Ich bin ja erklärter Star Wars-Fan, und so kann ich mich über dieses Video natürlich nur freuen, das Malte da aufgetan hat:
Das Spiel mit den filmischen Mitteln der 1950er-Science-Fiction ist hier wirklich clever gelöst. Es gibt auch noch ein ähnliches, kürzeres und etwas älteres (sowie nicht so gutes) Star Wars-Video dieser Machart, ebenso eines zu Cloverfield. Und natürlich die Ghost Busters à la 1954, auf die ich hier schon einmal hingewiesen hatte.
This is going to change the world and human life as we know it. Or at least your perception of it.
Diese junge Dame, die sich auf ihrer Facebook-Seite als „a mix between Woody Allen and your local hooker“ vorstellt, fungiert im Netz als Grindhouse Barbie, ist ein großer Fan von Quentin Tarantino (hence the name), rosa Kleidung und Hello Kitty. Außerdem studiert sie im Hauptfach Genetik, wenn ich das richtig verstanden habe, und spricht in ihren Video-Blog-Beiträgen auch schon mal gerne ausführlich über den aktuellen Stand ihrer Diät.
Daß sie hier und an dieser Stelle auftaucht, liegt an ihrer schon im letzten September geäußerten großen Begeisterung über die damals aktuelle Meldung, David Cronenberg wolle ein Remake seines großartigen The Fly (1986) drehen – also ein Remake seines eigenen Films, der selbst schon ein Remake eines Films von 1958 darstellt. Trisha Paytas ist nämlich ein großer, großer Fan von Cronenberg, und The Fly ist anscheinend ihr Lieblingsfilm.
Und so hat sie ein Video aufgenommen und die wichtigsten Informationen daraus auch noch einmal in einem offenen Brief an den Regisseur zusammengefaßt. Das ist bizarr und irritierend und ganz großartig. Und jedenfalls sehr rosa. Oder was denkt Ihr dazu?
Natürlich ist Chicken Little ein allenfalls durchschnittliches Beispiel dafür, was der moderne Animationsfilm aus Hollywood so kann und will; vor allem hat er einige ganz erhebliche dramaturgische Schwächen, die ihn auch dort unnötig episodenhaft bemüht scheinen lassen, wo das gar nicht nötig wäre.
Es sind aber halt alle Ingredienzien da, die so ein „Familienfilm“, wie das ja gerne heißt, wenn vor allem Kinder gemeint sind, gemeinhin braucht: Die Underdog-Geschichte, die hier halt eine Underchicken-Geschichte ist, vom schwächlichen Schlaumeier, der im Sport nicht reüssiert (bzw. dann vielleicht doch – aber das ist eher ein schwachbrüstiger Gewinn, im Großen und Ganzen) und dem aber eine Crew von eigentlich schon fast überzeichneten Misfits zur Seite steht, Außenseiter also allesamt.
Das alles ist nur leidlich lustig und spannend; worin sich Chicken Little aber so richtig ins Zeug legt, das sind die fortwährenden Anspielungen auf andere Filme, auf Back to the Future, King Kong, War of the Worlds und all das; da wird auch gerne mal die Wand zum Kinozuschauer für ein Spiel mit Raiders of the Lost Ark durchbrochen.
Darüber hinaus ist der Film von Mark Dindal, der auch The Emperor’s New Groove verantwortet hat (seinerseits ein massiv unterbekannter Film voll subversiven Humors, wenn meine Erinnerung nicht zu trübe ist), auch über’s Filmgeschehen hinaus pop culture-savvy: Da gibt es von Aliens gemachte Kornkreise, Lemminge stürzen sich in der von Tieren bewohnten Stadt aus Mangel an Klippen von der Parkbank – und der Laptop hat als Signet eine Eichel (das Wahrzeichen des Ortes) und verkündet: „Sie haben eine Hass-E-Mail“.
Sicher, das geht alles nicht so schnell und locker von der Hand wie in Cloudy With A Chance of Meatballs, aber der ist ja auch einfach sehr, sehr, sehr gut.
Constantin Film hat damit begonnen, jene wunderbaren Hitler-Parodien von Youtube entfernen zu lassen, die eine bestimmte Szene aus Der Untergang verwenden, um Hitler per neuer Untertitelung einen Wutausbruch zu irgendeinem Thema unterzujubeln.
Das ist nicht nur deshalb bedauerlich, weil Constantin damit gegen eines der erfolgreichsten Internet-Meme der letzten Jahre vorgeht, einen Hort von Mashup-Originalität und intelligenter Komik; es zeigt vor allem, daß Filmfirmen immer noch nicht verstehen, wie das so funktioniert mit Marketing, Web 2.0 und den kreativen Massen. Statt einen Preis auszuschreiben für die tollste Parodie, eine eigene Seite dafür einzurichten und je nach Herkunft der Besucher_innen die passenden Links zum Erwerb von Untergang-DVDs einzubinden, greift man mal wieder zum rechtlichen Holzhammer. Eventuell holt man damit in den USA sogar zu weit aus, seien Parodien und parodistische Appropriation dort doch vor Löschanträgen auf Grundlage des amerikanischen DMCA geschützt, wie zumindest Brad Templeton von der EFF meint, der das Ganze gleich passend verarbeitet hat:
Und während anscheinend die eigentlichen Macher_innen des Films sehr gut mit der Verwendung des Filmmaterials leben können, zeigt sich Constantin gegenüber der Süddeutschen Zeitung etwas zugeknöpfter:
„Wir gehen schon immer gegen alle Urheberrechtsverletzungen vor, die unsere Inhalte betreffen“, sagt Martin Moszkowicz, Vorstand der Constantin Film AG in München. „Das muss für alle Clips im Netz gelten, die wir entdecken – wir können und wollen uns nicht zum Wächter darüber aufspielen, wann eine Parodie gelungen oder nicht gelungen ist, oder welche Grenzen man da gelten lassen kann.“ Er verweist darauf, dass der Clip aus dem Untergang auch in der Neonazi-Szene neu untertitelt wurde – in diesem Fall regte sich Hitler darüber auf, dass die Vernichtung der Juden nicht weit genug vorangekommen sei. So etwas könne, sagt Moszkowicz, natürlich auf keinen Fall toleriert werden.
