Kurz verlinkt, 19. November 2010

Lesens- und Sehenswertes aus den vergangenen Tagen (17. November 2010 bis 19. November 2010):

Rare Exports: Die Kurzfilme

Für nahezu alle Beteiligten und die meisten Unbeteiligten völlig überraschend kommt am 23. Dezember 2010, passend und trefflich rechtzeitig zum Fest, der, nunja, sehr eigene Weihnachtsfilm Rare Exports: A Christmas Tale sogar in deutsche Kinos. (Den Trailer gibt’s weiter unten.)

Der Film (Besprechung folgt noch hier bei filmstarts.de) spielt im Norden Finnlands, wo ein etwas zwielichtiger Geschäftsmann seine Firma nach dem Grab des Weihnachtsmannes graben läßt – und als er es dann gefunden hat, geschehen reichlich seltsame Dinge. Kinder verschwinden, Rentiere werden dutzendweise gerissen, und generell kann von fröhlicher Weihnacht nur bedingt die Rede sein.

Die Handlung von Rare Exports basiert auf zwei Kurzfilmen, die Autor und Regisseur Jalmari Helander zuvor veröffentlicht hatte: Rare Exports Inc. von 2003 und, zwei Jahre später, The Official Rare Exports Inc. Safety Instructions 2005. Beide Filme unterscheiden sich zwar in ihrer Erzählweise völlig von Helanders (übrigens erstem) Langfilm – die Shorts sind als Werbe- bzw. Instruktionsvideos der fiktionalen Firma „Rare Exports Inc.“ aufgemacht -, sie deuten aber schon viele Themen an, die in Rare Exports: A Christmas Tale auch enthalten sind, der im Grunde als eine Art inhaltliches Prequel zu den Filmen funktionieren könnte, wenn dann nicht einige Ungereimtheiten logischer Natur übrigblieben. Aber das ist ja Wurscht.

Jedenfalls sind diese beiden kurzen Filmchen nicht nur sehr unterhaltsam, sondern auch die beste Werbung für den reichlichen Schrägen Weihnachtsfilm, den es Ende des Jahres zu sehen geben wird. Darauf einen Glühwein!

We wish you a safe and merry christmas!

Rare Exports Inc.

(Direktlink)

The Official Rare Exports Inc. Safety Instructions 2005

(Direktlink)

Und hier ist der Trailer zum Langfilm:

Foto: Filmwebsite

Kurz verlinkt, 16. November 2010

Lesens- und Sehenswertes aus den vergangenen Tagen:

Kurzfilm: Herr Blumfisch explodiert (2003)

„Detmold, am Rande Bielefelds“ – das ist als Handlungsort für einen Animationskurzfilm immerhin ein klares Statement, ein Bekenntnis zu unserer inneren Provinz. Das Schöne am Kurzfilm Herr Blumfisch explodiert (der im Rahmen der Kompilation Kurz – Der Film 2004 sogar ins Kino kam; mehr Infos) von Matthias Schreck (Regie) und Marc Hotz (Drehbuch) ist, wie sehr mit allen Mitteln – den Interviews, den Talking Heads und vor allem: der Stimme des Sprechers! Atmosphäre und Gestus der true crime stories meist amerikanischer Provinienz nachgeahmt und ironisiert wird. Unterhaltsame elf Minuten.

(„Fritten mit Senf?“; Direktlink; via)

Heute: Komische Filmnacht: Symbol

Berliner_innen, aufgemerkt! Heute abend wird der allem Vernehmen nach hochgradig komische Film Symbol in der Komischen Filmnacht ab 20.30 Uhr im Filmtheater am Friedrichshain zu sehen sein. Für schlappe sechs Euro fünfzig sollte das ein Pflichttermin sein (mit Fortsetzung jeden 1. Mittwoch im Monat). (Facebook-Event) Hier noch der Trailer:

Kurzfilm: United Monster Talent Agency

Dieser Kurzfilm von Greg Nicotero, der auch auf dem Festival in Sitges zu sehen war, zeigt uns, wo die klassischen (und einiger der postklassischen) Hollywoodmonstren wirklich herkommen. Wenn das eingebettete Video nicht funktioniert: Hier sollte man den Film sehen können.

