Habemus Wonder Woman: Adrianne Palicki

Wie heute bekannt wurde, hat NBC nun die Hauptrolle der neuen Wonder Woman-Fernsehserie mit der Schauspielerin Adrianne Palicki besetzt. Palicki ist in den USA bislang vor allem durch ihre Rolle in der Fernsehserie Friday Night Lights bekannt geworden; international war sie in der weiblichen Hauptrolle des eher mittelmäßigen Legion zu sehen.

Drehbuch und Konzept der neuen Serie stammen von David E. Kelley, der zum Beispiel auch Ally McBeal mitverantwortete; insofern darf man *hüstel* auf seine Perspektive und Umsetzung gespannt sein; tvovermind schreibt zu den Plänen des Senders:

Wonder Woman will apparently be a straight-faced, non-camp take on the famous superheroine, and will follow NBC’s previous attempts at a successful superhero series

Das wird auf jeden Fall anders aussehen als der mal angedachte Spielfilm aus der Feder von Joss Whedon; aber geben wir dem Projekt halt mal eine Chance. Und so lange kann man sich ja nochmal die Website des geplanten Wonder Woman-Dokumentarfilms (hier mehr dazu) ansehen oder das Projekt bei Kickstarter finanziell unterstützen – da fehlen noch fast 7500 US$, die in den kommenden vier Wochen zusammenkommen müssen!

Neuer Clip aus ‚Hanna‘

Gerade heute hatte ich erst auf ein neues Poster für Hanna hingewiesen, da finde ich bei Cinemablend auch noch einen neuen Clip aus dem Film – den zweiten nach dem Clip beim Guardian. Die Handlung dieses Ausschnitts spielt sich offenbar kurz nach dem dort zu sehenden Stück Film ab.

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(via)

Kurz verlinkt, 16. Februar 2011

Lesens- und Sehenswertes aus den vergangenen Tagen (29. Januar 2011 bis 16. Februar 2011):

  • Loving the Bad – An Interview with Frankie Latina and Sasha Grey on Modus Operandi
    "Any director who shoots a grindhouse film without exquisite, triumphant, dangerous, and naked women is doing a disservice to the genre and should move into a different field."
    by Matthew Sorrento
  • The Best Sex in Contemporary Hollywood – Utopia, Ecstasy, and the (Classical) Musical Number in The 40-Year-Old Virgin
    by Kelli Marshall
  • Something That Festers – The Silence of the Lambs, The Texas Chainsaw Massacre, and the Visual Pleasures of Horror
    "We're drawn to and fascinated by horror because the genre reminds us that we have both outsides and insides, skin and guts, eyes and gray matter, ideas and appetites."
    by Jesse Stommel
  • The Cinematic Islands of Dr. Moreau – Beasts, Monsters, and Mad Scientists
    Why the doctor endures
    by Richard A. Voeltz
  • Interview mit Denis Villeneuve – Regisseur von 'Incendies'
  • Girls on Film: Redefining Date Movies – The dating world is a hideous business. We're taught that to woo, to romance, to love; the man must cover his beloved in all manner of monetary adoration and personal torment. He must buy overpriced roses, grandoise gifts and wallet-burning meals every Valentine's Day. He must take his beloved, or hope-to-be-beloved, to romantic comedies and five-tissue romances. On the flip side, the woman is expected to groom, to woo (though all bets are off when the fish is caught) and to offer up sexual spoils to show her appreciation (though not required). If she's super-swell, she might give the guy a day off now and then to partake in his burly deeds and see his manly friends, but ultimately, she just has to keep him marginally entertained … and rule him with an iron fist of feminity.
    And it all starts with the "date movie."
  • 15 movie sex and bedroom scenes that might just put you off sex and bedrooms – The movies have some valuable lessons to teach us about bedroom shenanigans. For here are 15 films that might just put you off sex altogether…
  • Heteronormativitätskritische Filmbildung – Plädoyer für queere Perspektiven in der Medienpädagogik – Medienpädagogische Filmbildung hat es bislang gänzlich versäumt queer-theoretische Ansätze in der Filmbildungsarbeit mit Kindern und Jugendlichen aufzugreifen. Darum schlage ich ein Konzept heteronormativitätskritischer Filmbildung vor, mit dem medienpädagogische Ansätze innerhalb der Filmbildungsarbeit für queer geöffnet werden, das sich insbesondere für subjektbezogene Konzepte von Filmbildung dringend empfiehlt. Heteronormativitätskritische Filmbildung stellt eine veränderte Möglichkeit der Herangehensweise an das Medium Film dar: Filmische Repräsentation wird als Ort der Reproduktion heteronormativer Strukturen fokussiert und gleichzeitig der Frage nachgegangen, inwiefern Interventionen in die symbolische Ordnung durch filmisch vermittelte Formen des Widerstandes aussehen können. (Feministisches Institut Hamburg / von Julia Bader)
  • Wieland Speck über Kinofestivals – Nachdem Wieland Speck in den siebziger Jahren für das Berliner TALI Kino verantwortlich war und als Darsteller unter anderem für Marlene Dietrich, Ulrike Ottinger und Robert van Ackereren vor der Kamera stand, wurde er im Jahr 1982 Assistent von Manfred Salzgeber bei der Berlinale. Gemeinsam mit ihm gründete er den schwulen Filmpreis TEDDY AWARD, der seit 1987 auf der Berlinale verliehen wird. Seit 1992 ist Wieland Speck Programmleiter der Sektion PANORAMA. Mit uns hat Speck darüber gesprochen, warum das Kino in Festivals zu Hause ist.

