Frame(s): Directed by Tony Scott – Sehr schön: Jenny hat aus (fast) allen Tony-Scott-Filmen den entsprechenden Frame "Directed by Tony Scott" herausgefischt.
The golden age of documentary – From Kevin MacDonald's examination of the YouTube phenomenon to a cab ride with Osama bin Laden's former bodyguard, cheap technology is allowing film-makers to stretch the form as never before
Interview: Melissa Silverstein – Melissa Silverstein is the brains behind the blog Women and Hollywood, a feminist perspective of how gender works in the movie industry.
Es gibt Momente, da kommt der Job des Filmkritikers einer gesellschaftlich-hygienischen Aufgabe gleich: Wenn wir uns Dinge ansehen, damit die Leser_innen es nicht tun müssen. Wobei es natürlich nicht stimmt, daß irgendjemand The Dark Lurking sich überhaupt je ansehen müßte, nicht einmal ich. Aber manchmal habe ich so masochistische Momente, oder den Drang danach, doch wenigstens einen Blick zu werfen auf das schon vorab von anderen beschimpfte Artefakt.
Und wenn man dann den Blick nicht lösen kann, hat das eben was vom Blick auf den gerade stattfindenden Autounfall. Ganz am Anfang von The Dark Lurking steht irgendwo zu lesen, bei dem Handlungsort handle es sich um eine Station für „Metaphysical Research“, aber wer hier einen Film von irgendwie metaphysischen Qualitäten erwartet, der liegt extrem schief gewickelt. Das steht da halt so, wie auf dem Cover auch als deutscher Verleihtitel Alien vs Zombies steht, obwohl das mit der Handlung nichts zu tun hat – allenfalls sehen die in schlechte Latex-Verkleidungen gesteckten Monsterstatisten entfernt Zombies und in wenigen Fällen Gigers Alien ähnlich – und hier auch nur Menschen gegen alles andere kämpfen.
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Irgendwann im letzten Drittel wird man dann darüber aufgeklärt, daß es sich tatsächlich um irgendwie übersinnlich behaftete Phänomene handle, mit denen man hier lautstark schießend aufräume – tatsächlich sind, wieder einmal, die Nazis mit ihrem Interesse an Übersinnlichem mit Schuld. Wer hätte das gedacht?
Allerdings werden die meisten Menschen kaum bis zu diesem Moment der Offenbarung gelangen, denn sogar mir ging dieser Film schon nach zwanzig Minuten derart auf die Nerven, daß ich ihn über weite Strecken nur noch im schnellen Vorlauf mit Untertiteln ertragen konnte. Die Dialoge – wenn man das so nennen darf, der erste Austausch von mehr als Satzfetzen zwischen zwei Personen findet nach ca. vierzig Minuten statt; in Sharktopus sind die Texte bedeutungstragender – sind emotionslos aufgesagt und gehen über die stereotypsten Aussagen nicht hinaus.
Ansonsten gibt es jede Menge Dunkelheit und Rauch, sowie vor allem feuchte, mit dünnem, grünen Licht kaum gefüllte Gänge, durch die die Figuren mit zahlreichen Waffen und Anschlußfehlern hindurchwanken; daß man sich in den Räumen der angeblich unterirdischen Forschungsstation (Resident Evil, anyone? – am Anfang wacht ja auch noch eine sonst nackte Frau unter einem Laken auf! Wie originell!) nie zu orientieren vermag, ist nur eine der offensichtlichsten Inszenierungsschwächen des Films.
In den letzten zwei, drei Minuten des Films geschieht dann etwas völlig Unerwartetes: The Dark Lurking gelingt ein Bild von emotionaler Düsternis und Grauen. Ernsthaft jetzt. Aber wer will sich dafür schon durch anderthalb Stunden filmisches Grauen winden? Eben.
