[ Filmkritik ]  FFF 2010: Ghost Machine (2009) | Butt-kicking Babes
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20Jul/100

FFF 2010: Ghost Machine (2009)

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Ach ja, die Rachegeister. Aus dem asiatischen Kino kennt man sie ja inzwischen auch ohne großes Spezialwissen hierzulande recht gut, dank The Grudge (meine Kritik) samt Fortsetzungen und Derivaten, die knarzenden jungen Frauen mit der leicht gebeugten Körperhaltung und den langen schwarzen Haaren... diese Filme schwingen nach in der Geisterscheinung von Ghost Machine, in der ein böser Geist sich in einem Computer einnistet.

Das wäre an sich noch nicht einmal besonders originell, denn schon in den Ringu-Streifen oder One Missed Call (meine Kritik) bedienen sich die Geister moderner Technik zur Fortschreibung der eigenen Existenz. Hier ist der Fall freilich etwas komplizierter bzw. der digitalen Bildproduktion enger angepaßt, denn der Geist lädt sich hier (Logik und Naturgesetze sind im Geisterkino eh' schon egal) in ein AI-Programm hoch, das das britische Militär als Kampfsimulator erstellt hat - über direkt das Gehirn ansprechende Helme werden die Soldaten virtuell, aber hochrealistisch in eine Kampfsituation verlegt, die von dem AI-System simuliert und angepaßt wird.

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Dieses System leihen sich ein paar junge Soldaten aus, um damit in einem stillgelegten Gefängnis zusammen mit zwei Freunden Kriegsspielchen zu spielen, aber dummerweise lauert eben genau dort ein nach Rache dürstender Geist, der dann den jungen Leuten im Spiel wie in der Realität an den Kragen will.

Regisseur Chris Hartwill packt (nach einem Drehbuch von Sven Hughes und Malachi Smyth - für alle drei ist es das Langfilmdebüt) noch die Geschichte um eine junge Soldatin (Rachael Taylor) mit oben drauf, die gerne als gleichwertige Kämpferin anerkennt werden will, aber mit den (auch sexualisierten) Schikanen ihres Vorgesetzten zu kämpfen hat, und unter dem ganzen Gerüst lauert eine Post-9/11-Foltergeschichte samt Geheimverliesen und Waterboarding.

Aber natürlich ist das alles Oberfläche. In Ghost Machine geht es weder um Politik, Folter oder Gleichberechtigung, noch geht es wirklich um okkultes Gedankengut - das sind einigermaßen gekonnt verwobene Vorwände, um CGI-Blut gegen Wände spritzen zu lassen, Köpfe und Augäpfel von ihren Plätzen zu entfernen und schließlich auch virtuelle Wände verschwinden und entstehen zu lassen. Allein in letzterem Fall allerdings paßt der Pixellook, den Ghost Machine mitbringt, auch thematisch wirklich dazu.

Neben den zweitklassigen Effekten sieht man natürlich auch an den Schauplätzen, das der Film mit eher begrenztem Budget entstanden ist. Verlassene Gefängnisse sieht man sonst eher in Abgründen wie Shadow: Dead Riot, aber ganz so schlecht ist Ghost Machine dann auch wieder nicht.

Trailer nach dem Klick:

Foto: Fantasy Filmfest

FFF 2010: Ghost Machine (2009), 5.0 out of 5 based on 1 rating

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