FFF 2009: Final Destination 4 (2009)

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Zur Final Destination-Reihe wollte ich mich in den nächsten Tagen, wenn’s meine Zeit erlaubt, noch einmal anders äußern; zum vierten Teil speziell ist letztlich nicht so viel zu sagen. Die Idee, das ist nicht ungewöhnlich, hat sich inzwischen ein wenig abgenutzt; immerhin wurde diesmal darauf verzichtet, allzu komplexe Todesszenarien zu spinnen, allerdings geht das ein wenig auf Kosten der Spannung – Teil 3 hatte durch übertriebenes und gerne mal fehlleitendes Foreshadowing auch Spannung erzeugt. Gleichwohl gerät auch der neue Film zum Lehrvideo zur Vermeidung von Unfällen am Arbeitsplatz und im Haushalt.

Dem Einsatz der 3D-Technik verdanken wir in diesem Film den häufigen Tod durch (Richtung Kamera) herumfliegende Gegenstände, es fliegen Körperteile, Organe und Blutspritzer. Insgesamt ist das zumindest effektvoll und wirkt beileibe nicht so künstlich wie bei My Bloody Valentine (2009; meine Kritik), bei dem mich das 3D-Getrickse eher genervt hatte.

Tatsächlich interessiert sich der Film kaum für seine Figuren und für die Art und Weise, wie sie sich mit ihrem drohenden Tod auseinandersetzen, und auch nicht einmal im Ansatz für die metaphysischen Fragestellungen, die dahinter verborgen liegen; die Final Destination-Reihe arbeitet sich jetzt fast nur noch an der Mechanik des Todes ab, die hier eine Mechanik des Verschleißes, der mangelhaften Technik ist. (Ganz im Gegensatz zu den Saw-Filmen, bei denen es die unerbittlich funktionierende Technik ist, die Schrecken und Tod verbreitet.)

Zum Ende hin leistet sich der Film dann eine geradezu ironische Auseinandersetzung mit seinen eigenen Vermarktungs- und Rezeptionsbedingungen. Zwei der Protagonistinnen sitzen im Kino, es läuft ein Film in 3D, und die beiden tragen Brillen von weitaus geringerer Klobigkeit als der Ziegelstein, der mir schon nach einer Stunde Schmerzen auf der Nasenwurzel bereitete. Das Publikum im Saal ist vom Geschehen auf der Leinwand nicht nur gebannt, sondern wird vor Schreck vor den heranfliegenden Illusionen dramatisch in die Sitze zurückgeworfen. Das wirkt doch arg aufgesetzt und wie aus einem Werbespot für die 3D-Technik, wenn man zeitgleich die insgesamt etwas verhalteneren Reaktionen eines realen Publikums (dem man selbst mit angehört) verfolgen kann.

Der Held derweil versucht die beiden jungen Damen zu finden, weil das Kino alsbald Ort des nächsten Unglücks zu werden droht – Final Destination 4 nutzt das übrigens nur minimal dazu aus, die/den Zuschauer_in an seine eigene Position als Kinogänger_in zu erinnern -, aber er kann sie lange nicht finden, weil der Film nicht nur in einem Kino gezeigt wird, sondern in fünf oder sechs Sälen des Multiplexes gleichzeitig.

Das scheint mehr Gag und retardierendes Mittel als irgendetwas anderes zu sein, aber viel direkter kann man eigentlich kaum thematisieren, mit wieviel Marktmacht die 3D-Technik in immer neuen Spektakeln derzeit in die Kinos gedrückt wird, ohne daß dabei wirklich immer besonders Aufregendes zu sehen wäre.

— Sehr hörenswert und inspirativ ist übrigens der F.LM-Podcast zu Final Destination 4.

Foto: Fantasy Filmfest

(Ergänzt am 7. September 2009)

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