Kurzfilm: Somnolence

Das hier ist Somnolence, ein Kurzfilm von Patrick Kalyn, der an den Spezialeffekten von Filmen wie Avatar, District 9 oder King Kong (2005) beteiligt war; die offizielle Synopsis liest sich wie folgt:

By 2031, the Earth has exhausted its supply of fossil fuels. With the world on the verge of collapse, nations from around the globe form a coalition called AREN; the ‘Manhattan Project’ of clean self-replenishing energy. When an experiment goes wrong that threatens the world’s existence, David Canterra and a team of elite soldiers are sent on a mission to stop the anomaly. What they find is a mind-bending alternate dimension, and their only way home is through the fabric of time.

Es ist allerdings gut, daß man das so genau erklärt bekommt, denn aus dem spärlichen Dialog des Films läßt sich derlei komplexe Handlung nur mühsam destillieren. Am Drehbuch wäre also noch ein wenig zu arbeiten… aber schick sieht der Streifen schon aus.

(via)

Gérardmer 2011 – die Filme, die Jurys

Gérardmer 2011 - SchriftzugAm späten Nachmittag wurde heute bekanntgegeben, welche Filme auf dem 18ème Festival du Film fantastique in Gérardmer (26. bis 30. Januar) zu sehen sein werden – und von welchen Jurys sie begutachtet werden. (Einige Links und Infos werde ich in den nächsten Tagen hier noch ergänzen. Alle Infos erscheinen jetzt auch nach und nach auf den offiziellen Seiten des Festivals.)

Dario Argento wird, wie schon berichtet, der Wettbewerbsjury vorsitzen; die von mir erhoffte Argento-Retrospektive wird es freilich nicht geben.

Der Jury gehören noch einige andere große Namen an: Alexandra Aja (Regisseur u.a. von Piranha 3D), Maurice Barthelemy, Anne Caillon, Fred Cavayé (Autor und Regisseur von Pour Elle und des sehr sehenswerten À bout portant), Nicolas Cazalé und der großartige Schauspieler Clovis Cornillac (der wesentlich mehr kann als nur Astérix) sowie Lucile Hadzihalilovic (Mitautorin von Enter The Void, Regisseurin von Innocence), Serge Hazanvicius und Sophie Quinton.

Die Wettbewerbsfilme sind:

Es sind diesmal viele Erstlinge dabei und einige Filme, die schon vergangenen Oktober in Sitges liefen und dort mit z.T. sehr positiven Reaktionen bedacht wurden.

Außer Konkurrenz laufen:

  • Aladin et la lampe merveilleuse von Jean Image (Animationsfilm für Kinder)
  • American Grindhouse von Elijah Drenner (Dokumentarfilm)
  • Cold Prey 3 (Fritt Vilt 3) von Mikkel Brænne Sandemose
  • The Hunters von Chris Briant (Abschlußfilm)
  • Hybrid von Eric Valette
  • Machete Maidens Unleashed! von Mark Hartley (Dokumentarfilm)
  • Proie von Antoine Blossier (meine Kritik)
  • Prowl von Patrik Syversen (meine Kritik)
  • Quarantine 2: Terminal von John Pogue
  • Rare Exports: A Christmas Tale von Jalmari Helander (meine Kritik)
  • Vanishing On 7th Street von Brad Anderson (meine Kritik)

La Nuit Giallo:

In der dem Giallo gewidmeten langen Nacht werden L’ucello dalle piume di cristallo von Dario Argento, Reazione a catena von Mario Bava sowie O squartatore di New York von Lucio Fulci gezeigt.

