Kurzfilm: United Monster Talent Agency

Dieser Kurzfilm von Greg Nicotero, der auch auf dem Festival in Sitges zu sehen war, zeigt uns, wo die klassischen (und einiger der postklassischen) Hollywoodmonstren wirklich herkommen. Wenn das eingebettete Video nicht funktioniert: Hier sollte man den Film sehen können.

Und ein paar Cameos gibt es auch…

Trailershow: Citizen Jane

What, liebe Freundinnen und Freunde, The F***? Anläßlich des „70th anniversary of the film that started it all“ soll, so erfährt man vom oben verlinkten Poster, Michelle Rodriguez die Hauptrolle in dem für 2011 angekündigten Film Citizen Jane spielen – und das soll sich tatsächlich auf Citizen Kane beziehen? Aber ja doch:

Citizen Jane stars Michelle Rodriguez as Charlotte Foster Jane, a lethal assassin hell bent on avenging the murder of her parents in this guns blazing, action packed retelling of Orson Welles 1941 classic, Citizen Kane.

She will do anything for her Rosebud…

Und einen Teaser gibt es auch schon:

Ja, natürlich ist das ein großer Witz, so gerne ich persönlich auch Michelle Rodriguez in solchen Rollen sehe (einer der Gründe, weshalb ich mich auch auf Machete freue) – der Trailer ist als Nebenprodukt bei den Arbeiten zu Blacktino von Aaron Burns entstanden. Aber weil das hübsches Marketing ist, spekulieren natürlich die ersten bereits, ob aus dem „Fake Trailer“, wie einst bei Machete auch, noch ein richtiger Film werden könnte. Wobei, so richtig kann man sich das als Hommage an/Remake von Citizen Kane vielleicht doch nicht vorstellen.

(Hat tip: Peter)

Kurzfilm: Cliché !

Es ist offensichtlich, oder, daß ich diesen Film hier vorstellen muß? Cédric Villain stellt hier mit großer, sehr französischer Gemütlichkeit (die in Paris übrigens nur wenig bekannt ist*) vor, was man im Ausland so über diese seltsamen Bewohner_innen Frankreichs denkt.

(Es gibt das Video natürlich auch auf Englisch, mit bezauberndem französischem Akzent, und überhaupt in besserer Qualität und zum Downloadvia.)

*Um das tendenziell wenig entspannte Wesen der Pariser_innen zu illustrieren: Kürzlich sah ich hier eine junge Dame mit einem T-Shirt, das sofort mein Herz gewann. Es trug die Aufschrift: „I ♥ RIEN. JE SUIS PARISIENNE.“ (zurück)

Die ersten Minuten aus Get Him To The Greek

Ich hatte bereits am vergangenen Montag Gelegenheit, Get Him To The Greek zu sehen, eine Art Spin-Off zu Forgetting Sarah Marshall (2008), das sich primär um den Rockmusiker Aldous Snow (Russell Brand) dreht, im vorherigen Film der neue Liebhaber der Titelfigur (die in Greek einen kurzen Auftritt hat). Regie führt hier wieder Nicholas Stoller, und Judd Apatow ist aufs Neue als Produzent beteiligt. Der Film ist freilich weniger leichtfüßig als Forgetting Sarah Marshall – „ernst“ wäre ein zu großes Wort, aber doch: nachdenklicher.

Natürlich sind Drogen reichlich im Spiel (ich habe den Film mal tentativ als „Fear And Loathing in Las Vegas für Apatow-Fans“ umschrieben, aber das ist vielleicht auch völlig falsch), und Snow zur Seite steht Aaron Green (Jonah Hill), ein kleines Licht in einer Plattenfirma, der Snow rechtzeitig zu einem Comeback-Konzert einmal um die halbe Erde lotsen soll.

In Brands Blog habe ich die ersten fünf Minuten des Films gefunden, die etwas hektischer sind als der Rest des Films, aber auch gut für sich stehen können: als kleines fiktionales Zeitdokument über Boulevardjournalismus in Zeiten von Selbstentblößung und Internet. Sehr hübsch.

(Ausführliche Kritik folgt.)

Südafrika im Griff der Fußball-Aliens

Im Grunde liegt die Idee auf der Hand, wenn die Fußball-WM schon in Südafrika stattfindet, dann sind die Parallelen zur Handlung des wohl bekanntesten dort entstandenen Films, District 9, ziemlich offensichtlich. Hier also nun, nach Die Nacht der lebenden Idioten, ein weiterer kurzer Fußballfilm, District 11:

(via)

Kurzfilm: Pig Me

Pig Me ist ein kurzer Animationsfilm, der an der dänischen Hochschule The Animation Workshop von Marie-Louise H. Jensen, Israel Hernandez, Mette Rank Tange, Rebecca Sørensen und Ditte Gade erstellt wurde. Die Geschichte eines kleinen Ferkels beginnt als Horrorfilmen mit starken Anleihen an den expressionistischen Film, verlagert sich aber alsbald in die offenbar bestgehende Tierhandlung der Welt, wo die These, daß Mensch und Haustier sich im Laufe der Zeit immer ähnlicher sähen, auf seinen Kern gewendet wird: Daß man sich nämlich immer schon Haustiere wählt, die einem entsprechen.

Seid gewarnt: Freundlich ist dieser Film nicht, aber von subtilem schwarzem Humor.

