Iron Sky: Erste bewegte Bilder

Energia Productions, das finnische Team um Iron Sky (und vorher schon Star Wreck: In the Pirkinning) haben nun – nach einem schon lange veröffentlichten, aber sehr schicken Teaser – einen ersten Blick auf bereits gedrehte Szenen veröffentlicht.

Der Film spielt mit der Idee einer Nazi-Basis auf dem Mond, von der 2018 zur großen Invasion der Erde angesetzt wird. Das Projekt ist zu weiten Teilen finanziert, kann aber immer noch – auch finanzielle – Unterstützung gebrauchen!

Towards the end of World War II the staff of SS officer Hans Kammler made a significant breakthrough in anti-gravity.

From a secret base built in the Antarctic, the first Nazi spaceships were launched in late ‘45 to found the military base Schwarze Sonne (Black Sun) on the dark side of the Moon. This base was to build a powerful invasion fleet and return to take over the Earth once the time was right.

Now it’s 2018, the Nazi invasion is on its way and the world is goose-stepping towards its doom.

A Nightmare on Elm Street (2010)

Ich muß an dieser Stelle ein eigentlich ziemlich peinliches Geständnis machen: Bisher hatte noch kein einziger der A Nightmare on Elm Street-Filme meine Netzhaut gestreift. Freddy-Krueger-Aficionados werden sich jetzt vermutlich enttäuscht von mir abwenden und auch meine Besserungsgelöbnisse nicht mehr vernehmen (wollen), aber warum sollte man ums Eingemachte herumreden, wenn es offen sichtbar im Raum steht? Ich kann nämlich deshalb auch in keiner Weise darüber Auskunft geben, ob A Nightmare on Elm Street von Samuel Bayer ein irgendwie brauchbares Remake Reboot von Wes Cravens Original ist – ich vermute und hoffe aber, daß dem nicht der Fall ist.

Denn dieser neue Film, der hier in Paris derzeit quer durch die Metro in einem Maße beplakatiert wird, daß man seine Kinder schier nicht mehr auf die Straße lassen möchte aus Sorge um ihre psychische Gesundheit, hat ein ganz entscheidendes Problem: Es ist nicht die größte Gefahr, daß eine_r der Protagonist_inn_en einschläft, sondern daß dies den Zuschauer_inne_n widerfährt.

Jackie Earle Haley ist als Freddy Krueger völlig unfürchterlich, was vermutlich weder so richtig an ihm liegt noch an der Maske, die allerdings seiner Mimik keine Chance läßt, ohne dem wirklich Schrecken hinzufügen zu können. Er entwickelt aber keinerlei wirkliches Schreckenspotential, keine Aura von Bedrohung oder tiefergehendem Bösen – er taucht auf, sagt Oneliner auf, die zwischen gewollt-schlüpfrig, halblustig und pseudobeängstigend changieren, klimpert ein bißchen mit den Fingerklingen und verschwindet dann entweder wieder um, hüstel, überraschend aus einer anderen Richtung wieder aufzutauchen; oder er mordet geschwind drauf los.

Über Standardsituationen des Slashergenres kommt das jedoch nie hinaus, und sieht man von der natürlich beibehaltenen Vermischung von Traumwelt und realer Welt einmal ab, ist hier wahrlich nichts Besonderes zu beobachten. Irgendwann wiederholt sich die Erschreckstruktur aufs Fadeste, während die Handlung über die Hintergrundgeschichte langsam offenbarende Träume mühsam ruckelnd vorwärts gekrochen kommt. Dazwischen gibt es viel zu viele Szenen mit Herrn Krueger; der Film gönnt sich nicht einmal die Zeit für ein paar ordentliche Fehlalarme, und wie lieblos das runtergenudelt ist, merkt man dann vor allem am Schluß, als (here be spoilers!) die überlebenden Protagonist_innen den Dämon vermeintlich tot liegen lassen – schon nach einem Schnitt hören wir eine Stimme, die konstatiert, man habe aber keine Leiche gefunden, und nur Sekunden später taucht der Bösewicht noch einmal mordend auf. Schnitt, Vorhang bzw. Abspann, Ende. Selten einen so hingerotzten Horrorfilm gesehen.