Neues Poster für ‚Hanna‘

Ich beteilige mich hier ja normalerweise nicht am Wettlauf darum, zu jedem neuen Film die letzten drei Szenenfotos und das tolle Plakat und diesen neuen Trailer jetzt aber auch sofort zu posten. An Neuigkeiten über Joe Wrights neuen Film Hanna (hier der Trailer, der Guardian hat einen (heftigen) Clip) über eine 16jährige mit Kampfausbildung (Saoirse Ronan) bin ich aber natürlich schon meines Blognamens wegen sehr interessiert.

Collider weist nun auf ein neues Poster zum Film bei impawards.com hin, das ich Euch nicht vorenthalten möchte. Schon das erste Motiv sah ja nicht schlecht aus.

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Die offizielle Synopsis:

Hanna (Ronan) is a teenage girl. Uniquely, she has the strength, the stamina, and the smarts of a soldier; these come from being raised by her father (Bana), an ex-CIA man, in the wilds of Finland. Living a life unlike any other teenager, her upbringing and training have been one and the same, all geared to making her the perfect assassin. The turning point in her adolescence is a sharp one; sent into the world by her father on a mission, Hanna journeys stealthily across Europe while eluding agents dispatched after her by a ruthless intelligence operative with secrets of her own (Ms. Blanchett). As she nears her ultimate target, Hanna faces startling revelations about her existence and unexpected questions about her humanity.

Gérardmer 2011: La Casa Muda (2010)

Manchmal kann ein Film ja aus den durchaus falschen – oder zumindest: nicht den wichtigsten – Gründen zu Ruhm kommen. Auf La Casa Muda trifft das insofern zu, als der Film vor allem dadurch ein wenig Bekanntheit erlangt hat, weil er sich als der erste Streifen vermarktete, der mit einer handelsüblichen Fotokamera in einer einzigen, durchgehenden Einstellung gefilmt worden sei. Nun ist es für einen kleinen Film aus einem international nicht eben viel in Erscheinung tretenden Land wie Uruguay im Grunde egal, mit welchen Methoden er sich ins Rampenlicht befördert oder befördern lassen kann – und ganz gelogen ist es ja auch nicht.

Gérardmer 2011 - SchriftzugNur ist eben der Umstand, daß in diesem Film kein Schnitt wirklich zu sehen ist (und die Macher, wenn überhaupt, nur eine sehr kleine Handvoll in schwarzblendigen Momenten hätten unterbringen können), zwar vielleicht ein Alleinstellungsmerkmal, aber nicht der Grund, warum man sich La Casa Muda (international: The Silent House – und als Silent House auch einem dem Vernehmen nach wohl recht ansehnlichen us-amerikanischen Remake unterzogen) ansehen sollte.