Mein zweiter Tag in Sitges war insgesamt wenig erhebend; das mag auch an den Filmen gelegen haben, denn mit der Ausnahme des russischen Black Lightning bekam ich ausschließlich mindestens komplexe, vor allem auch schwer im Magen liegende Kost zu sehen. Es fehlte vielleicht ein leichtfüßiger Tagesabschluß wie am Abend zuvor Tucker & Dale vs. Evil; oder auch nur die Befriedigung, im Laufe des Tages und schon vor dem späten Abend bereits einen Text zustande gebracht zu haben.
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Schwierig machen das allerdings die Öffnungszeiten des Presseraums, in dem nicht nur mittags eine (jedoch kurze) Siesta vorgesehen ist, vor allem aber wird er um 20 Uhr geschlossen. Das ist insofern ungeschickt, als die letzten Filmvorführungen für die Presse ebenfalls um diese Zeit enden und dann also Zeit und Gelegenheit wäre, zumindest kurze Statements schon in die Welt hinauszuschicken – aber nichts da. Und solange ich in meinem kleinen Gästezimmer noch kein Internet habe, erfahrt Ihr eben erst mit einigen Stunden Verspätung, was mich so bewegt hat.
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Vincent Cassel ist, das darf ich nach direktem Augenschein jetzt einmal sagen, ein sehr gut aussehender Mann (ich würde gar sagen: besser als auf der Leinwand; vor allem lächelt er im realen Leben mehr als in den meisten seiner Filme, die ich bisher gesehen habe), charmant und sprachgewandt (auf Spanisch, Englisch und Französisch mindestens). Auf der Pressekonferenz zu Notre jour viendra erzählte er auf Nachfrage, das er gerade mit Kim Chapiron an einem neuen Projekt arbeite; auch seine Frau (Monica Bellucci) werde wohl dabeisein, und gedreht werde in Rio de Janeiro.
Der Film, so verriet Cassel weiter, habe zwar noch keinen Namen, aber es handle sich um eine Romantische Komödie. Wenn man Chapirons Filme kennt, wird man jedenfalls keine herkömmliche RomCom erwarten, sondern womöglich eher etwas, welches den üblichen Erwartungen an das Genre grundlegend entgegenläuft. Zumal, das muß stutzig machen, Regisseur Romain Gravas (der mit Chapiron und Cassel eine Art kreatives Dreieck bildet) dann am Abend bei der Vorstellung des Films (vorher bekam Cassel noch rasch den Ehrenpreis des Festivals verliehen) behauptete, er verstehe gar nicht so recht, was Notre jour viendra hier in Sitges mache, den schließlich sei auch das ja eigentlich nur eine Romantische Komödie. Naja.
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Veranstaltungshöhepunkt des Abends war dann natürlich der Marsch mehrerer hundert Zombies durch die Altstadt von Sitges. Da können nicht Worte, da müssen Bilder sprechen.
Aber so vergnüglich wollte der Tag nicht zu Ende gehen. Denn noch bevor der verstörende Red, White & Blue auf dem Sichtungsplan stand, fiel mir auf, daß mir nach der Projektion des Grava-Films offenbar mein Notizbuch abhanden gekommen war, mit sämtlichen Notizen der letzten 48 Stunden. Sehr ärgerlich, zumal bei mehreren Filmen pro Tag die Eindrücke doch manchmal schon rasch zu verschmieren beginnen. Trotz Ablaufen meiner Wegstrecke und Nachfragens im Meliã ist das Heftlein bisher nicht wieder aufgetaucht. Schade.
Und um das alles richtig schön zu machen, fing es dann auch noch zu regnen, zu blitzen und zu donnern an. Die Zombies tanzten dennoch bis tief in die Nacht bei einer Open-Air-Party am Strand.
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Zweimal habe ich hier erst geschlafen und komme mir schon so vor, als sei ich eine kleine Ewigkeit in Sitges. Ein klares Zeichen ist das dafür, daß ich mich in den Rhythmus des Festivals habe hineinziehen lassen; das ist grundsätzlich nicht einmal etwas Schlechtes, nur muß man jetzt damit beginnen, ganz bewußt an regelmäßige Nahrungsaufnahme zu denken und dieser auch genügend Zeit einzuräumen. Angesichts der hohen Zahl interessanter Filme – heute stehen fünf bis sechs auf meinem Programm – ist das gar nicht immer so einfach.