Der Film trieft zwar vor Anspielungen auf Sexuelles, aber das ist Schlüpfrigkeit ohne jede echte Transgression (wie der Streifen überhaupt die bravsten Identifikationsfiguren des jüngeren Horrorkinos vorschlagen dürfte – no sex, no drugs, noch nicht einmal rock’n’roll). Da wird der Sex zwar noch verbal aufgerufen und suggeriert, aber von einem Spiel zwischen Lust und Abgründigkeit, Bedrohung und Macht, und was man mit dem Sex im Horrorfilm noch so alles anstellen kann, ist hier keine Spur, keine Ahnung, kein Bewußtsein.

Im Grunde ist A Nightmare on Elm Street ein Paradebeispiel für jene Form des Remakes, der man vorwirft, nicht nur den Ausverkauf des Horrorfilms in der Gegenwart zu betreiben, sondern auch das historische Tafelsilber dafür zu verschleudern. Dazu bedient man sich der Klassiker, die zu ihrer Zeit eher randständiges Kino waren (aber sicher auch nicht alle), potentiell verstörend und grenzüberschreitend (aber sicher auch nicht alle), schleift die ästhetisch interessanten Ecken ab, sorgt für größtmögliche Ranwamse ans Zielpublikum und wirft das Ganze mit großem Marketingaufwand der Masse vor die Füße, die dann auf die Originale auch gerne verzichtet. Und das behaupte ich jetzt mal, ohne das Vorbild des hier vorliegenden Schiffbruchs zu kennen.

Aber vielleicht bin ich da auch zu zynisch?

Fotos: Warner Bros.

Kurzfilm: The Anachronism

The Anachronism (Homepage) ist ein hübscher kleiner Steampunk-Kurzfilm über zwei Kinder in viktorianischem Setting, die sich auf eine Naturexkursion begeben und dabei am Meer eine etwas überraschende Entdeckung machen.

The Anachronism (Full Film) from Anachronism Pictures on Vimeo.

Das Japanisch, das im Film gesprochen wird, wird hier bei Metafilter ansatzweise übersetzt. Der flickr-Stream zum Film hat noch ein paar Bilder.

(via)

Texte zu Filmstarts (6. Mai 2010)

Ich weiß nicht, wie sehr sich meine Leser_innen hier dafür interessieren, was und wieviel ich anderswo publiziere (meist recht aktuell hier vermerkt) – das ist neben den lieben Kleinen der zweithäufigste Grund dafür, daß hier gelegentlich längeres Schweigen herrscht. Jedenfalls würde ich mich freuen, wenn Ihr mir in den Kommentaren hinterlaßt, ob ich dies hier zu einer regelmäßigen Einrichtung machen soll.

Nämlich: Jeweils kurz vor dem entsprechenden Filmstart noch einmal auf die Texte hinzuweisen, die ich (hier und vor allem) anderswo zu startenden Filmen hinterlegt habe. Für diese Woche, mit Start am 6. Mai 2010, wären das:

Falls Euch die Texte gefallen sollten (oder Ihr sonst gut findet, was ich hier und andernorts mache), freue ich mich auch darüber, geflattred zu werden. Gleich hier unter dem Text. ;-)

Brundlefly, Barbie-Edition

This is going to change the world and human life as we know it. Or at least your perception of it.

Diese junge Dame, die sich auf ihrer Facebook-Seite als „a mix between Woody Allen and your local hooker“ vorstellt, fungiert im Netz als Grindhouse Barbie, ist ein großer Fan von Quentin Tarantino (hence the name), rosa Kleidung und Hello Kitty. Außerdem studiert sie im Hauptfach Genetik, wenn ich das richtig verstanden habe, und spricht in ihren Video-Blog-Beiträgen auch schon mal gerne ausführlich über den aktuellen Stand ihrer Diät.