Womit der Erstling von Regisseur Gustavo Hernández allerdings sehr wohl wuchern kann, ist der Effekt der formalen Selbstbeschränkung: eine unheimlich (und unheimliche) dichte Atmosphäre, die der Film schon nach kurzer Zeit aufbaut und dann bis zum Schluß aufrechterhält – sie saugt die Zuschauer_innen in den Film hinein und sorgt für akute Herzinfarktgefährdung, wenn dann plötzlich diese Hand, scheinbar aus dem Nichts…

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Aber ich greife voraus. Die junge Laura (Florencia Colucci) und ihr Vater (Gustavo Alonso) sollen ein altes Haus samt seines Gartens ein wenig auf Vordermann bringen, da der Besitzer (Abel Tripaldi), der ein alter Freund des Vaters ist, es demnächst verkaufen möchte. Nur ins Obergeschoß sollen sie nicht gehen, weil dort der Fußboden schon recht morsch und beschädigt sei – doch genau von dort oben hört Laura seltsame Geräusche.

Der Rest ist von der Grundidee her Standardware des Horrorfilms, samt allerdings durchaus klug eingefädeltem Twist zum Schluß hin; und alles ist derartig clever und dicht inszeniert, daß man sich dem Film kaum entziehen kann. Das Team geht mit den (selbst auferlegten) Beschränkungen so kreativ und effektiv um, daß man immer wieder überrascht ist, wie viel Effekt sich mit wie wenig Ausrüstung offenbar erreichen läßt; die geringe Zahl der Einstellungen beweist zudem, mit wieviel akribischer Planung das Projekt angegangen worden sein muß.

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Foto: Sitges Film Festival

Gérardmer 2011: Quarantine 2: Terminal (2010)

Gérardmer 2011 - SchriftzugWer versteht, daß die Fortsetzung des Remakes von [REC] keineswegs das Remake der Fortsetzung von [REC] ist, kann sich schon mal ein, zwei Einzelstunden in formaler Logik sparen. Ein bißchen bizarr ist aber schon, daß man sich über so etwas überhaupt Gedanken machen muß, und spricht womöglich Bände darüber, daß es auch Filme gibt, die ihre Existenz auf originelleren Einfällen aufbauen.

Aber sei’s drum. Quarantine 2: Terminal nimmt also das renovierte Zombievirenmotiv wieder auf, daß Quarantine (meine Kritik) vor etwas mehr als zwei Jahren aus Spanien nach L.A. verpflanzt hatte. Das Remake blieb dabei dem Original bis in die Einstellungen hinein verpflichtet und ahmte also insbesondere dessen Found-Footage-Stil nach. Mit Quarantine 2: Terminal geht Debütant John Pogue insofern eigene Wege, als er sich gegen diesen dokumentarischen Kamerastil entschieden hat und stattdessen seine Geschichte in ganz traditioneller Form erzählt. Auch darin unterscheidet er sich von [REC] 2.

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Das Virus aus dem Mietshaus ist nun irgendwie an Bord eines Flugzeugs gelangt, das auf dem Weg von L.A. nach Westen ist; als ein Passagier mit den gewohnt unangenehmen Begleiterscheinungen (todesähnlicher Zustand, Gewaltausbrüche, Schaum vor dem Mund) erkrankt, wird ein kleiner Flughafen in der Provinz (anscheinend Las Vegas) angesteuert, wo sich Passagiere und Besatzung alsbald im angeschlossenen Terminal eingeschlossen, isoliert und quaratiniert wiederfinden – während sich unter ihnen natürlich die Infektion langsam ausbreitet.

Was dann folgt, ist allenfalls in der gewählten Lokalität ein wenig originell, weniger im Ablauf und in den zu erwartenden Todesfällen. Pogue gelingt es durchaus, aus Raum und Zwang die notwendigen klaustrophobischen und viszeralen Schrecken zu destillieren; und selten wirkte das Gepäckverteilungssystem eines Flughafens so labyrinthen wie hier. Nur ist auch all das in letzter Konsequenz weder neu noch hinreichend, und wer mehr als ein bißchen Unterhaltung sucht, die nur über die Todesreihenfolge letztlich egaler Figuren vermittelt wird, sollte sich vermutlich anderswo umsehen.

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Gérardmer 2011: I Saw The Devil (2010)

Daß die Jagd auf das Böse die Menschen nicht unberührt zurückläßt, daß der Versuch der psychologischen Annäherung als polizeiliche Ermittlungstaktik auch den Detektiv in Richtung des Bösen verschiebt: All das sind durchaus bekannte Motive aus dem Kriminalfilm, dem Psychothriller, all diesen Genres, in deren Wurmfortsätzen sich Moral und Ethik in ihre kleinsten Einheiten zermörsern lassen müssen, und auf der anderen Seite kommen die Heldinnen und Helden als geläutert, vernichtet oder beides heraus.