Retrospektive:

Die Retrospektive in diesem Jahr widmet sich dem Oberthema des Festivals „Schizophrénie, Claustrophobie, Paranoïa… et autres petites joies de l’existence“ („Schizophrenie, Klaustrophobie, Paranoia … und andere Freuden der Existenz“) – gezeigt werden Filme von 1919 bis heute:

  • Das Kabinett des Dr Caligari (1919) von Robert Wiene
  • Dr Jekyll & Mr Hyde (1941) von Victor Fleming
  • Psycho (1960) von Alfred Hitchcock
  • Repulsion (1965) von Roman Polanski
  • Body Double (1984) von Brian De Palma
  • Dead Ringers (1988) von David Cronenberg
  • Donnie Darko (2001) von Richard Kelly
  • Haute Tension (2002) von Alexandre Aja
  • The Machinist (2005) von Brad Anderson
  • Bug (2006) von William Friedkin (meine Kritik)
  • The Mist (2007) von Frank Darabont (meine Kritik)
  • Ne te retourne pas (2009) von Marina de Van

Kurzfilme:

Der Kurzfilmjury steht Kim Chapiron vor, Regisseur von Sheitan und Dog Pound; dazu gehören außerdem Catherine Hosmalin, Mohamed Mazouz, Thomas Ott und Raphaël Personnaz.

Gezeigt werden folgende französischen Shorts:

  • Bloody Christmas 2 – La Revolte des Sapins von Michel Leray
  • Cabine of the Dead von Vincent Templement (Trailer)
  • Le Miroir von Sébastien Rossignol
  • Le Vivier von Sylvia Guillet
  • Mandragore von Fabrice Blin
  • No Face von Mathilde Arnaud und Jean-Yves Arnaud
  • Red Balloon von Damien Macé und Alexis Wajsbrot

In einer weiteren Sektion werden Filme vorgestellt, die in Frankreich direkt als DVD erscheinen:

Ein paar Erwartungen an das Programm wurden nicht erfüllt (daß etwa John Carpenters The Ward zu sehen sein würde, damit hatte ich eigentlich fest gerechnet), aber es sieht doch so aus, als würden dem Festivalpublikum da einige Highlights geboten.

The Eye (2008)

Daß das Auge für den Film ein interessantes Sinnesorgan ist, kommt jetzt wohl nicht besonders überraschend – und natürlich läßt das Kino gerne das Publikum die unheimlichen Wesen zu Gesicht bekommen, die außer ihnen nur die Protagonist_innen wahrnehmen können, oder umgekehrt.

The Eye von David Moreau und Xavier Palud (Ils) wechselt da ständig die Ebenen, mal sieht man die Geister, die Sydney Wells (Jessica Alba) sieht, mal nicht, und das ist natürlich eher triviale Absicht, Mittel der Spannungserzeugung und all das. Sydney selbst versteht erst langsam, was da mit ihr passiert – sie war bis vor kurzem noch blind und kann nun dank einer Organspende wieder sehen. Leider sieht sie nun auf einmal einige Tote herumlaufen (sie versteht das in einer leider völlig unlustig gehaltenen Szene, die mich sehr an Ghost Town erinnerte, als sie durch den Geist einer jüngst Verstorbenen einfach hindurchgeht – was beide Beteiligten ziemlich überrascht) und hat Visionen von sterbenden Menschen, die sie nicht richtig einordnen kann.

The Eye ist das Remake eines Filmes von 2002 der Gebrüder Oxide und Danny Pang, die dann anschließend in Hollywood The Messengers (meine Kritik) ebenso gemacht haben wie das furchtbare Remake ihres eigenen Bangkok Dangerous von 1999. Ich kenne das Original nicht, aber das Remake jedenfalls ist frei von allen echten Gruseligkeiten und Schreckmomenten. Gewiß, ein paar Oha!-Augenblicke mag es schon geben, aber mehr Unheimlichkeit auch in einem ganz basalen Sinne will sich nicht einstellen. Eher gleicht der Film zunehmend einer Schnitzeljagd auf der Suche nach den Ursachen für Sydneys Visionen.