Was es natürlich auch nicht müßte – denn da geht es nicht um Qualität oder Schund, sondern um politische Positionen; so selektiv könnte man schon sein, wenn man denn wollte. Und ob etwas Parodie ist, entscheidet sich – da würden die Fachleute von der Titanic sicher gerne Auskunft geben – eben nie daran, ob die Parodie gelungen ist. Insofern müßte da Constantin auch nichts entscheiden. Schließlich machen sie diese Unterscheidung, hüstel, ja auch nicht bei allen ihren Filmen.
Besonders schön ist dann aber noch das Zitat von Moszkowicz am Ende des SZ-Artikels:
„Die Reaktionen auf die Löschungen im Netz sind auch keineswegs nur negativ“, erklärt der Constantin-Vorstand. „Zuschauer, die den Film gesehen haben, urteilen da oft anders als jene, die nur die Parodie kennen. Sie wissen, dass es in dieser Szene um Entscheidungen geht, die für Millionen von Menschen den Tod bedeutet haben.“
Lieber Herr Moszkowicz, nicht in dieser Szene geht es um Entscheidungen und Millionen Tote – darum ging es damals, im Führerbunker. Hier und bei Constantin geht es um einen Film, nichts weiter, und vielleicht noch Ihren Profit.
Gopher Broke ist ein hübscher kleiner Animationsfilm, bei dem ich zumindest in einer Szene an Cloudy With a Chance of Meatballs denken mußte, in dem bekanntlich aber nicht nur Gemüse fliegt. (Äh, hier auch nicht. Aber sehr selbst.)
Der Film von Jeff Fowler gehört zu den Produktion von Blur, und Fowler war auch an einem weiteren Projekt dieses Studios beteiligt, in dem es ebenfalls um eine Form von, äh, Futterneid geht. Steampunk-Freund_innen werden sich für das Duell zweier Gentlemen begeistern können, denke ich.
Natürlich ist spätestens dann alles klar, als eine der beiden Schwestern ein großes Messer zückt, aber der Aufruf zur Blutspende ist, in all seiner, ahem, „Anspielung“ auf die entsprechenden Halloween-Aktionen der Saw-Franchise, dennoch ganz gut gelungen. Und einen ehrenwerten Anlaß gibt es auch: Es ist Women in Horror Recognition Month!
Bevor ich mir heute abend mit La Horde frisches Zombiefleisch zu Gemüte führe, gibt es hier noch eine hübsche Zombiefilmtrailerparodie (falls das ein Genre ist), die sich an 28 Days/Weeks Later abarbeitet:
Das Projekt PG Porn („For People who love everything about porn… except the sex.“) von James Gunn besteht aus einer langsam wachsenden Reihe von Kurzfilmen, die auf zum Teil eher unsubtile Weise, aber meist sehr, sehr lustig (und stets im Kern jugendfrei), die Stereotype des Pornofilms auf die Schippe und auseinandernehmen.
Schon vor einiger Zeit entstand dabei dieser Clip, auf den Nerdcore jetzt hingewiesen hat; ganz großes Musical!
Einer meiner Lieblingsclips ist der mit Sasha Grey, auch wenn er ein bißchen obvious daherkommt:
Daß es Mathematiker_innen mit Humor gibt, ist ja kein Geheimnis – schließlich tauchen auch sie (gelegentlich) als Preisträger_innen bei den Ig-Nobel-Preisen auf. Und immer wieder beschäftigen sie sich auch mit Logik und Wissenschaftlichkeit von Filmen, oft genug dankenswerterweise nicht mit dem Furor der Ernsthaftigkeit, sondern in geboten ironischer Distanz.
Nun haben Philip Munz, Ioan Hudea, Joe Imad und Robert J. Smith? (das Fragezeichen gehört zu seinem Namen, wie auf seiner Homepage nachgelesen werden kann) einen Aufsatz veröffentlicht, in dem sie mathematische Modelle für den Ausbruch einer Zombieepidemie verwenden. Für Genrefans wenig überraschend kommen sie zu dem Schluß:
In summary, a zombie outbreak is likely to lead to the collapse of civilisation, unless it is dealt with quickly. While aggressive quarantine may contain the epidemic, or a cure may lead to coexistence of humans and zombies, the most effective way to contain the rise of the undead is to hit hard and hit often. As seen in the movies, it is imperative that zombies are dealt with quickly, or else we are all in a great deal of trouble.