(Komplette Filmcredits auf der Seite der Hochschule; via)

Die Nacht der lebenden Fußballzombies

Kathrin hat vorhin, zur Saison passend, auf den großartigen Trash-Kurzfilm Die Nacht der lebenden Idioten (2006) von Eric Esser hingewiesen, mit Franziska Dick in der Hauptrolle; auch Françoise Cactus taucht irgendwann einmal auf und hat, wenn mich nicht alles täuscht, auch Musik beigesteuert.

Die Handlung verbindet klassische Zombiefilmmuster mit dem Schrecken, der Fußballfan (vor allem zu WM-Zeiten) heißt:

Nach dem Verzehr von Gammelfleisch mutieren die Besucher einer Semesterabschluss-Grillparty. Ihnen wachsen Fanschals, Fußballnational-trikots, Oberlippenbärte, Bierbäuche und sie grölen unaufhürlich Fußballlieder vor sich hin. Und wer mit ihnen in Kontakt kommt, wird einer von ihnen.

Eine kleine, durch Zufall zusammengeführte Gruppe, kann sich in ein Sportlerheim retten und sich dort vor der Horde herannahender Fußballfanzombies verschanzen. So unterschiedlich wie ihre Charaktere sind auch ihre Lösungsansätze.

Ein kleines Produktionsblog mit ein paar Bildern gab es seinerzeit auch noch. Der Film kann in beschränkter Qualität bei Underdogfilms (woher auch die Inhaltsangabe stammt) als handliches 66-Megabyte-.ogg-File heruntergeladen werden.

Wahlweise gibt es den Film aber auch, in drei Teile zerstückelt, bei Youtube und also jetzt hier:

Iron Baby

Mir würde sicher noch einiges zur durchaus problematischen Kombination von kindlicher Unschuld und militaristischem Gehabe einfallen, das hier mit durchexerziert wird; andererseits zieht dieses kurze Filmchen eine ganze Reihe von ironischen Zwischenebenen ein, die Iron Man 2 etwa total abgehen. Enjoy!

(Ein paar Infos dazu bei Wired; via)

Planet 51 (2009)

Spätestens seit meiner Besprechung von Chicken Little dürfte ja irgendwie klar sein, daß ich leichtfüßigen Animationsfilmen „für die ganze Familie“, die sich komödiantisch den Science-Fiction-Film vornehmen, nicht abgeneigt bin. Insofern ist es naheliegend, daß ich mir auch Planet 51 näher ansehe.

Die Geschichte karikiert die klassischen Alien-Invasionsfilme der 1950er Jahre, indem sie zunächst einmal die Prämisse völlig umdreht. Handlungsort ist hier nämlich nicht die Erde, sondern der titelgebende „Planet 51“, bewohnt von (natürlich sehr niedlichen) grünen Aliens mit Fühlern, deren Lebensstil ziemlich genau dem entspricht, was man von einer amerikanischen Kleinstadt der 1950er erwarten würde – außer daß nahezu überall Kornkreis-Symbole auftauchen und die Mensche kleine Gigersche Aliens mit Säurenurin als Haustiere durch die Gegend zerren. Das ist eine knallbunte Szenerie wie aus Back To The Future, allerdings noch deutlich überdrehter, und wenn es regnet, dann fallen Steine vom Himmel.

Teenager Lem ist gewissermaßen der Marty McFly in dieser Konstellation: sympathischer Underdog. Er ist ein bißchen zu brav, seine Angebetete schmeißt sich lieber an den lokalen Hippie heran, und er träumt von einer Zukunft bürgerlichster Natur. Gerade hat er stolz seinen neuen Job im Planetarium angetreten, als ein Alien auf seinem Planeten landet (und sich dann unerwartet an Lems Arbeitsplatz versteckt): Captain Charles T. Baker von der NASA. Eine Weile spielt der Film mit dem beidseitigen Mißverständnis, wer hier das Alien und also schrecklich und zu fürchten sei; glücklicherweise läßt er das dann bald hinter sich. Danach wird aus Planet 51, wenn auch eben unter umgekehrten Vorzeichen bzw. Hautfarben und Körperformen, eine gut gemachte, wenn auch nicht besonders herausragende typische Alienkomödie, bei der das Militär die einerseits Bösen, andererseits aber vor allem etwas Tumben repräsentiert, die den Fremden fangen und studieren wollen. Nicht zuletzt ist da Professor Kipple (im Original von John Cleese gesprochen), der Charles‘ Gehirn einer genaueren Untersuchung unterziehen möchte – ex vivo, versteht sich.

Für das etwas erwachsenere Publikum dieser absolut jugendfreien Veranstaltung gibt es reichlich spielerische Verweise auf Filme wie E.T. (natürlich die Flugszene bei Vollmond), Star Wars (das Geräusch von Lukes Landspeeder) und Wall-E, der offenbar Pate stand für Charles‘ hundeartigen Roboter „Rover“. Den kann nichts mehr begeistern als Steine, die er aufsammeln kann, und wenn es hier regnet, dann ist er euphorisch glücklich, „Singing in the rain“ inklusive.

Origineller wird das nicht (sieht man von einem völlig überzogenen John-Woo-Moment ab), und das Ende schmalzt so heftig (of course he does get the girl), daß man sich im Sessel zu krümmen beginnt; für brauchbare Familienunterhaltung reicht das aber schon, wenn man nicht das Bedürfnis nach höherer Komplexität hat. Den Einheimischen von Planet 51 steht da im Übrigen noch einiges bevor, denn selbst das mit dem Protestieren und Aufbegehren gegen die herrschende Ordnung müssen sie noch üben: „We’re really upset! We’re really upset!“ reicht als Schlachtruf auf Dauer nicht.