Warum Sydney aber zum Beispiel dank ihrer neuen Augen auch Sachen hört, die andere nicht vernehmen können, läßt der Film natürlich offen – danach zu fragen ist aber vielleicht auch Erbsenzählerei. Um Erklärungen geht es The Eye nie wirklich, aber eben auch nicht um eine dichte, sondern nur möglichst stromlinienförmige Erzählung. Das einzige, was ich dem Film wirklich abgewinnen konnte, war seine unterschwellige Einbindung der diversen Diskurse um Jessica Albas Ethnie – dass sie etwa, wenn sie in den Spiegel sieht, nicht sich selbst sondern das Gesicht einer Mexikanerin sieht -, die Alba ganz offen dann durch ihre Rolle in Machete zum Thema macht.

Kurzfilm: Tous des monstres

Da Spreeblick den Film vorgestern schon gezeigt hat, sieht ihn wahrscheinlich kaum jemand hier zum ersten Mal; aber Tous des Monstres (Homepage), der Abschlußfilm von Nicolas Deprez, Laurent Jaffier, Pierre Lippens und Gabrielle Lissot, ist auch noch einen Blick leicht wert. Es gilt in der Tat die doppelte Warnung, den Film trotz seiner hübschen Verneigungen vor dem expressionistischen Film womöglich nicht am Arbeitsplatz (oder in anderen nicht-privaten Kontexten) anzusehen und von empfindsameren Naturen fernzuhalten.

Trash am Mittwoch: Death Race 2 (2010)

Ich mochte ja das Remake des Trashklassikers Death Race 2000 von 1975 eigentlich ganz gerne (meine Kritik); als weitgehend hirnlose Unterhaltung der Kategorie „Blut, Männerschweiß und Frauenkörper“ kam das Ganze zwar vielleicht etwas glatter und berechnender daher als das Original (das freilich im Vergleich vom Charme der Vergangenheit profitiert), aber ich bin ja für solche guilty pleasures durchaus gelegentlich zu haben.

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Nun gibt es mit Death Race 2 eine Direct-to-Video-Fortsetzung des Spektakels, das freilich in der Logik der Filmhandlung ein Prequel darstellt, also die Vorgeschichte zum Death Race mit Jason Statham erzählen soll. Paul W.S. Anderson, zuletzt mit Resident Evil: Afterlife und jetzt mit den drei Musketieren beschäftigt (alles gemeinsam mit Ehefrau Milla Jovovich), übergab den Regiestab vermutlich ganz gerne an Roel Reiné, der schon so einiges B-Material beaufsichtigt hat und als nächstes die Scorpion King-Saga (überflüssigerweise) um einen weiteren Film erweitern darf. Anderson produzierte allerdings mit, und mit Roger Corman als ausführendem Produzent sind hier durchaus Leute am Werk, die ihr B-Handwerk verstehen.

Und so ist Death Race 2 auch ein Werk durchaus polierter Oberflächen, ausgestellter Blutigkeit (allerdings viel zahmer als sein Vorgänger) und straffer Dramaturgie. Daß innerhalb dieses Gerüsts allerdings viel Quark geredet und gemacht wird, muß man es extra ausbuchstabieren? Ving Rhames, der in jedem dieser Filme aufzutauchen scheint, wenn auch diesmal in etwas feineren Zwirn gewandet als sonst, ist ebenso dabei wie Sean Bean in einigen wenigen Szenen, Danny Trejo wirkt nach Machete hier schon ziemlich unterfordert, und Luke Goss gibt den Protagonisten ohne großes Federlesen oder Mienenspiel.

Das Frauenbild hat sich schließlich seit dem letzten Death Race noch verschlimmert (oder müßte das nach der diegetischen Chronologie langsame Hoffnung auf Verbesserungen bedeuten?) – hier sind sie nurmehr (wortwörtlich) Nummerngirls, namenlose Beifahrerinnen und „Collateral Damage“ – schlimmer noch, Tanit Phoenix darf hier mit Goss nicht nur anbandeln, sie wird ihm dann auch noch, als Belohnung für ein gewonnenes Rennen, von Rhames‘ Oberbösewicht als sexuelle Belohnung kredenzt – und gibt sich natürlich gerne und freiwillig hin.

