Sitges 2010, Tag 3: die Filme


Hier in aller Eile und Kürze – meine erste Vorführung des Tages beginnt gleich – ein kurzer Blick auf die Filme vom gestrigen Sonntag.

Secuestrados

Dieser großartige spanische Schocker war am frühen Morgen vielleicht nicht das Richtige, aber was kann ich schon gegen den Zeitplan des Festivals tun? Eine Kleinfamilie (Mama, Papa, Teenagertochter) wird von drei Männern in ihrem frisch bezogenen Haus überfallen. Der Film ist unglaublich dicht und mit vergleichsweise wenigen Schnitten gemacht – die meisten Sequenzen sind offenbar mit einer Steadycam und minutenlang ohne Cut entstanden. Das saugt in die Story hinein, und das macht alles nur noch schlimmer. Ausführliche Betrachtung demnächst.

Amphibious 3D

Brian Yuzna ist wieder da, und er hat einen Trashfilm mitgebracht, in allen drei Dimensionen! Nach fünf Jahren, in denen er vor allem als Produzent gearbeitet hat, bringt Yuzna einen Film mit, der jetzt nur noch wie ein billiger Nachäffer von Piranha 3D wirken kann – weniger glatt, weniger blutig, weniger sexistisch, aber eben doch: unbestreitbar auch preiswerter gemacht. Mit Michael Paré und Janna Fassaert in hochgradig konstruierten Hauptrollen, die einem geheimnisvollen Wesen aus der Tiefsee in die Quere kommen. Mit giftspritzendem, wahlweise auch Menschen durchstechenden Skorpionstachel. Es war die Weltpremiere, und ich bin vor Ende des Filmes gegangen, weil ich lieber sehen wollte, was John Carpenter der Welt Neues zu bieten hat.

The Ward

Das ist nämlich in der Tat nicht ohne. Die Geschichte einer jungen Frau, die in den 1960er Jahren in eine Nervenheilanstalt eingeliefert wird und dort den unheimlichen Vorgängen um ein verschwundenes Mädchen nachgeht, wirkt zunächst nicht besonders originell – zu generisch und zu bekannt wirken die ganzen Ansätze. Aber Carpenter weiß daraus durchaus erkleklichen Schrecken zu ziehen, und auch wenn bis zu den finalen Schlußtwists nichts, was er macht, wirklich neu ist – es schüttelt doch ganz schön durch. Mehr dazu bald bei blairwitch.de.

Fase 7

Als „apokalyptische Komödie“ wurde der Film vom Festival angepriesen, wobei sich das Komödiantische mir nicht wirklich erschließen wollte. Natürlich waren auch ein paar Szenen wirklich lustig, und einige andere sollten es – zum Teil unter Einsatz spritzender Gehirnmasse – wohl sein, aber so richtig wollte der Funke nicht überspringen. So blieb eine stellenweise groteske Endzeitgeschichte, die leichte Anklänge an [REC] und Carriers hatte, aber nie so recht herauszufinden schien, was sie eigentlich sein soll und warum. Genauer schreibe ich das noch habe ich das für kino-zeit.de auf aufgeschrieben.

Hell Driver

Yoshihiro Nishimura konnte hier gleich zwei Filme hintereinander zeigen, die unter seiner Mitarbeit entstanden sind: Mutant Girls Squad und eben diesen leider zu langen, hochgradig bizarren und alle Tiefen körperlicher Groteske auslostenden Zombiefilm. Der Trashfaktor ist so hoch wie der internationale Verleihtitel unmotiviert, hier fliegt ein Raketenflugzeug aus Untoten durch die Gegend, kämpft ein vorne mit Klingen versehenes Auto auf den Hinterrädern mit einem Monster. Und, wie man es von Sushi Typhoon kennt, das Blut spritzt stets in Fontänen. Für Fans.

Fotos: Sitges Film Festival

1 Gedanke zu “Sitges 2010, Tag 3: die Filme

Schreibe einen Kommentar

Lesen Sie den vorherigen Eintrag:
Maze Runner – Die Auserwählten im Labyrinth (2014)

Zugegeben, eigentlich war spätestens mit Die Bestimmung - Divergent und was da noch folgen mag (z.B. Die Bestimmung - Insurgent),...

Schließen