Daß sie hier und an dieser Stelle auftaucht, liegt an ihrer schon im letzten September geäußerten großen Begeisterung über die damals aktuelle Meldung, David Cronenberg wolle ein Remake seines großartigen The Fly (1986) drehen – also ein Remake seines eigenen Films, der selbst schon ein Remake eines Films von 1958 darstellt. Trisha Paytas ist nämlich ein großer, großer Fan von Cronenberg, und The Fly ist anscheinend ihr Lieblingsfilm.

Und so hat sie ein Video aufgenommen und die wichtigsten Informationen daraus auch noch einmal in einem offenen Brief an den Regisseur zusammengefaßt. Das ist bizarr und irritierend und ganz großartig. Und jedenfalls sehr rosa. Oder was denkt Ihr dazu?

(Das Video ist übrigens gerade noch so SFW.)

(via)

Chicken Little (2005)

Natürlich ist Chicken Little ein allenfalls durchschnittliches Beispiel dafür, was der moderne Animationsfilm aus Hollywood so kann und will; vor allem hat er einige ganz erhebliche dramaturgische Schwächen, die ihn auch dort unnötig episodenhaft bemüht scheinen lassen, wo das gar nicht nötig wäre.

Es sind aber halt alle Ingredienzien da, die so ein „Familienfilm“, wie das ja gerne heißt, wenn vor allem Kinder gemeint sind, gemeinhin braucht: Die Underdog-Geschichte, die hier halt eine Underchicken-Geschichte ist, vom schwächlichen Schlaumeier, der im Sport nicht reüssiert (bzw. dann vielleicht doch – aber das ist eher ein schwachbrüstiger Gewinn, im Großen und Ganzen) und dem aber eine Crew von eigentlich schon fast überzeichneten Misfits zur Seite steht, Außenseiter also allesamt.

Das alles ist nur leidlich lustig und spannend; worin sich Chicken Little aber so richtig ins Zeug legt, das sind die fortwährenden Anspielungen auf andere Filme, auf Back to the Future, King Kong, War of the Worlds und all das; da wird auch gerne mal die Wand zum Kinozuschauer für ein Spiel mit Raiders of the Lost Ark durchbrochen.

Darüber hinaus ist der Film von Mark Dindal, der auch The Emperor’s New Groove verantwortet hat (seinerseits ein massiv unterbekannter Film voll subversiven Humors, wenn meine Erinnerung nicht zu trübe ist), auch über’s Filmgeschehen hinaus pop culture-savvy: Da gibt es von Aliens gemachte Kornkreise, Lemminge stürzen sich in der von Tieren bewohnten Stadt aus Mangel an Klippen von der Parkbank – und der Laptop hat als Signet eine Eichel (das Wahrzeichen des Ortes) und verkündet: „Sie haben eine Hass-E-Mail“.

Sicher, das geht alles nicht so schnell und locker von der Hand wie in Cloudy With A Chance of Meatballs, aber der ist ja auch einfach sehr, sehr, sehr gut.

Anyone who has violated a copyright leave…the…room…now

Constantin Film hat damit begonnen, jene wunderbaren Hitler-Parodien von Youtube entfernen zu lassen, die eine bestimmte Szene aus Der Untergang verwenden, um Hitler per neuer Untertitelung einen Wutausbruch zu irgendeinem Thema unterzujubeln.

Das ist nicht nur deshalb bedauerlich, weil Constantin damit gegen eines der erfolgreichsten Internet-Meme der letzten Jahre vorgeht, einen Hort von Mashup-Originalität und intelligenter Komik; es zeigt vor allem, daß Filmfirmen immer noch nicht verstehen, wie das so funktioniert mit Marketing, Web 2.0 und den kreativen Massen. Statt einen Preis auszuschreiben für die tollste Parodie, eine eigene Seite dafür einzurichten und je nach Herkunft der Besucher_innen die passenden Links zum Erwerb von Untergang-DVDs einzubinden, greift man mal wieder zum rechtlichen Holzhammer. Eventuell holt man damit in den USA sogar zu weit aus, seien Parodien und parodistische Appropriation dort doch vor Löschanträgen auf Grundlage des amerikanischen DMCA geschützt, wie zumindest Brad Templeton von der EFF meint, der das Ganze gleich passend verarbeitet hat:

Und während anscheinend die eigentlichen Macher_innen des Films sehr gut mit der Verwendung des Filmmaterials leben können, zeigt sich Constantin gegenüber der Süddeutschen Zeitung etwas zugeknöpfter:

„Wir gehen schon immer gegen alle Urheberrechtsverletzungen vor, die unsere Inhalte betreffen“, sagt Martin Moszkowicz, Vorstand der Constantin Film AG in München. „Das muss für alle Clips im Netz gelten, die wir entdecken – wir können und wollen uns nicht zum Wächter darüber aufspielen, wann eine Parodie gelungen oder nicht gelungen ist, oder welche Grenzen man da gelten lassen kann.“ Er verweist darauf, dass der Clip aus dem Untergang auch in der Neonazi-Szene neu untertitelt wurde – in diesem Fall regte sich Hitler darüber auf, dass die Vernichtung der Juden nicht weit genug vorangekommen sei. So etwas könne, sagt Moszkowicz, natürlich auf keinen Fall toleriert werden.

Was es natürlich auch nicht müßte – denn da geht es nicht um Qualität oder Schund, sondern um politische Positionen; so selektiv könnte man schon sein, wenn man denn wollte. Und ob etwas Parodie ist, entscheidet sich – da würden die Fachleute von der Titanic sicher gerne Auskunft geben – eben nie daran, ob die Parodie gelungen ist. Insofern müßte da Constantin auch nichts entscheiden. Schließlich machen sie diese Unterscheidung, hüstel, ja auch nicht bei allen ihren Filmen.

Besonders schön ist dann aber noch das Zitat von Moszkowicz am Ende des SZ-Artikels:

„Die Reaktionen auf die Löschungen im Netz sind auch keineswegs nur negativ“, erklärt der Constantin-Vorstand. „Zuschauer, die den Film gesehen haben, urteilen da oft anders als jene, die nur die Parodie kennen. Sie wissen, dass es in dieser Szene um Entscheidungen geht, die für Millionen von Menschen den Tod bedeutet haben.“

Lieber Herr Moszkowicz, nicht in dieser Szene geht es um Entscheidungen und Millionen Tote – darum ging es damals, im Führerbunker. Hier und bei Constantin geht es um einen Film, nichts weiter, und vielleicht noch Ihren Profit.

(Update 23.April: Cinematical hat eine schön ausgewogene Betrachtung der Situation, und auf Best Week Ever erregt sich der Führer über seine vergeblichen Löschversuche (Best line: „In fact, we might be in one right now.“):

Kurzfilm: The Cat With Hands (2001)

Dieser bereits 2001 entstandene kleine Horrorshort von Robert Morgan gehört mit zu den gruseligsten dreieinhalb Minuten, an die ich mich erinnern kann. (Gründe, warum der Film so gut ist, sind z.B. hier aufgezählt.)

Robert Morgan – The Cat With Hands from James Burke on Vimeo.

(via)

Die Damen lassen krachen (Trailershow)

Daß der Autor dieses Blogs, dessen Titel eine gewisse filmische Vorliebe seinerseits schon im prominent gezeigten Titel vor sich her trägt, in seinem Herzen eine sehr weiche Stelle für Milla Jovovich hat, mag man ihm, bei all deren schauspielerischen Schwächen, bitte und gerne nachsehen. Und weil er zudem Actiontrash ebensowenig abgeneigt wie er dem Zombiefilm herzlich zugeneigt ist, freut er sich, allen Unkereien zum Trotz, dann eben doch auf Resident Evil: Afterlife, den vierten Film der Franchise (hier meine Besprechung zu Nummer 3, Extinction) der zu allem knallbunten Überfluß auch noch in 3-D zu sehen sein wird. Im Trailer wumst es gewaltig und weitgehend sinnfrei.

Noch mehr freue ich mich freilich auf einen der neuen Filme mit Angelina Jolie (die zu verehren dieses Portrait einige Gründe bereithält), nämlich Salt, in dem sie eine amerikanische Agentin spielt, die vielleicht zugleich eine russische ist – ein Film, der schließlich auch deshalb sehenswert ist, weil Liev Schreiber und Chiwetel Ejiofor mitspielen.