Gérardmer 2011 - SchriftzugWas wird also aus dem Jäger, wenn er das Böse mit dessen eigenen Mitteln jagt? Akmareul boatda, international als I Saw The Devil vermarktet, fragt danach mit großer Konsequenz und war dafür in Gérardmer der große Gewinner des Festivals, auch wenn der Hauptpreis für einen anderen südkoreanischen Film, Bedevilled, überreicht wurde. Man sieht hier einem Rachedrama von Shakespeare’schen Ausmaßen und Abgründen bei der Entfaltung zu, und dann wird es allerdings noch deutlich blutiger als selbst in ‚Tis Pity She’s a Whore von Shakespeares Zeitgenosse John Ford.

Ein Serienmörder (Min-sik Choi aus Oldboy) bringt die Verlobte eines Spezialagenten (Byung-hun Lee) der Regierung um, und der nutzt seine zwei Wochen Zwangsurlaub nach dieser Tragödie dazu, den Täter zur Strecke zu bringen. I Saw The Devil erledigt allerdings die unvermeidlichen Bestandteile dieser Konstruktion (Motivation, Suche nach dem Täter, erste Konfrontation) in der ersten Stunde des 140-Minuten-Films und nutzt den reichlichen Rest der Zeit dafür, das Aufeinanderkrachen des selbstgerechten Rachewillens mit dem absolut Bösen zu dokumentieren – und deren Annäherung in den Extremen.

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Der Täter Kyung-Chul ist nämlich nach beschämend kurzer Suche gefunden und eindeutig identifiziert (dem Publikum ist er eh schon seit den ersten Minuten bekannt; die Polizei spielt praktisch keine Rolle und ist also mindestens unauffällig und untätig), dann aber läßt der Agent ihn wieder frei, nur um ihm alsbald aufs Neue nachzustellen und ihm immer wieder neue Verletzungen, neue Schmerzen zuzufügen. Mit anderen Worten: I Saw The Devil packt in seine erste Stunde, was anderen Filmen für ihre ganze Laufzeit gereicht hätte, und legt dann Schweiß, Blut und Tränen erst so richtig obendrauf. Und da Kyung-Chul natürlich bald begreift, wohin der Hase läuft – und als Verkörperung eines uneingeschränkt und hemmungslos bösartigen Geistes versteht er zudem, worauf sich der Protagonist eingelassen hat, bevor dieser es selbst begreift – stehen sich die beiden Antagonisten bald auf Augenhöhe gegenüber.

Der Film kulminiert so zur moralischen wie ästhetischen Grenzerfahrung, in dem sich Gut und Böse in einer Orgie von Gewalt und Blut einander annähern.

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Foto: Sitges Film Festival

Gérardmer 2011: The Hunters (2011)

Gérardmer 2011 - SchriftzugMit The Hunters war in Gérardmer außer Konkurrenz und als Abschlußfilm ein weiterer Erstling zu sehen: der französische Hauptdarsteller und Regisseur Chris Briant ging das Projekt aber gleich mit internationaler Ausrichtung und Besetzung an und drehte seinen Streifen in englischer Sprache. Die französische Produktion entstand zum Teil in der Region Lorraine und fand sicher auch deshalb ein warmes Plätzchen im Programm des Festivals.

Der Film beginnt mit einem einigermaßen undeutlich gehaltenen Setting – eine Stadt im möglicherweise nordamerikanischen Irgendwo. Die Zeiteinteilungen in Zwischentiteln („The last week“, „The last day“) suggerieren einen Countdown, von dem die Protagonisten aber offenbar noch nichts wissen: Eine Handvoll frustrierter Männer (v.a. Steven Waddington und Tony Becker), die zunächst recht sympathisch und freundlich wirken und dann immer seltsamere Verhaltensweisen zeigen, eine junge Frau (Dianna Agron) sowie der Le Saint (Briant), nach traumatischen Erfahrungen in Afghanistan frisch in den Polizeidienst eingetreten und schon von seinem Chef (Terence Knox) herzlich genervt.

