Sitges 2010, Tag 2: die Filme

Der gestrige Samstag war, wie schon erwähnt, emotional kein ganz leichter Tag. Hier sind die Filme, die dazu beitrugen:

Carne de Néon

Paco Cabezas Langfilm nach der Vorlage seines eigenen, gleichnamigen Shorts von 2005 ist eine wilde und im Grunde gar nicht neonfarbene Kleingangstergeschichte, bei der sich Gaspar Noé und Guy Ritchie ästhetisch wie inhaltlich die Hand geben – ein junger Mann, Kind der Straße, will als Geschenk für seine Mutter zu deren Haftentlassung ein Bordell eröffnen. Die Folgen sind unabsehbar und recht blutig. Eine ausführliche Besprechung gibt es bald auf kino-zeit.de.

Black Lightning

Eine sehr russische Neuauflage von Transformers und Spiderman, fast familientauglich. Ausführliche Besprechung folgt hier im Blog.

Notre jour viendra

Das Langfilmdebüt von Romain Gavras war ja mit einigen Erwartungen versehen, bevor man es überhaupt zu Gesicht bekam. Der vor allem durch seine Musikvideos bekannte Gavras bietet mit Redheads (so der internationale Verleihtitel) eine sich nicht leicht lesende Geschichte um zwei Männer, die sich Schritt für Schritt aus den sozialen Zusammenhängen der Welt. Vielleicht. Der Wechsel zwischen ruhigen Panoramaaufnahmen des trostlosen französischen Nordens und hektischen Handkamerabildern macht die Lektüre nicht leichter. Genaueres bald wiederum auf kino-zeit.de.

Red, White & Blue

Ich mag es ja an Festivals, das sich Filme, die ich eigentlich nie im Kino zu Gesicht zu bekommen gehofft hatte, deren Trailer mich aber sehr hatten aufhorchen lassen, dann Bild für Bild, Szene für Szene entblättern; und wenn sie dabei die Erwartungen, die der Trailer geweckt hatte, gleichzeitig erfüllen und unterlaufen, dann gefällt mir das gleich noch besser.

Das hier war so ein Film. Simon Rumley hat bei seinem zweiten Besuch in Sitges (vorher mit The Living and the Dead) mit Red, White & Blue einen intensiv verstörenden, mitreißenden Film gedreht, der Rachedrama, Thriller und psychologische Studie ist; sein politischer Subtext mag ein bißchen mit dem Holzhammer präsentiert sein, aber die Dichte der Charaktere und der Erzählweise macht das gleich mehrfach wieder gut. Etwas ausführlichere Besprechung folgt.

Fotos: Sitges Film Festival

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