Das ist minimal off-topic, aber für Zombies räume ich immer wieder gerne ein Plätzchen ein: Der liebe M. hat mich darauf hingewiesen, daß Lego in der Reihe seiner „Minifigures“ auch Platz für einen menschenfressenden Untoten gemacht hat: „Briiiiiiiiiicks…“
Ein neuer Trailer für Resident Evil: Afterlife ist seit wenigen Stunden im Netz unterwegs, und ich freue mich, dem sehr hohen Trashfaktor zum Trotz, zumindest ein bißchen scheckig. Hier wird allerdings noch deutlicher, worauf le M. schon neulich zurecht hinwies: Daß man offenbar für diesen vierten Film die Franchise heftig mit Elementen aus den Blade– und den Matrix-Filmen aufpeppen will. Sowie mit vielerlei Standardelementen aus jeder anderen Actionfranchise da draußen. Oh, und Beile fliegen in den Zuschauerraum, weil es natürlich 3D sein muß.
Kathrin hat vorhin, zur Saison passend, auf den großartigen Trash-Kurzfilm Die Nacht der lebenden Idioten (2006) von Eric Esser hingewiesen, mit Franziska Dick in der Hauptrolle; auch Françoise Cactus taucht irgendwann einmal auf und hat, wenn mich nicht alles täuscht, auch Musik beigesteuert.
Die Handlung verbindet klassische Zombiefilmmuster mit dem Schrecken, der Fußballfan (vor allem zu WM-Zeiten) heißt:
Nach dem Verzehr von Gammelfleisch mutieren die Besucher einer Semesterabschluss-Grillparty. Ihnen wachsen Fanschals, Fußballnational-trikots, Oberlippenbärte, Bierbäuche und sie grölen unaufhürlich Fußballlieder vor sich hin. Und wer mit ihnen in Kontakt kommt, wird einer von ihnen.
Eine kleine, durch Zufall zusammengeführte Gruppe, kann sich in ein Sportlerheim retten und sich dort vor der Horde herannahender Fußballfanzombies verschanzen. So unterschiedlich wie ihre Charaktere sind auch ihre Lösungsansätze.
Ein kleines Produktionsblog mit ein paar Bildern gab es seinerzeit auch noch. Der Film kann in beschränkter Qualität bei Underdogfilms (woher auch die Inhaltsangabe stammt) als handliches 66-Megabyte-.ogg-File heruntergeladen werden.
Wahlweise gibt es den Film aber auch, in drei Teile zerstückelt, bei Youtube und also jetzt hier:
Es ist jetzt schon eine Weile her, da hatte ich in Berlin dank des lieben M. die Gelegenheit, als diesjährigen Eröffnungsfilm von achtung berlin den kleinen, sehr feinen Zombiefilm Rammbock von Marvin Kren zu sehen, der den Max Ophüls Preis 2010 als bester mittellanger Film erhalten hatte und dann eben auch den new berlin film award in der Kategorie „Bester Spielfilm“ (zusammen mit Saturn Returns) gewann.
Der Zombiefilm ist ja kein Genre, das in Deutschland eine richtig solide Heimat gefunden hätte. Virus Undead, vor zwei Jahren auf dem Fantasy Filmfest zu sehen, war ein eher schröckliches Erlebnis. Rammbock wiederholte das nicht, ganz im Gegenteil. Mit seinen 59 Minuten ist der Film weise genug, seine Möglichkeiten und Inhalte nicht ins Unendliche auszudehnen, sondern bleibt kompakt, kurzweilig und interessant: Er beschränkt sich auf eine kleine Gruppe von Figuren und räumlich auf das Haus rund um einen Berliner Hinterhof; die Konzentration in Form und Inhalt verzichtet auf allen unnötigen Ballast.