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Le Saint soll einen wichtigen Kronzeugen treffen und in Sicherheit bringen und wird schon in der Wahl des Treffpunktes von oben gemaßregelt. Schließlich kommt es beim Ortstermin zum fatalen Zusammentreffen aller Protagonisten, bei dem sich die Motive und Handlungen aller Beteiligten offenbaren…

The Hunters läßt sich fast die Hälfte seiner Laufzeit bis zu dieser Offenlegung, und bis dahin gelingt es ihm auch einigermaßen clever, das Kommende zu verbergen – jedenfalls für Menschen wie mich, die den Film nach weniger als sechs Stunden Schlaf bei einer frühmorgendlichen Pressevorführung zu Gesicht bekamen. Etwas wachere Zuschauer werden sich vermutlich schon allein aufgrund des Filmtitels so ihre Gedanken machen darüber, was sie wohl im letzten Drittel noch erwarten wird.

Leider legt der Film dann aber auch den Schleier des Rätselhaften ab, und es wird nur allzu deutlich, daß Briant ein filmisch allenfalls durchschnittliches Verwirrtheater inszeniert hat, dessen anfängliche Geheimniskrämerei im Nachhinein recht aufgesetzt wirkt – und der sich am Schluß dann auch deutlich zu lange hinzieht. Gerade im Blick auf das Gesamtensemble wird zudem überdeutlich, daß Briant mit seiner Rolle als Le Saint völlig überfordert ist bzw. es ihm nicht gelingt, dessen eh schon papierdünne Persönlichkeit mit mehr als behauptetem Leben zu versehen.

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Mother’s Day – Clip

Ein ziemlich heftiger Clip aus dem Remake von Darren Lynn Bousman, das in Deutschland wohl bei den Fantasy Filmfest Nights im März/April 2011 zu sehen sein wird.

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Gérardmer 2011: Hybrid (2010)

Gérardmer 2011 - SchriftzugWann eigentlich kommt der Zeitpunkt, an dem an Filmschulen wirklich gelehrt wird, daß man nur mit einigermaßen interessanten Figuren Spannung zu erzeugen vermag? Die schalen Abziehbilder menschlicher Existenz, die sich in der städtischen Autowerkstatt versammeln, die der Schauplatz für die Ereignisse in Hybrid ist, eignen sich jedenfalls nicht dazu. Es gibt genau eine Figur, der man ein bißchen Sympathie, und eine, der man dezidiert Antipathie entgegenbringt – aber beide sind gleichwohl immer noch so flach, daß man das kaum als emotionale Verbindung benennen will; es ist wohl eher eine im Stammhirn anzusiedelnde Reaktion auf dumpfeste Dialogreize.

Wobei man „Dialog“ hier nicht als etwas mißverstehen sollte, in dem zwei Menschen miteinander sprechen und vielleicht auf das von der anderen gesagte etwas zu erwidern hätten; in Hybrid ist fast immer ziellose Konfrontation in den Gesprächen angelegt, so es nicht um Anweisungen, ausbuchstabierte Exposition oder die Verlautbarung des eh‘ offensichtlichen geht.

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Eine Handvoll Ausnahmen von dieser Regel gibt es, und sie beschreiben die Momente, in denen der Film vergißt, daß er eigentlich ein irgendwie ernstzunehmender Film über ein besessenes, vielleicht auch außerirdisch oder sonstwie fremdartiges, jedenfalls: menschenfressendes Auto ist. Ja, die Grundidee kennt man natürlich womöglich aus Christine. Oder eben auch nicht: Aber die Grundidee dahinter könnte eigentlich so überzogen-verrückt sein, daß dies den Film retten würde. Wäre Hybrid nur ganz bei sich, bereitwillig Trash, in dem Sätze so jenseits von Logik und Verstand fallen, daß sie das Ganze schon wieder unterhaltsam machen.

Denn der mühsame Aufhänger, der löchrige Plot und die stereotypen Figuren (meine Güte, Oded Fehrs Rolle ist ja noch eindimensionaler als sein Auftritt bei Resident Evil!) sind es natürlich nicht, die aus diesem Streifen interessante Abendunterhaltung zu machen vermöchten, auch der Hinweis auf die geradezu aristotelische Einheit des Erzählten (Raum, Zeit, etc.) hilft da nicht – es könnte eigentlich nur die Hingabe ans Schrottige – in Blech wie in Zelluloid – hier zu Größe verhelfen. Indem er aber nicht sein will, was er ist, läßt sich Hybrid nur selten ertragen.

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