FFF 2009: Kurzkritiken (3)

Alle Beiträge zum Fantasy Filmfest 2009 unter dem Tag FFF2009

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Pontypool: Bruce McDonalds im Anschluß an den ambitionierten The Tracey Fragments (meine Kritik) gedrehter Horrorfilm wird meist als Zombiefilm angekündigt, so recht will diese Beschreibung und Zuschreibung aber nicht passen, zu unklar bleibt das Geschehen, zu wenig wird es visuell wahrnehmbar oder gar ausgewalzt.

Pontypool ist vor allem eins: Talk Cinema. Ein Radiomoderator spricht, und wir sehen ihm dabei zu, sehen noch sein Umfeld und seine Kolleginnen, aber es ist vor allem seine Stimme, also die von Stephen McHattie, die die Wahrnehmung bestimmt. Im Keller einer Kirche hat sich die kleine Radiostation des kanadischen Pontypool eingerichtet, und der neue Moderator hat seinen ersten Tag, während es draußen offenbar zu seltsamen Ereignissen und Unruhen kommt.

Sprache ist das Thema dieses Films, und während das im Filmverlauf zu einigen fürs gewöhnliche Horrorkino zu bizarren Wendungen führt, hat sich hier jemand Gedanken gemacht über die Kraft, die in Wörtern, in Schrift und vor allem in Sprache steckt. Unbedingt sehenswert.

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The Killing Room: Eine junge Militärpsychologin muß an ihrem ersten Tag an ihrer neuen Top-Secret-Arbeitsstelle in hochgradig illegales Menschenexperiment beaufsichtigen, dessen Ziel ihr zunächst immerhin ein bißchen weniger unklar ist als den Proband_innen. The Killing Room hat im Grunde ein typisches Reality-Show-Szenario (in dieser Hinsicht Prime Time nicht unähnlich): Einer wird rausgewählt. Freilich sind hier die Methoden wenig zimperlich.

Trotz allem kann der Film weder so recht Spannung oder Betroffenheit aufkommen lassen, noch bewegt er sich ästhetisch auf aufregendem Terrain; es gibt Wechsel zwischen Beobachtungsposten, Überwachungskameras und dicht an den Personen geführten Handkameraeinstellungen, das hat man alles schon einmal gesehen. Leider enttäuschte auch der Auftritt einer meiner Lieblingsschauspielerinnen, Clea DuVall, was aber nicht an DuVall liegt, sondern an ihrer Rolle. Das näher zu erläutern hieße schon viel von der Handlung zu verraten.

Fotos: Fantasy Filmfest

3 Gedanken zu “FFF 2009: Kurzkritiken (3)”

  1. Also Pontypool war für mich eine der totalen Überraschungen des FFF. Im positiven Sinne. Nun reagiere ich sowieso sehr auf spezielle Stimmfarben, und die sonore, tiefe Stimem von McHattie hat mich von Minute Eins in ihren Bann gezogen. Aber die Bedeutung dahinter, dass Worte die Wurzel allen Übels sein können, fand ich echt mal einen interessanten Ansatz. Sollte man sich unbedingt auf DVD geben und dann bitte im Original.
    Killing Room hat sich mein Schwesterherz angesehen und war durchaus ganz angetan. Ich mag Timothy Hutton sehr gerne, und werde mir den Film sicherlich auf DVD anschauen.

  2. Die britische Killing Room-DVD gibt es schon; ich hatte nur wenig Zeit für’s FFF und habe die meisten Filme vorab entweder hier in Frankreich im Kino gesehen oder die französischen oder britischen DVDs gesichtet.

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