Das aber, liebe Leserinnen und Leser, muß man sich wirklich nicht unbedingt ansehen.

Kurzfilm: Modern Times

Wenn die dunkle Seite des Mondes ins Blickfeld gerät, dann hat man endlich das Maß an Lichtarmut erreicht, das man für richtig großes Kino braucht. Modern Times von BC2010 ist ein kurzer, vor allem am Computer entstandener Film (siehe die Szenen Behind the Scenes), der Chaplins Klassiker mit Kubricks nicht minder klassischem 2001: A Space Odyssey verbindet. Kamera: Richard Mountney, Assistenzen: Simon Mountney, Tom Mountney und Robin Mair.

(via)

Devil (2010)

Ich habe mich mit Devil schon in der gebotenen Kürze für die nächste Ausgabe der Deadline beschäftigt und will hier nicht wiederholen, was ab kommender Woche auch im Druck zu lesen sein wird; aber jedenfalls sollte man den Film nicht, wie das gerne geschehen ist, umstandslos zu den anderen Filmen M. Night Shyamalans subsumieren, nur weil der Film auf einer seiner Ideen beruht und von ihm unter dem Banner der wohl als Trilogie geplanten „The Night Chronicles“ erscheint und produziert wurde.

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John Erick Dowdle, der vorher Quarantine gemacht hat (das [REC]-Remake; meine Kritik) und noch früher The Poughkeepsie Tapes, ist mindestens ein wirklich guter Handwerker. Devil mag an einigen Stellen etwas unruhig wirken, wenn die Schauplätze etwas schneller wechseln, als dies nötig und der klaustrophobischen Stimmung im Haupthandlungsort Aufzug zuträglich gewesen wäre – Spannung erzeugt Dowdle dennoch recht effektiv, und die Schwächen, die der Film durchaus hat, liegen eher im Drehbuch von Brian Nelson, das das Hauptgeschehen (im Aufzug) und die fortschreitende Aufklärung über das Geschehen (außerhalb) räumlich und personell voneinander trennt.

Ob anders ein besserer Film daraus geworden wäre, ist freilich Spekulation; so bleibt ein leidlich unterhaltsamer und leidlich gruseliger Film von immerhin sehr knappen und dichten achtzig Minuten, der seinen eher mauen Twist zum Schluß nicht nur im Titel, sondern auch in allen öffentlichen Synposen und in den ersten Minuten des Films ausstellt.

Foto: Universal

Eine kurze Geschichte des Product Placements

[Nachdem das Bildblog das Video vorhin verlinkt hat, wirkt dieser Beitrag sehr abgeschrieben. Dabei hatte ich ihn schon gestern abend vorbereitet, mir aber für den Morgen aufgespart. Wer zuletzt bloggt, den bestraft halt das Leben o.s.ä. ;-) ]

Nicht nur in deutschen Fernsehanstalten wird gerne mal ein Produkt für eine Gegenleistung in den Kamerafokus gerückt, Hollywood kennt das Problem natürlich schon länger und ausführlicher. Oliver Noble von Filmdrunk hat für die Website einen Überblick über Product Placement von Fatty Arbuckle bis Michael Bay zusammengestellt.

Kurzfilm: Salesman Pete and the amazing Stone from Outer Space!

Ein Steak als Sidekick? Bring it on!

Herrlich durchgeknallter Animationsfilm fast ohne Worte, in dem bis zum Zähler von 4 Minuten 30 Sekunden mehr passiert als in manchem Film während der ganzen Laufzeit! So einige Ausrufezeichen wert! Hat auch ein Blog! Gekonnt geschnittener Abschlußfilm von Marc Bouyer, Max Loubaresse und Anthony Vivien! Musik von Cyrille Marchesseau! Mael Vignaux hat das Sounddesign gemacht! Wow!

(via!)