson bei Women & Hollywood diskutiert. Denn obwohl Rapunzel in der Disney-Version schon ganz schön frech, selbstbewußt und eigen ist, sie braucht doch immer noch den Mann, um errettet und befreit zu werden – sexuelle Untertöne (die Kinder werden sie übersehen, die Erwachsenen nicht übersehen können) eingeschlossen.
Aber der Abend war einfach vergnüglich (ein Sonntagabend ohne Kinder…) und das lag auch daran, daß wir bei der Vorpremiere im Grand Rex, das schon allein seines außergewöhnlichen Innenraums wegen einen Besuch wert ist (Größe und Dekor kann man auf den Fotos hier immerhin erahnen) nicht wußten, was uns erwarten würde. Das Kino war schon im Vorraum ganz auf den Film ausgerichtet (siehe Foto oben, meins), und als Vorprogramm war „La Féérie des Eaux“ angekündigt – wir Ahnungslose dachten an eine kleine Vorführung, eher noch einen Kurzfilm… weit gefehlt.
Das Grand Rex verfügt, weil es nicht nur Kino ist, über eine richtige Bühne, und diese läßt sich offenbar wasserfest machen, so daß für eine Show mit Springbrunnen, Laserstrahlen und Musik Platz und Möglichkeiten bereitstehen. Zumal in diesem Raum, der für 2650 Personen Platz bietet, eine fast surreale Erfahrung, die das ausschließlich erwachsene Publikum von vielleicht fünfzig Zuschauer_innen (es war die englischsprachige Abendvorstellung) mit großem Amüsemang aufsaugte.
Dieses Video (nicht meins) gibt einen Eindruck von dem „Spectacle“:
Und hier gibt es noch (via) einen Clip, der wohl einen frühen Entwurf des Rapunzel-Films widerspiegelt, wie ihn Glen Keane überlegt hatte:
Das wäre wohl ein gänzlich anderer Film geworden.
Ein bezaubernder Kurzfilm von Kirsten Lepore (Homepage, Blog) über die Liebe zwischen zwei Elementarwesen… Dem Interview nach, das die Regisseurin Cartoonbrew gegeben hat, muß die Animation sehr harte Arbeit gewesen sein. Das sehr lustige (und ebenfalls sehr kurze) Making-Of ist da Zeuge.
Ein sehr kurzer Animationsfilm von Maanav MJ Sandhe, dessen Pointe man wahrscheinlich nur so richtig lustig finden kann, wenn man Enter the Void (meine Kritik) gesehen hat…
(via)
Wunderbare traumartige Atmosphäre, die den Raum entlang der Linien faltet, die die Zeichnung vorschlägt. Vom französischen Künstler Benoît Daffis. (via)
Ich finde es immer wieder erhellend, wenn man im Rückblick auf die Arbeit von Filmemacher_innen schauen kann und ein bißchen sieht, wie sich Begabungen, Können und Karriere so entwickelt haben. Ben Hibon hat just in diesen Wochen ein bißchen mehr Aufmerksamkeit als sonst bekommen, weil er für eine Animationssequenz im neuen Harry Potter-Film Regie geführt hat (ich habe ihn noch nicht gesehen, empfehle aber gerne und mit Nachdruck Thorstens enthusiasmierte Besprechung für critic.de oder wahlweise Matthew Baldwins weniger begeisterte Reaktion; beide sind sehr lesenswert). Hibon ist aber auch Regisseur des Zombie-Animationsfilms A.D., auf den ich Anfang des Jahres schon einmal hingewiesen hatte, und wird derzeit für den Regiestuhl von Pan gehandelt, eine düstere Verschiebung der Peter Pan-Geschichte.
Sehenswert ist aber schon sein Kurzfilm Codehunters von 2006, den er für MTV Asia gedreht hat, und dessen Animationsstil mir sehr gut gefällt – doch auch davon würde man vielleicht ganz gerne mehr sehen, zumal die Hintergrundstory dazu (auf der Youtube-Seite des Videos nachzulesen) durchaus noch Handlungsspielraum läßt…
(via)
Cartoonbrew hat auf eine wundervolle Animationsstudie hingewiesen, die Uli Meyer (Homepage, Blog) erstellt hat: Er hat sich die wunderbaren St Trinian’s-Cartoons von Ronald Searle angesehen (beispielhaft gibt es Bilder zum Beispiel hier, hier, hier und hier) und sich bemüht, einen Animationsstil zu entwerfen, der dem Stil von Searles Zeichnungen möglichst nahe kommt. Das ist ihm auch meiner Meinung nach hervorragend gelungen:
In seinem Blog schreibt Meyer noch genaueres zu der Arbeit, an der auch noch Matt Jones, Sandro Cleuzo und Boris Hiestand beteiligt waren, und zu Searles (positiver) Reaktion darauf.
Es gibt ja bereits mehrere Verfilmungen der St Trinian’s-Cartoons, die man übrigens in einer großzügigen gebundenen Ausgabe (Amazon-Partnerlink: St. Trinian’s: The Entire Appalling Business) oder in wohlfeiler Taschenbuchform (Amazon-Partnerlink: St Trinian’s: The Cartoons) erwerben kann. Neben einer 1954 mit The Belles of St. Trinian’s begonnenen britischen Reihe, die bis 1966 vier Filme hervorbrachte (1980 kam mit The Wildcats of St. Trinian’s, wieder unter der Regie von Frank Launder noch ein Nesthäkchen hinzu; die DVD-Box The St. Trinian’s Collection enthält die vier Filme aus den 1950er und 1960er Jahren: Amazon-Partnerlink) gab es in den letzten Jahren seit 2007 zwei weitere Versuche, Searles Zeichnungen in Realfilm zu übersetzen.
Ich fand seinerzeit St Trinian’s sehr unterhaltsam (meine Kritik), auch wenn er mit Searles Arbeiten außer ganz grundlegenden Handlungselementen nur noch wenig gemein hat – ein großer Spaß mit eingängiger Musik und Gender Trouble ist der Film doch. Eine Fortsetzung gibt es mit St Trinian’s 2: The Legend of Fritton’s Gold inzwischen auch; dazu hier demnächst hoffentlich mehr.
Sarah Silverman erzählt von einem besonderen Thanksgiving-Erlebnis. Wer Silverman kennt, weiß, daß das nicht unbedingt eine harmlose Erzählung wird… Happy Thanksgiving!
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