Allzuviel Splatter braucht man deshalb nicht zu erwarten, auch wenn die Szenen von den Angriffen der Zombies aufregend in Szene gesetzt sind. Rammbock baut zwar die inzwischen übliche Geschichte um ein mutiertes Virus auf und läßt einige Figuren zombifiziert durch die Gegend wanken, beißen und gröhlen, das eigentliche Drama findet aber zwischen den eingeschlossenen Menschen statt: Die ewigen Fragen, wer nun infiziert ist und wer nicht und wie man womöglich zu dem im Hafen wartenden Schiff gelangen könne, das Rettung verspricht, treiben die Handlung voran – entwickeln, wachsen müssen aber die Figuren mit ihren Aufgaben und emotionalen Herausforderungen.
Und witzig ist das Ganze dann auch noch. Der Wiener Michael (Michael Fuith) ist extra aus Wien angereist, um seiner Ex Gabi (Anna Graczyk) ihren Wohnungsschlüssel zurückzubringen, und natürlich hofft er auf eine Versöhnung. Gabi ist aber gar nicht daheim, stattdessen werkeln zwei Handwerker vor sich hin, von denen sich der eine alsbald in einen Zombie verwandelt und von den anderen beiden nur mühsam gebändigt und aus der Wohnung geworfen werden kann. So werden Michael und Harper (Theo Trebs) zu einer Schicksalsgesellschaft; der ewig jammernde, fortwährend und heftig in Wiener Akzent vor sich hin beschwerende Michael und der eher schweigsame Harper, der sich in sein Schicksal zunächst gänzlich zu fügen scheint, dem aber der Ältere doch offenbar deutlich auf die Nerven geht.
Quer über den Hof gibt es dann noch eine Reihe von anderen seltsamen Figuren, die alle auf ihre Weise ums Überleben bemüht sind, und alles nimmt seinen tragikomischen Gang; natürlich taucht Gabi wieder auf, aber nichts wird, wie Michael sich das vorstellt.
Ich weiß nicht, wie sehr sich meine Leser_innen hier dafür interessieren, was und wieviel ich anderswo publiziere (meist recht aktuell hier vermerkt) – das ist neben den lieben Kleinen der zweithäufigste Grund dafür, daß hier gelegentlich längeres Schweigen herrscht. Jedenfalls würde ich mich freuen, wenn Ihr mir in den Kommentaren hinterlaßt, ob ich dies hier zu einer regelmäßigen Einrichtung machen soll.
Nämlich: Jeweils kurz vor dem entsprechenden Filmstart noch einmal auf die Texte hinzuweisen, die ich (hier und vor allem) anderswo zu startenden Filmen hinterlegt habe. Für diese Woche, mit Start am 6. Mai 2010, wären das:
Falls Euch die Texte gefallen sollten (oder Ihr sonst gut findet, was ich hier und andernorts mache), freue ich mich auch darüber, geflattred zu werden. Gleich hier unter dem Text. ;-)
Daß der Autor dieses Blogs, dessen Titel eine gewisse filmische Vorliebe seinerseits schon im prominent gezeigten Titel vor sich her trägt, in seinem Herzen eine sehr weiche Stelle für Milla Jovovich hat, mag man ihm, bei all deren schauspielerischen Schwächen, bitte und gerne nachsehen. Und weil er zudem Actiontrash ebensowenig abgeneigt wie er dem Zombiefilm herzlich zugeneigt ist, freut er sich, allen Unkereien zum Trotz, dann eben doch auf Resident Evil: Afterlife, den vierten Film der Franchise (hier meine Besprechung zu Nummer 3, Extinction) der zu allem knallbunten Überfluß auch noch in 3-D zu sehen sein wird. Im Trailer wumst es gewaltig und weitgehend sinnfrei.
Noch mehr freue ich mich freilich auf einen der neuen Filme mit Angelina Jolie (die zu verehren dieses Portrait einige Gründe bereithält), nämlich Salt, in dem sie eine amerikanische Agentin spielt, die vielleicht zugleich eine russische ist – ein Film, der schließlich auch deshalb sehenswert ist, weil Liev Schreiber und Chiwetel Ejiofor mitspielen.