Und ein paar Cameos gibt es auch…

Trailershow: Citizen Jane

What, liebe Freundinnen und Freunde, The F***? Anläßlich des „70th anniversary of the film that started it all“ soll, so erfährt man vom oben verlinkten Poster, Michelle Rodriguez die Hauptrolle in dem für 2011 angekündigten Film Citizen Jane spielen – und das soll sich tatsächlich auf Citizen Kane beziehen? Aber ja doch:

Citizen Jane stars Michelle Rodriguez as Charlotte Foster Jane, a lethal assassin hell bent on avenging the murder of her parents in this guns blazing, action packed retelling of Orson Welles 1941 classic, Citizen Kane.

She will do anything for her Rosebud…

Und einen Teaser gibt es auch schon:

Ja, natürlich ist das ein großer Witz, so gerne ich persönlich auch Michelle Rodriguez in solchen Rollen sehe (einer der Gründe, weshalb ich mich auch auf Machete freue) – der Trailer ist als Nebenprodukt bei den Arbeiten zu Blacktino von Aaron Burns entstanden. Aber weil das hübsches Marketing ist, spekulieren natürlich die ersten bereits, ob aus dem „Fake Trailer“, wie einst bei Machete auch, noch ein richtiger Film werden könnte. Wobei, so richtig kann man sich das als Hommage an/Remake von Citizen Kane vielleicht doch nicht vorstellen.

(Hat tip: Peter)

Kurzfilm: Cliché !

Es ist offensichtlich, oder, daß ich diesen Film hier vorstellen muß? Cédric Villain stellt hier mit großer, sehr französischer Gemütlichkeit (die in Paris übrigens nur wenig bekannt ist*) vor, was man im Ausland so über diese seltsamen Bewohner_innen Frankreichs denkt.

(Es gibt das Video natürlich auch auf Englisch, mit bezauberndem französischem Akzent, und überhaupt in besserer Qualität und zum Downloadvia.)

*Um das tendenziell wenig entspannte Wesen der Pariser_innen zu illustrieren: Kürzlich sah ich hier eine junge Dame mit einem T-Shirt, das sofort mein Herz gewann. Es trug die Aufschrift: „I ♥ RIEN. JE SUIS PARISIENNE.“ (zurück)

Die ersten Minuten aus Get Him To The Greek

Ich hatte bereits am vergangenen Montag Gelegenheit, Get Him To The Greek zu sehen, eine Art Spin-Off zu Forgetting Sarah Marshall (2008), das sich primär um den Rockmusiker Aldous Snow (Russell Brand) dreht, im vorherigen Film der neue Liebhaber der Titelfigur (die in Greek einen kurzen Auftritt hat). Regie führt hier wieder Nicholas Stoller, und Judd Apatow ist aufs Neue als Produzent beteiligt. Der Film ist freilich weniger leichtfüßig als Forgetting Sarah Marshall – „ernst“ wäre ein zu großes Wort, aber doch: nachdenklicher.

Natürlich sind Drogen reichlich im Spiel (ich habe den Film mal tentativ als „Fear And Loathing in Las Vegas für Apatow-Fans“ umschrieben, aber das ist vielleicht auch völlig falsch), und Snow zur Seite steht Aaron Green (Jonah Hill), ein kleines Licht in einer Plattenfirma, der Snow rechtzeitig zu einem Comeback-Konzert einmal um die halbe Erde lotsen soll.

In Brands Blog habe ich die ersten fünf Minuten des Films gefunden, die etwas hektischer sind als der Rest des Films, aber auch gut für sich stehen können: als kleines fiktionales Zeitdokument über Boulevardjournalismus in Zeiten von Selbstentblößung und Internet. Sehr hübsch.

(Ausführliche Kritik folgt.)

Südafrika im Griff der Fußball-Aliens

Im Grunde liegt die Idee auf der Hand, wenn die Fußball-WM schon in Südafrika stattfindet, dann sind die Parallelen zur Handlung des wohl bekanntesten dort entstandenen Films, District 9, ziemlich offensichtlich. Hier also nun, nach Die Nacht der lebenden Idioten, ein weiterer kurzer Fußballfilm, District 11:

(via)